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Ferrari 250 GTO fängt Feuer beim Goodwood Revival

Ferrari 250 GTO fängt Feuer beim Goodwood Revival
Hier gehen viele Millionen Euro in Flammen auf

Der Ferrari 250 GTO gilt als zweitteuerstes Auto der Welt. Beim Goodwood Revival sorgte ein silbernes Exemplar erst für Begeisterung – und dann für Entsetzen.

Ferrari 250 GTO Feuer Goodwood Revival Karun Chandhok
Foto: Screenshot: Goodwood Road & Racing via Youtube

Es war eigentlich ein Goodwood Revival aus dem Bilderbuch: Bestes Wetter am gesamten Wochenende, tolle historische Sport- und Rennwagen, so weit das Auge reicht, und spannende Renn-Action, bei der die schönen und teuren Autos nicht immer geschont wurden. Zum Beispiel beim Lavant Cup. Hier sind am Samstag (9. September 2023) 16 Ferrari-GT-Rennwagen aus den Sechzigern gegeneinander angetreten, um den 60. Jahrestag von Graham Hills 1963 errungenem Sieg bei der Goodwood TT am Steuer eines 250 GTO zu feiern.

Goodwood 2023
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Doch die Veranstaltung auf der traditionsreichen Rennstrecke in Goodwood ist auch immer für reichlich Drama gut. Für diesen Aspekt sorgte diesmal insbesondere Karun Chandhok. Oder besser: Der Ferrari 250 GTO, in dem der Inder beim Lavant Cup unterwegs war. Wie ein Video zeigt, bog der ehemalige Formel-1-Fahrer und heutige F1-Experte für's britische Fernsehen an Position zwei liegend um eine Kurve, als sein Auto plötzlich einen Feuerball aus seinem Heck warf. Chandhok legte einen Augenblick später einen 360-Grad-Dreher auf dem Asphaltband hin und lenkte den Ferrari daraufhin auf den Grasstreifen, wo er den 250 GTO abstellte. Dabei schlugen noch immer Flammen aus dem Auto mit der Startnummer 156, das zwar weiterhin qualmte, als der Fahrer ausstieg, aber glücklicherweise nicht komplett in Flammen aufging.

Motorteil schlägt Loch in die Ölwanne

"Ich hörte einen Knall und die Hinterräder blockierten", wird Karun Chandhok auf der Veranstaltungs-Website zitiert. "Als ich mich umdrehte, sah ich Flammen, also fuhr ich sicher von der Strecke herunter, um den Ölverlust zu minimieren und nicht im Weg zu stehen." Der Fahrer konnte schnell aus dem Auto aussteigen, weshalb er letztlich nicht mehr als einen geschmolzenen Schuh zu beklagen hatte. Zudem hätten sowohl die Streckenposten als auch der Besitzer des Autos großartig reagiert. Über Letzteren sagte der Inder: "Er war äußerst verständnisvoll. Er hat mir gesagt, dass er das Auto reparieren lassen und es bald wieder in Goodwood fahren sehen möchte."

Einem Sprecher des Besitzers zufolge habe es aus noch ungeklärten Gründen einen Motorschaden gegeben, woraufhin plötzlich die Hinterachse blockiert und ein Teil des Colombo-V12 die Ölwanne zerschlagen habe. Durch dieses Loch sei Öl auf den Auspuff gekommen und habe sich entzündet. Doch der Feuerlöscher an Bord habe seine Arbeit erledigt und das Wichtigste sei ohnehin, dass es Chandhok gutgehe. Auch der Fahrer wurde gelobt, denn er habe es geschafft, "das Auto von der Strecke zu bekommen und die Auswirkungen auf die anderen Teilnehmer zu minimieren."

Der wertvollste Ferrari überhaupt

"Das ist nichts Ungewöhnliches", fügte der Sprecher hinzu. "Diese Autos verfügen über 50 Jahre alte Technik. Und ab und zu geht ein Motor kaputt – egal, wie gut vorbereitet er ist", sagte er laut "goodwood.com". Eine erstaunlich entspannte Sichtweise angesichts des Wertes, der da kurzzeitig in Flammen aufging. Der Ferrari 250 GTO gilt als wertvollstes Ferrari-Modell überhaupt; ein Exemplar liegt im internationalen Preis-Ranking aktuell auf Platz zwei. Bevor im vergangenen Jahr medienwirksam ein Mercedes 300 SLR Uhlenhaut-Coupé für 135 Millionen Euro versteigert wurde, besetzte ein GTO sogar die Spitze dieser Wertung: 2018 wurde ein Ferrari 250 GTO für 48,4 Millionen Dollar (aktuell umgerechnet gut 45 Millionen Euro) verkauft.

Übrigens: Im Verlauf des Rennens verunfallte ein kaum minder wertvoller Ferrari 250 LM von 1964: Fahrer Rob Hall drehte sich in Führung liegend und landete mit dem historischen Rennwagen in der Wand. Normalerweise wäre diese Szene nach dem Rennen Gesprächsthema Nummer eins gewesen – wenn nicht kurze Zeit später Chandhoks Ferrari Feuer gefangen hätte.

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Fazit

Der Lavant Cup im Rahmen des Goodwood Revivals am vergangenen Wochenende war eine verlustreiche Veranstaltung. Gleich zwei 250er Ferraris aus den Sechzigerjahren haben dabei Schäden erlitten: Ein 250 LM von 1964 sowie der 250 GTO, der wie aus dem Nichts in Flammen aufging. Dinge wie diese können im historischen Motorsport passieren. Zum Glück für uns nehmen die Besitzer und Besitzerinnen der Autos dies in Kauf, um den Fans auch heutzutage die Gelegenheit zu geben, die Boliden in Renn-Action zu sehen. Doch das Wichtigste ist, dass sowohl Karun Chandhok als auch Rob Hall bei den Vor- und Unfällen unverletzt blieben.