Porsche 984 (1987)
Das wäre der MX-5 von Porsche gewesen

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Porsche wollte 1989 einen Roadster auf den Markt bringen. Der 984 wäre in Größe und Preis mit dem Mazda MX-5 vergleichbar gewesen.

Mitte der 80er-Jahre hatte Porsche vier Modelle im Programm: 924 und 944, 928 und den 911. Der 944 war relativ neu und lief gut. Zusammen mit der spanischen Marke Seat wollte Porsche einen günstigen, kleinen Sportwagen auf den Markt bringen. Aus der Kooperation wurde nichts, Porsche machte alleine weiter. Der 984 sollte laut Lastenheft "möglichst kompakt, leicht und strömungsgünstig sein."

Porsche 984 sollte 1989 starten

Tatsächlich ist der Prototyp von 1987 nur 3,75 Meter lang und 1,58 Meter schmal – mit einer Sitzkiste hatten die Entwickler die minimale Größe des Innenraums ermittelt. Mit einer Körpergröße von 1,90 Meter erfordert der Einstieg Gelenkigkeit. Bein- und Kopfraum reichen gerade so, das erinnert an den Mazda MX-5. Tatsächlich hätte der kleine Porsche-Roadster 1989 auf den Markt kommen sollen – im selben Jahr hatte der MX-5 in Detroit Premiere. Porsche plante mit einem Preis von 35.000 bis 40.000 Mark, was einen kleinen Aufschlag gegenüber dem japanischen Konkurrenten bedeutet hätte. Und einen günstigeren Einstieg in die Porsche-Welt: Ein 924 S hatte 1988, also im letzten Modelljahr, 47.900 Mark gekostet.

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Bei einem Leergewicht von unter 900 Kilogramm wären mit einem Vierzylinder-Boxermotor sportliche Fahrleistungen möglich gewesen. Eine Wasserkühlung kam aus Designgründen nicht in Frage. Trotz der Luftkühlung sollte der Motor, wenn möglich, ein Vierventiler sein. Entsprechende Versuche liefen 1985 bei Dornier und an der Uni Stuttgart, ließen jedoch laut einem Besprechungsprotokoll von Dezember 1985 "keine positiven Ansätze" erkennen. Parallel zu einem 2,4-Liter-Motor wird ein leistungsgesteigertes 914-Aggregat aufgebaut.

Sportliche Fahrleistungen

Im Prototyp, der Anfang 1987 fertig wird, steckt ein Zweiliter-Boxermotor mit 135 PS Leistung. Das Leergewicht von 934 Kilogramm erreicht nicht die optimistische Vorgabe aus dem Lastenheft, liegt aber immer noch unter einer Tonne. Die Fahrleistungen sind sportlich: Laut Datenblatt beschleunigt der 984 in acht Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und läuft bis zu 220 km/h.

Auf die Straße kommt der 984 jedoch nie: Im Oktober 1987 stellt Porsche die Entwicklung ein. Der Prototyp landet im Lager des Museums. Erst neun Jahre später kommt dem Boxster ein offener Zweisitzer auf den Markt – der ist allerdings mit seinem Sechszylindermotor höher positioniert.

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Fazit

Schade, dass der 984 nicht auf den Markt kam – das Zusammentreffen mit dem Mazda MX-5 wäre interessant geworden.