Subaru kooperiert weiter mit Toyota
Die Boxer- wird zur Elektromarke

Subaru plant, bis 2028 insgesamt sieben Elektro-Modelle auf den Markt zu bringen. Drei davon sollen gemeinsam mit Kooperationspartner Toyota entwickelt werden und schon früher kommen.

Subaru Toyota Elektro-Plattform Schnittbild Röntgenbild technische Zeichnung
Foto: Subaru Deutschland GmbH

Subaru steht für Boxermotoren und Allradantriebe. Doch nur mit diesen Alleinstellungsmerkmalen werden die Japaner kaum den Sprung aus der Nische schaffen. Auch Subaru muss den Schritt zum Anbieter konkurrenzfähiger Elektroautos schaffen, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Ein Einzelmodell wie der Solterra (siehe Video und Fotoshow) reicht dafür auf Dauer nicht aus. Das wissen sie auch in der Firmenzentrale in Tokio, weshalb das Management nun eine Elektrostrategie vorgestellt hat. Diese verlässt sich zu einem großen Teil, aber nicht ausschließlich, auf den Kooperationspartner Toyota.

Der große E-Ratgeber

Zusammen mit den Landsleuten hat Subaru bereits den erwähnten Solterra an den Start gebracht, der nichts anderes als ein BZ4X mit neuen Logos und Schriftzügen ist. Toyota baut das E-Modell in seinem Motomachi-Werk und spendiert zudem die passende Plattform namens "E-TNGA" (Electric Toyota New Global Architecture). Diese dürfte ebenso den technischen Unterbau für ein neues Elektro-Trio bilden, das der Autobauer bis Ende 2026 gemeinsam mit Toyota entwickeln und auf den Markt bringen will. Diesen Plan erläuterten Subaru-Führungskräfte kürzlich bei der Präsentation der Zahlen für das gerade abgelaufene Geschäftsjahr.

SUV-lastige Elektro-Palette

Auf Einzelheiten der Neuheiten gingen die Manager des Herstellers dabei nicht ein. Im Internet kursiert jedoch ein Foto, das konkrete Hinweise gibt, wie die dann insgesamt vier Elektroautos gestrickt sein werden. Darauf ist ganz links der bekannte Solterra zu sehen und daneben drei noch verhüllte Modelle, die wohl das neue Trio bilden. Unter zwei der blauen Planen zeichnen sich hoch aufbauende und kantige SUV-Modelle ab. Eines dürfte der Subaru-Ableger eines von Toyota bereits angekündigten E-SUV mit drei Sitzreihen sein, dessen Batterien im US-Bundesstaat North Carolina produziert werden. Da Toyota sein eigenes Auto und das Subaru-Pendant zusätzlich in einem Werk in Kentucky montieren will, dürften sich die Geschwister für die streng regulierte US-E-Auto-Förderung qualifizieren.

Am anderen Bildrand erkennen wir ein weiteres, jedoch deutlich kleineres SUV-Modell. Dazwischen zeigt sich ein drittes E-Auto, das auf dem Bild zwar ebenfalls als SUV bezeichnet wird, jedoch deutlich niedriger ist als die beiden anderen. Die sich unter dem Tuch abzeichnende Dachreling spricht ebenfalls eher für einen Crossover oder (Offroad-)Kombi-Zuschnitt. Eines der beiden letztgenannten Modelle soll im Subaru-Werk im japanischen Yajima gebaut werden.

Risiko für kleine Hersteller

Atsushi Osaki erläutert bei "Automotive News", warum der Hersteller erneut mit Toyota kooperiert und nicht direkt selbst in die E-Auto-Entwicklung einsteigt: "Im Moment ist es ziemlich schwierig vorherzusagen, wie es mit den Elektroautos weitergehen wird", sagt Subarus neuer Firmenchef. Weltweit stagnieren die Verkaufs- und Zulassungszahlen von Elektroautos, die aktuell in vielen Regionen nur stark rabattiert oder generell zu reduzierten Preisen an die Kundschaft gebracht werden können. Hinzu kommt die aufstrebende Konkurrenz aus China, die vermehrt ihre staatlich teils stark subventionierten Modelle auf die internationalen Märkte drückt.

Ein kleiner Hersteller wie Subaru kann es sich nicht leisten, viel Geld in die Entwicklung eigener E-Autos zu investieren, die dann aufgrund schwieriger Marktbedingungen womöglich floppen. "Wir haben Gespräche mit Toyota geführt und sind übereingekommen, dass es besser ist, die Risiken durch eine gemeinsame Entwicklung zu reduzieren", so Osaki weiter. Dennoch wollen es die Japaner im Anschluss an die Toyota-Kooperation genau auf diese Weise versuchen. Bis 2028 sollen vier weitere, von Subaru selbst entwickelte Elektromodelle auf den Markt kommen.

Subaru modernisiert auch den Boxer

Trotz des sich abzeichnenden Umschwungs zur Elektromobilität schwört Subaru dem Verbrennungs- und speziell dem Boxermotor vorerst nicht ab. Erst kürzlich haben sich die Japaner eine spezielle Vorkammer-Technik mit Lufteinspritzung für das Motorenprinzip patentieren lassen, was künftige Subaru-Triebwerke effizienter, sauberer und haltbarer gestalten soll.

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Fazit

Subaru kooperiert mit Toyota, um bis 2026 neben dem Solterra drei weitere Elektroautos zu lancieren. Über diese Kooperation hinaus plant Subaru bis 2028 vier eigene E-Modelle.