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Porsche 911 Viertürer von Troutman & Barnes (1967)

Porsche 911 Troutman & Barnes (1967)
Elfer mit vier Türen

Inhalt von

Diesen Porsche 911 mit vier Türen ließ 1967 ein Texaner bauen. Der "Foursche" gilt heute als verschollen. Porsche selbst dachte zwar über einen Viersitzer nach, nicht jedoch über einen Viertürer.

Porsche 911 4-Türer Troutman & Barnes (1967)
Foto: Archiv

"Just do it" mag sich Mr. Dick gedacht haben, als er 1967 einen Porsche 911 zum kalifornischen Karosseriebauer Troutman-Barnes schickte. Dick Troutman und Tom Barnes schnitten den Elfer in der Mitte auseinander, fügten 53 Zentimeter Blech ein und setzten das Ganze mit zwei weiteren, umgedrehten und gekürzten Türen eines anderen 911 wieder zusammen. Liest sich wilder, als es im Ergebnis aussieht: Auf Bildern wirkt der von 4,21 Meter auf 4,74 Meter verlängerte Sportwagen harmonisch.

Unsere Highlights

Gleichteile-Strategie: Türen und Sitze vom 911

Die Gleichteile-Strategie setzt sich innen fort: Die hinteren Sitze sind die gleichen wie vorn. So können vier Personen Porsche fahren und jeder kann aus seiner eigenen Tür aussteigen. Eine schlanke B-Säule stabilisiert die verlängerte Karosserie des "Foursche".

Porsche 911 4-Türer Troutman & Barnes (1967)
Archiv
Die hinteren Türen und Sitze stammen ebenfalls von einem 911.

Im Heck sitzt die damals stärkste Version des Zweiliter-Sechszylinder-Boxermotors: Der leistete 160 PS. Im Test von auto motor und sport beschleunigte die nicht verlängerte Serienversion 1966 in 7,6 Sekunden von null auf 100 km/h und weiter bis zur Höchstgeschwindigkeit von 222 km/h. Ab Werk wog der 911 S 1.030 Kilogramm. Mit Umbau und Klimaanlage dürften ein paar Pfunde dazugekommen sein. In Deutschland kostete das Serienauto 24.480 Mark. Mr. Dick schenkte den Umbau übrigens zu Weihnachten seiner Frau. Heute soll das Auto verschollen sein.

Porsche-Viertürer: vom 356 bis zum Taycan

356 Typ 530

Schon vom Porsche 356 gab es in den Fünfziger-Jahren einen Prototyp mit mehr Platz: Türen und Radstand des Typ 530 waren verlängert, das Dach zusätzlich hinten angehoben. Ferdinand "Ferry" Anton Ernst Porsche, der im Alter von 26 Jahren Vater geworden war, soll Wert darauf gelegt haben, dass auch Familien Porsche fahren können. Vier Türen hatte der Typ 530 jedoch nicht.

Typ 754 T7

Ebenfalls ein Prototyp blieb der Typ 754 von 1959. Unter Leitung von Ferry Porsches Sohn, Ferdinand Alexander, bauen die Entwickler drei Varianten eines 356-Nachfolgers: Der sollte mehr Platz bieten und höher positioniert werden. Die Versionen T7 und T9 boten vier Personen Platz, T8 ist ein 2+2-Sitzer. Der wird es letztlich, seine Silhouette kennen wir bis heute als 911.

928 S

Mit dem 928 baut Porsche ab 1977 einen komfortablen Sportwagen für lange Strecken. Lange Vordertüren machen den Einstieg in die hinteren Sitznischen leichter, doch wirklich viel Platz gibt es dort nicht. Das ändert sich mit einem verlängerten Prototyp, den Ferry Porsche 1984 zu seinem 75. Geburtstag geschenkt bekommt. Es bleibt beim Einzelstück, in Serie schafft es der verlängerte 928 nicht.

928 H50

Einen weiteren Anlauf wagt Porsche zwei Jahre später: 1986 steht der H50 auf seinen Rädern. Zwei Varianten gibt es, beide haben vier Türen. Doch bei Tests überzeugt die Steifigkeit der Karosserie nicht. Ein schwarzer Viertürer mit kombiartigem Heck steht heute in der Museumssammlung.

989

Die Idee eines Porsche mit vier Türen nimmt Ende der Achtziger die Form des 989 an. Genau genommen sind es mehrere Formen, denn für den Viertürer erprobt Porsche Achtzylinder in Front- und Heckmotoren-Anordnung. In Mercedes-Coupés der 124er-Baureihe erprobt Porsche den wassergekühlten Achtzylinder, bis der neue Chef Wendelin Wiedeking das Projekt von einem Tag auf den anderen stoppt und alle Kapazitäten auf die Entwicklung von 996 und Boxster lenkt. Die Entwicklungsträger werden noch während der laufenden Erprobung in Schweden auf den Zug verladen und nach Stuttgart gebracht. Einer steht noch heute in der Sammlung des Museums.

Panamera

Der erste Porsche-Viertürer war 2002 der Cayenne. Doch eine sportliche Limousine geht erst 2009 mit dem Panamera in Serie. Zunächst motorisieren den Viertürer Achtzylinder mit und ohne Turbolader, zeitweise tut sogar ein Dreiliter-Sechszylinder-TDI von Audi Dienst in der Limousine.

Taycan

Ja, wie nennt man den Taycan? Erster elektrischer Porsche war schließlich der Lohner mit seinen Radnabenmotoren. Doch der Taycan ist wirklich ein Serienauto und im Verkauf erfolgreicher als die Ikone 911.

Fazit

Heute muss niemand mehr seinen 911 vom Karosseriebauer verlängern lassen, wenn er seine Familie in einem Porsche mitnehmen möchte. Dabei bewarb die Firma selbst Anfang der Neunziger den 911 in aller Kürze als ideales Familienauto: "Sie können länger frühstücken. Sie sind früher zum Abendessen zurück."