Peugeot e-Rifter im Test
Kann die Elektrovariante überzeugen?

Inzwischen ist der Hochdachkombi nur noch als 100 kW starker Stromer erhältlich. Die Langversion L2 im Test.

Peugeot e-Rifter
Foto: Achim Hartmann

Keine Sorge, er bleibt im Alltag ein guter Partner, auch wenn der Rifter nun ausschließlich in der Nutzfahrzeugvariante diesen Namen trägt. Im letzten Jahr ist der Rifter zusätzlich mit Elektroantrieb erschienen. Und seit 2022 ist er nur noch als Stromer zu haben, Diesel und Benziner sind entfallen. Sein Motor leistet 136 PS und schöpft die Energie aus einer 50-kWh-Batterie.

Auf rutschiger Fahrbahn wird das maximale Drehmoment von 260 Nm per Elektronik kanalisiert. Die sogenannte Grip Control setzt gezielte Bremsimpulse, damit der Rifter bei Schnee, Schlamm oder Sand trotz Frontantrieb besser vorankommt. Eine Bergabfahrhilfe ist dabei ebenfalls enthalten. Des Weiteren lassen sich die Fahrstufen des Getriebes über den Wahlhebelstummel leicht auswählen, der durch sein kleines Format zusätzlich Raum schafft.

Unsere Highlights

Ein (Fast-)Alleskönner

Peugeot e-Rifter, Kofferraum
Achim Hartmann
Die Rückbank lässt sich ohne lästige Stufe umklappen, sodass bis zu 2.693 Liter Stauraum entstehen. Mit aufgestellter Rückbank sind es 806 Liter.

Praktisch ist er auf jeden Fall, zwei Schiebetüren sind serienmäßig,und ein großer quaderförmiger Laderaum sowie eine niedrige Ladekante meistern auch schon mal einen kleineren Umzug. Die Anzahl der Ablagen fällt so groß aus, dass immer eine praktische Verstaumöglichkeit in der Nähe der Insassen ist.

Ebenfalls hilfreich: Wie bei den Touring-Modellen (oder Kombis) von BMW lässt sich die Heckklappe separat öffnen. Die Batterien im Unterboden haben keinen Einfluss auf das üppige Stauvolumen (806 bis 2693 Liter). Um Surfbretter und dergleichen zu verstauen, ist Kreativität gefragt, denn der Beifahrersitz lässt sich nicht umklappen. Obwohl sich der Rifter außen kaum von den Stellantis-Schwestermodellen Opel Combo und Citroën Berlingo unterscheidet, weiß der Fahrer sofort, dass er in einem Peugeot sitzt. Anders als der Vorgänger trägt die aktuelle Generation das markentypische i-Cockpit, das aus einem kleinen, weit unten montierten Lenkrad besteht und weiterhin die Geister scheidet – nicht jeder Fahrer bekommt die optimale Sicht auf die Instrumente.

Was allerdings jeder Fahrer bekommt: Ein trotz spürbarer Wankbewegungen sicheres und unkompliziertes, wenig agiles Fahrverhalten. Längere Autobahnetappen könnten zur Geduldsprobe werden, denn bei diesem Tempo schwindet die getestete Reichweite von 192 Kilometern rapide. Zusätzlich ist die Höchstgeschwindigkeit auf 135 km/h begrenzt, überholen bedarf also ausreichend Zeit und Strecke. Im Mittel genehmigt sich der Rifter für die niedrige Leistung hohe 26 kWh/100 km.

Also doch lieber einen Verbrenner? Kein Problem. Entweder den Partner mit Doppelkabine nehmen – oder den nahezu baugleichen Toyota Proace Verso.

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Ja, Platz en masse und alternativer Antrieb – das kingt super.Nein, 280 Kilometer Reichweite sind mir für ein Auto aus diesem Segment zu wenig – gerade bei Urlaubsfahrten sehe ich das kritisch.

Fazit

Viel Platz, aber für längere Fahrten aufgrund geringer Höchstgeschwindigkeit und geringer Reichweite (besonders bei hoher Zuladung) nicht optimal. Und auf Kurzstrecken? Ein angenehmer, aber teurer Begleiter.

Technische Daten
Peugeot e-Rifter L2 50kWh Allure
Grundpreis39.440 €
Außenmaße4755 x 1848 x 1882 mm
Kofferraumvolumen1050 bis 3500 l
Höchstgeschwindigkeit135 km/h
Verbrauch20,3 kWh/100 km