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Mercedes 300 SEL 6.3 2+2 Coupe Pininfarina

Mercedes 300 SEL 6.3 2+2 Coupe Pininfarina
Mercedes-Coupé in Monterey nicht verkauft

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Mercedes wollte kein 300 SEL 6.3 Coupé bauen, also ging ein reicher Holländer zu Pininfarina. Am 18.08.2023 kam das Einzelstück bei einer Auktion in Monterey unter den Hammer, wurde jedoch nicht verkauft.

Mercedes-Benz 300 SEL 6.3 2+2 Coupé Pininfarina (1969)
Foto: Bonhams

Mit dem 300 SEL 6.3 auf Basis des S-Klasse-Vorgängermodells W 109 hatte Mercedes-Benz von 1968 bis 1972 eine der schnellsten Limousinen auf dem Markt. Versuchsingenieur Erich Waxenberger hatte die Idee und 1965 einen Motor der Staatslimousine 600 in den Motorraum eines W 112 Coupé gebaut. Der mitsamt Getriebe über 400 Kilogramm schwere 6,3-Liter-V8-Motor passte gerade eben so in das Coupé. Auch beim Serienauto ist der Motorraum randvoll mit Technik.

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Neupreis 39.160 Mark

Als Mercedes-Benz den 300 SEL 6.3 auf den Markt brachte, lag der Preis bei 39.160 Mark. Der Aufpreis zum bisherigen Topmodell 300 SEL von 11.000 Mark entsprach dem Gegenwert von drei NSU Prinz oder zwei VW 1200 Export. Im Vergleich zu einem Maserati Quattroporte war der Mercedes relativ günstig, aber eben doch nur für wirklich Wohlhabende bezahlbar. Die Kombination aus dem Komfort einer luftgefederten Limousine und Fahrleistungen, die locker genügten, den Fahrer einen Porsche 911 S an der Wahl seines Wagens zweifeln zu lassen, war allerdings reizvoll genug, dass Mercedes 6526 W 109 mit dem 6,3-Liter-Motor verkaufen konnte. Was, nebenbei gesagt, die Produktion des V8-Motors auslasten half.

Einem Kunden war allerdings die Kombination aus Großserien-Karosserie und Extraklasse-Fahrleistungen nicht exklusiv genug. Ein offenbar recht wohlhabender Niederländer, dessen Familie bis heute offenbar Wert darauf legt, ungenannt zu bleiben, fragte bei Rudolf Uhlenhaut nach einem Coupé, blitzte jedoch ab. Er wandte sich an Pininfarina in Turin, erwähnte dort Uhlenhauts Hartnäckigkeit und stieß auf offene Ohren für sein Anliegen.

Umbaukosten: 10 Mio. Lire

Der Kunde hatte konkrete Vorstellungen: Ein 2+2 sollte es sein, mit genügend Platz für große Taschen auf der Rückbank, cognacfarbenem Leder auf den Sitzen und einer Lackierung in Graumetallic. Die Sitze sollten hoch genug montiert sein, um auf die Haube herunterblicken zu können und die Fenster schmal genug, um nicht "wie in einem Aquarium" sitzen zu müssen. Den Preis für den Umbau veranschlagte Pininfarina mit glatt zehn Millionen italienischen Lire, was 1971 umgerechnet ungefähr 56.300 Mark entsprach. Inklusive des Basisautos, in Schwarz mit grauen Stoffsitzen, hatte der niederländische Kunde also fast 100.000 Mark für sein Coupé bezahlt.

Dafür hatte er wirklich ein Einzelstück. Ob er der Empfehlung Pininfarinas gefolgt ist, Ersatz-Karosserieteile anfertigen zu lassen, ist nicht bekannt. Lange behielt er das Auto jedenfalls nicht: 1972 versuchte er, das Auto für 70.000 Mark über Auto Becker in Düsseldorf zu verkaufen. Ein Verkauf kam erst im Jahr darauf zustande, als ein Niederländer das Auto erwarb. Später soll es einem Autohändler in Maastricht gehört haben. Eine Zeitlang stand das Coupé für eine Million Euro in den Niederlanden zum Verkauf.

Höchstgebot: 350.000 Dollar

Das Auktionshaus Bonhams hat es während der Quail Auction in den USA am 18. August 2023 zum Schätzpreis von 400.000 bis 600.000 US-Dollar (umgerechnet 363.490 bis 545.230 Euro) angeboten. Die Gebote gingen bis 350.000 Dollar, was für einen Verkauf nicht reichte. Der Mercedes blieb unverkauft.

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Fazit

Den Preis für ein Auto festzulegen, das es nur ein Mal gibt, fällt schwer. Dass es die Karosserie nur ein Mal gibt, macht das Auto exklusiv und im Fall einer fälligen Restaurierung teuer. Dazu kommt, dass Umbauten oft nicht dieselbe Funktionalität besitzen wie das Original – was anstrengend sein kann.

Tatsächlich hat schon der Erstbesitzer das Auto früh verkaufen wollen, was zunächst nicht gelang, und schon auf den Fotos ist Rost an der Karosserie zu erkennen. Wer ein Auto mit ähnlichem Auftritt haben möchte, könnte mit einem Rolls-Royce Camargue günstiger davonkommen. Den hat schließlich ebenfalls Paolo Martin bei Pininfarina gestaltet.