Lotus Emira GT4
Mehr Power für Rennkunden

Im Mai 2022 hat Lotus trotz der Elektro-Offensive ein GT4-Auto auf Emira-Basis vorgestellt. Der Verbrenner-Renner wurde seitdem umfangreich überarbeitet und geht samt Zusatzpower im Sommer an die ersten Kunden.

Lotus Emira GT4 - Update 2023
Foto: Lotus

Es war ein längerer Prozess, doch nun steht das Renn-Comeback der Traditionsmarke Lotus an der Startlinie. Nach einem Jahr Entwicklungszeit haben die Engländer die finale Version des Lotus Emira GT4 vorgestellt, die gleich mehrere Überarbeitungen aufweist. Der schon im Mai 2022 öffentlich präsentierte Emira tritt damit endlich die Nachfolge des Evora GT4 an, welcher dem Hersteller Siege und Titel in diversen Meisterschaften brachte.

Der neue Renner wurde von Lotus Advanced Performance entwickelt. Es ist der erste Rennwagen der neuen Abteilung, die Anfang 2022 in Hethel ihre Arbeit aufgenommen hat. Für das GT4-Projekt kooperiert Lotus zudem mit der RML Group (Ray Mallock Limited). Die Motorsport-Spezialisten betreuten in der jüngeren Vergangenheit unter anderem das Tourenwagen-WM-Werksprogramm von Chevrolet.

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Gavan Kershaw, ehemaliger Sieger in der britischen GT-Meisterschaft und aktueller "Director of Vehicle Attributes", erzählt über die von ihm mitgesteuerte Entwicklung: "Die Straßenversion des Lotus Emira war ein exzellenter Startpunkt. Zusammen mit dem Team von RML haben wir das Paket nochmal angepasst und getunt. Wir glauben, dass es sehr wettbewerbsfähig sein wird."

Toyota-Motor mit über 460 PS

Das Herzstück des neuen Lotus-Rennwagens ist sein 3,5 Liter großer Toyota-Motor. Der von Lotus getunte V6 2GR-FE leistet durch das Update nun 461 PS. Für das Motormanagement ist die Firma Motec verantwortlich. Die Fahrer schalten mittels eines völlig neuen Sechsganggetriebes aus dem Hause Hewland.

Weitere Anpassungen gab es bei der Aerodynamik, welche sowohl auf engen als auch auf schnellen Kursen gleichermaßen gut arbeiten soll. Im Vergleich zur Launch-Version zeigen sich auch die Bremsen, Federn, Dämpfer und die Kühlung laut Lotus in verbesserter Form. Das Auto habe die für Renneinsätze in den weltweiten GT4-Serien und-Klassen obligatorische Homologation durchlaufen. Außerdem würde die Options-Liste bei der Bestellung Einsätze in Meisterschaften mit freieren Technikformaten erlauben.

Bereits im Mai 2022 hat die Traditionsmarke vermeldet, dass der Emira GT4 für das vergangene Jahr ausverkauft sei. Im Sommer soll nun die Auslieferung an die Kunden in Großbritannien, Europa, China, Australien und in den USA starten. Bestellungen für das bei RML in Handarbeit gefertigte Fahrzeug sind allerdings weiter möglich, da man sich keine Produktionsgrenze setzt. Ohne Steuern und Lieferkosten liegt der Preis bei 179.000 Pfund Sterling – 14.000 mehr als beim Launch 2022. Umgerechnet sind das etwa 208.000 Euro.

Lotus Emira GT4 - Update 2023
Lotus
Mehr als 208.000 Euro kostet der Emira GT4 von Lotus.

75. Geburtstag des ersten Lotus

Die Rückkehr in den Rennsport kommt zu einem besonderen Zeitpunkt. In diesem Jahr feiert der Lotus Mark I, die erste Konstruktion von Colin Chapman, den 75. Geburtstag. Der legendäre Gründer war beim Bau des kompakten Rallye-Autos noch Student am University College London.

Die daraus entstandene Marke gehört seit 2017 zum chinesischen Geely-Konzern, dem auch Volvo angeschlossen ist. Der Name Lotus steht im Motorsport für große Tradition. In der Formel 1 gewann der Rennstall sechs Fahrer- sowie sieben Konstrukteurs-Weltmeisterschaften. Dabei erzielten unter anderem legendäre Fahrer wie Jim Clark, Jochen Rindt, Emerson Fittipaldi und zuletzt Ayrton Senna insgesamt 79 Siege. Das Team fuhr zwischen 1958 und 1994 in der Königsklasse. Abseits davon schrieb man auch beim US-amerikanischen Indy 500 Geschichte.

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