BMW Z3 Coupé (E36/8) Kaufberatung
Fit wie ein Turnschuh

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Der geschlossene BMW Z3 mit Heckklappe kam 1998 und sorgte wie kaum ein anderes Modell für Gesprächsstoff. Wegen seiner Seltenheit hat das nur 18.000-mal gebaute Coupé definitiv das Zeug zum Klassiker.

Das BMW Z3 Coupé sorgt bei seiner Präsentation im Jahr 1998 für Diskussionen: Ist es schön oder nicht? Selten ist der Zweisitzer auf jeden Fall: Unter den 297.087 Z3, die BMW von 1996 bis 2002 in Spartanburg gebaut hat, sind nur etwa 18.000 Coupés. Keine 7.000 davon haben den 2,8-Liter-Reihensechszylinder unter der gewölbten Motorhaube. Der Rest verteilt sich auf den ab 2000 erhältlichen Dreiliter und das Z3 M Coupé mit 321 und 325 PS. Am seltensten: Die späte M-Version mit dem Reihensechszylinder aus dem M3 E46.

Direktes Fahrverhalten

BMW Z3 Coupé 2.8i (E36/8) Fahraufnahme Heck
Malte Buls

Das Heck des BMW Z3 Coupé bietet 210 bis 410 Liter Kofferraum und reichlich Diskussionsstoff.

Gegenüber dem Roadster bietet das Coupé zwei Vorteile: die spürbar steifere Karosserie und 210 bis 410 Liter Gepäckraum statt der 165 Liter der offenen Variante. Eine Klimaanlage baute BMW serienmäßig ein, stimmte außerdem das Fahrwerk straffer ab. Damit fährt das Coupé sportlich und präzise, läuft jedoch mit der breiten Mischbereifung und dem kurzen Radstand Spurrillen willig hinterher. Direkte Lenkung, tiefe Sitzposition kurz vor der Hinterachse und der Blick über die Motorhaube machen beim Fahren mächtig Eindruck.

Kräftiger Reihensechszylinder

Für gute Laune ist der Reihensechszylinder zuständig: Der 2,8-Liter hat im Z3 Coupé spürbar leichteres Spiel als in 3er, 5er oder 7er, wo er sonst arbeitet. Mit seiner bulligen Charakteristik und 280 Newtonmeter Drehmoment kann auch mal der große Gang drinbleiben. Obwohl das Schalten mit dem präzise rastenden Hebel durchaus Freude bereitet. In 6,3 Sekunden beschleunigt der Zweisitzer von null auf 100 km/h, bei 231 km/h ist Schluss. Das genügt heute noch, um zu den Schnelleren zu gehören.

Darauf sollten Sie beim Kauf unbedingt achten

Roststellen oder ungleichmäßige Spaltmaße können Anzeichen für schlecht reparierte Unfallschäden sein. An der Heckklappe und den Türunterkanten kann Rost auftreten, ebenso die Schweller am Falz bei den Schweißpunkten oder an den Kanten zum hinteren Radhaus. Die Aluminium-Druckguss-Grundkörper der Außenspiegel können durch Korrosion brechen, spiegel-z3.de bietet als Ersatz Sockel und Grundkörper aus glasfaserverstärktem Kunststoff an.

Die beiden Achsen des BMW Z3 Coupé werden auffallend oft vom TÜV moniert, ebenso die häufig nur einseitig wirkende Handbremse. Traggelenke, Querlenker und Spurstangen sind an der Vorderachse die Schwachpunkte, an der Hinterachse sind es die Tonnenlager. Beim Z3 M Coupé können die Schweißpunkte des Hinterachsträgers beim Differenzial ausreißen.

Haltbare Reihensechszylinder

Der M52-Reihensechszylinder ist für hohe Laufleistungen gut. Die Wasserpumpe ist ein Schwachpunkt, der beachtet werden muss. Die Ansauggummis und die Klappe der differenzierten Ansauganlage (DISA) können Ärger machen. Beide M-Motoren können verschlissene Pleuellager aufweisen. Beim S50 (321 PS) sollten die Magnetventildichtungen prophylaktisch getauscht werden, beim S54 (325 PS) steht bei etwa 120.000 km eine Revision der Nockenwellenverstellung VANOS an. Generell gilt: Vorsicht bei Tuning-Angeboten, viele Maßnahmen lassen sich nur schwer wieder rückgängig machen. Ersatzteile sind für den BMW gut verfügbar.

Preise

Ein BMW Z3 2.8 Coupé in Zustand 3 kostet laut Classic-Analytics 14.500 Euro. Im Zustand 2 sind 22.000 Euro fällig. Die Preise für ein BMW Z3 M Coupé liegen bei 30.700 Euro in Zustand 3 und 45.000 Euro im Zustand 2.

Fazit

BMW selbst fand 2002, "dem Coupé lässt sich mit Logik nicht beikommen." Stimmt, wer den Z3 mit Dach kauft, entscheidet nicht nach praktischen Gesichtspunkten wie dem größeren Kofferraum, sondern emotional: Das Coupé fährt präziser als der Roadster, ist seltener und heute teurer.