Range Rover L322 (2002-2012)
150.000 Euro für Queen Elizabeths Range Rover

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Ein Range Rover, den Queen Elizabeth II. fuhr, wurde am 11.11.2023 für über 150.000 Euro versteigert. Erwartet worden war die Hälfte.

Range Rover L322 (2004) Epsom Green
Foto: Iconic Auctioneers

Ein Range Rover wirkt ab Werk, als besäße sein Besitzer einen Adelstitel, Ländereien oder einen Pferdestall. Queen Elizabeth II. hatte Ländereien, Pferde, einen Adelstitel und einen Range Rover. "Princess Auto Mechanic", wie sie wegen ihrer Ausbildung zur Mechanikerin und Lastwagenfahrerin während des Zweiten Weltkrieges auch genannt wurde, fuhr bis ins hohe Alter selbst Land Rover und Range Rover.

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Range Rover der Queen mit 175.000 km

Ein Range Rover der dritten Generation L322, den die Queen fuhr, versteigert Iconic Auctioneers am 11. November 2023 in Birmingham. Das 2004er-Modell ist in Epsom Green lackiert, hat ein edles Interieur in Beige und als spezielle Ausstattung doppelte Fensterheberschalter hinten sowie zusätzliche Haltegriffe zum Entern der Rückbank. Trittstufen an den Schwellern, Schmutzfänger und ein Hundegitter zeigen, dass die royale Kundschaft bei der Bestellung praktisch dachte.

Unsere Highlights

Lenkrad, Sitze und Kofferraum zeigen, dass dieser Range Rover benutzt wurde – und zwar während 109.675 Meilen, das entspricht strammen 175.480 Kilometern. Die hat sicher nicht allein die Queen auf den 4,4-Liter-V8 von BMW gefahren, denn in den vergangenen Jahren hatte der Range Rover mehrmals den Besitzer gewechselt. Ohne negative Auswirkungen auf die Wartungshistorie: In neuneinhalb Jahren war der Geländewagen 14-mal beim Service – zuletzt im Juli dieses Jahres.

Verkaufspreis: 152.663 Euro

Der angestrebte Preis lag auf respektabler Höhe: 50.000 bis 60.000 britische Pfund entsprechen 57.500 bis 69.000 Euro. Das dürfte 2004 ein Jahreswagen ohne royalen Vorbesitz gekostet haben. Versteigert wurde der Range Rover zum Doppelten des Schätzpreises: 118.000 Pfund (134.600 Euro) waren das Höchstgebot. Inklusive Aufgeld kostete der royale Geländewagen 132.750 Pfund (152.663 Euro).

Karosserie-Check

Die Stahlkarosserie der dritten Range-Rover-Generation sollte natürlich auf Rost hin untersucht werden. Zu den bekannten Schwachstellen zählen der gesamte Schwellerbereich sowie die obere Heckklappe. Und die Radläufe, wo die Korrosion von innen kommt und sich durch Blasen ankündigt. Ein Blick unter den Wagen zeigt, ob er im Gelände bewegt worden ist. Leichter Rost und Gammel am Unterboden ist die Regel. Die Xenon-Scheinwerfer früher Exemplare brennen gern mal durch.

Technik-Check

Hoher Serviceaufwand wie ebensolche Betriebskosten. Historie zählt. Schwächen leistet sich mit der Zeit das Luftfahrwerk. Das Drehmoment der Diesel und die GM-Automatik sind auf Dauer nicht die besten Freunde; die Achtgang-Automatik ab 2010 ist robuster. Im Auge behalten: Kühlsystem. Empfindlich: elektrische Parkbremse ab 2007. Schweres Auto: Spurstangenköpfe, Achsgelenke, Bremsen.

Ersatzteile

An Verschleißteilen darf man nicht sparen wollen, vor allem das Fahrwerk und die Bremsen stehen unter arger Belastung. Das Niveau von Material-, Arbeits- und Finanzaufwand ist hoch. Der Kompressor für die Luftfederung z. B. kann inklusive Einbau auf 2.000 Euro kommen. Bei Ölen ist peinlich genau Intervallen und Spezifikationen zu folgen.

Preise

Classic-Analytics-Preis 2023 (Zustand 2/4): 12.000/3.500 Euro

Bei Einführung 2002
72.000 Euro
Bei Produktionsende 2012 Range Rover TDV8 HSE
89.100

Fazit

In Birmingham wird ein Geländewagen versteigert, wie er britischer kaum sein könnte: Ein dunkelgrüner Range Rover mit Interieur in Beige und royalem Vorbesitz. Die im September 2022 verstorbene Queen Elizabeth II. ist den Geländewagen selbst gefahren, das belegt eine kurze Videosequenz. Kein Wunder, dass der fast zehn Jahre alte Range Rover trotz hoher Laufleistung fast so viel kosten soll wie einst als Neuwagen.

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