Neues VW Cabrio
Was hat es mit dem offenen Viertürer auf sich?

Exklusiv für den Werksbesuch des brasilianischen Präsidenten Lula da Silva hat VW Brasilien die Kompaktlimousine Virtus zu einem viertürigen Cabrio umgebaut.

VW Virtus Cabrio Einzelstück
Foto: VW do Brasil

Wenn sich bei VW Brasilien der Präsident des Landes zu Besuch ankündigt, werden in der Entwicklungsabteilung Überstunden geschoben. Traditionell empfängt der Autobauer das Staatsoberhaupt mit einem ganz speziellen Fahrzeug. Für die Werkbesichtigung am 2. Februar 2024 von Lula da Silva, der seit dem 1. Januar 2023 wieder das Amt des Präsidenten in Brasilien bekleidet, am Standort São Bernardo do Campo in São Paulo hat ein 30-köpfiges Ingenieursteam ein exklusives Cabrio entwickelt.

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VW Virtus Cabrio Einzelstück
Tuane Fernandes/Bloomberg via Getty Images

Präsident Lula da Silva besuchte zusammen mit seinem Vizepräsidenten Geraldo Alckmin am 2. Februar 2024 das VW-Werk Anchieta in Sao Paulo.

Als Basis für den Umbau diente die Kompaktlimousine VW Virtus. Das in Südamerika angebotene Modell ist quasi eine VW-Polo-Limousine auf Basis des MQB. Angetrieben wird das Präsidenten-Cabrio in der Version 250 TSI von einem 1,4-Liter-Turbobenziner, der es auf 150 PS bringt. Gangwechsel obliegen einer Sechsgang-Automatik.

Verlängert und versteift, aber ohne Dach

Der Umbau der Limousine zum Cabrio erfolgte in nur sechs Wochen. Gefordert war vor allem ausreichend Raum im Fond, wo der Präsident und seine Management-Begleitung Platz für die Werksrundfahrt finden mussten. Dazu wurden der Fahrzeugboden im Fondbereich verlängert, der Tank verkleinert und der Rest der Karosserie sowie die verbliebene Rückbank angepasst. Zupass kam den Ingenieuren dabei, dass auf eine Verdeckkonstruktion komplett verzichtet werden konnte. Zahlreiche Versteifungen unter dem Blechkleid kompensieren den Entfall des festen Dachs. Eine Querstrebe hinter den Vordersitzen sorgt zusätzlich für Festigkeit und dient gleichzeitig als Haltebügel für die Passagiere im Fond, wenn diese stehend den Massen zuwinken.

Abgerundet wird der Cabrio-Auftritt durch eine Lackierung im Farbton Biscay Blue und 18 Zoll große Leichtmetallräder. Den Innenraum wertet großzügig verarbeitetes gestepptes Leder auf.

Ab in die Sammlung

Nach dem Werksbesuch von da Silva wandert das Virtus Cabrio in die Sammlung von VW Brasilien, wo es neben anderen Sonder-, Sport- und Prototypenfahrzeugen einen Platz findet. Das Virtus Cabrio ist bereits das fünfte Exklusivmodell, das für einen Werksbesuch eines Präsidenten angefertigt wurde. Schon in den Jahren 1959, 1993, 2003 und 2005 hatte VW Brasilien auf Basis von VW Käfer, VW Polo (Limousine) und VW Fox spezielle Sondermodelle aufgebaut.

Der Besuch da Silvas erfolgte anlässlich der Verkündung von neuen Investitionen von VW in sein Brasilien-Geschäft. Der Autobauer erhöht seine bereits geplanten Investitionen von sieben Milliarden Reais bis 2026 auf insgesamt 16 Milliarden Reais bis 2028. Das sind rund drei Milliarden Euro. Bis 2028 will VW 16 neue Modelle für den südamerikanischen Markt vorstellen, darunter auch Hybrid- und Elektrofahrzeuge.

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Fazit

Mit dem Aus für das T-Roc Cabrio hatte VW erst im Januar das Ende der Cabrio-Produktion verkündet. Nur wenige Tage später enthüllt der Autobauer in Brasilien den offenen Virtus. Das viertürige Cabrio ist allerdings kein Serienmodell, sondern ein Exklusiv-Umbau und Einzelstück für den Werksbesuch von Präsident Lula da Silva in in São Paulo Anfang Februar 2024. Wie seine Vorgänger wandert auch dieses Unikat in die Werksammlung.

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