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Mercedes 300 SEL 6.8: Nachbau der "roten Sau"

Mercedes 300 SEL 6.8 Nachbau
Höchstgebot nicht hoch genug

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Die Oldtimer Galerie Toffen hat am 3.6.2023 in Luzern einen Nachbau des Mercedes 300 SEL 6.8 AMG fast versteigert.

Mercedes-Benz 300 SEL 6.8 AMG "Rote Sau" Replica
Foto: Oldtimer Galerie

"Rote Sau" war der Spitzname eines Rennwagens, den AMG auf Basis eines Mercedes 300 SEL 6.3 aufgebaut hatte. Die Limousine der Baureihe W 109 war mit dem M-100 Achtzylinder aus dem Mercedes 600 ohnehin einer der schnellsten Viertürer der späten Sechzigerjahre. Ein unauffälliges Muscle-Car, das praktisch genauso unschuldig aussah wie ein etwa halb so starker 250 SE.

Erfolg in Spa 1971

Hans-Werner Aufrecht und Erhard Melcher, die in Großaspach bei Stuttgart mit dem Tuning von Mercedes angefangen hatten, bauten für das 24h-Rennen in Spa 1971 einen Rennwagen auf Basis eines 300 SEL 6.3. Den Hubraum des V8-Motors erhöhten sie auf 6,8 Liter, die Leistung auf rund 400 PS. Fünfgang-Schaltgetriebe und Rennkupplung ersetzten die Automatik, breite Reifen auf Fünfspeichen-Leichtmetallrädern übertrugen die gewaltige Kraft des Motors auf die Straße.

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Mit dem getunten S-Klasse-Vorläufer fuhren Hans Heyer und Clemens Schickentanz auf Rang zwei im Gesamtklassement und Platz eins in der Klasse. AMG war auf einen Schlag bekannt und die "Rote Sau", wie sie später genannt wurde, eine Legende.

Allerdings keine für's Museum: Nachdem Reglements den Hubraum auf fünf Liter begrenzt hatten, verwendete Matra den Rennwagen für Tests. Danach wurde das Auto vermutlich verschrottet.

Replika für 320.000 bis 350.000 Euro

Als Replika gibt es die "Rote Sau" jedoch zu kaufen. Restauratoren wie Arthur Bechtel oder Burkhard Bischof bauen den Rennwagen nach – im Look von damals. Rund 320.000 bis 350.000 Euro kosten solche Nachbauten, wenn diese, wie am 3. Juni in Luzern, auf den Markt kommen. Das Höchstgebot lag bei 250.000 Schweizer Franken (257.400 Euro). Das Auto wurde nicht verkauft.

Das Exemplar, das die Oldtimer Galerie am 3. Juni 2023 in Luzern versteigern wollte, hat keine Straßenzulassung, EU-Papiere und ist seit der Fertigstellung 550 Kilometer gefahren. Es hat einen 6,8-Liter-Motor mit rund 400 PS und ein Fünfgang-Schaltgetriebe.

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Fazit

Schon ein 300 SEL 6.3 ist mit 6.526 gebauten Exemplaren ein seltenes Auto und in der Restaurierung sehr teuer. Das gilt natürlich erst recht für einen Nachbau der "roten Sau". Im Februar 2020 hatte RM Sotheby’s eine solche Replika für 380.000 Euro versteigert. In Luzern reichte das Höchstgebot von umgerechnet knapp 260.000 Euro nicht für einen Verkauf.