VW ID.-Modelle unterstützen bidirektionales Laden
VW-Elektroautos sind künftig Hausspeicher

VW schaltet für ID.-Modelle das bidirektionale Laden frei. Die Wandlung des E-Autos zum Hausspeicher hat allerdings einen kostspieligen Haken.

VW ID bidirektionales Laden
Foto: Volkswagen

Bidirektionales Laden ist die Möglichkeit, in einem Elektroauto-Akku gespeicherte Energie zurück ins Netz zu speisen. Die Batterie wird so zur Stromquelle. VW rollt diese Funktion jetzt auf zahlreiche ID.-Modelle aus, die dann künftig als "Hauskraftwerk" arbeiten können. Hintergrund dieser Idee ist es, "überschüssige" Energie, zum Beispiel Solarstrom, zu speichern, um sie dann beispielsweise bei Dunkelheit als Versorgung nutzen zu können.

In Japan ist diese Technik seit langer Zeit verbreitet und bewährt. In Europa steckt sie noch in den Kinderschuhen, weil allerlei Normen und Vorschriften berücksichtigt werden müssen. VW ist mit der jetzt eingeführten Funktion zum bidirektionalen Laden einer der ersten Hersteller. In Zeiten unsteter Stromversorgung aus Wind und Solar gilt diese Technik als Schlüssel, um das Stromnetz zu puffern.

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Zusätzliche Haustechnik nötig

Wer jetzt allerdings hofft, seinen VW ID. künftig einfach in die Hausverteilung einstecken zu können, darf diesen Gedanken gleich wieder vergessen. Denn VW hat etliche Vorgaben gestellt, zunächst einmal an die Autos selbst. Diese müssen mit der 77-kWh-Batterie (netto) ausgerüstet sein und auf dem neuesten Stand der ID.-Software Version 3.5 sein, die bei geeigneten Bestandsfahrzeugen als Update geliefert wird.

Außerdem, und hier wird es teuer, ist die Funktion des bidirektionalen Ladens an eine bestimmte Haustechnik gebunden. Nur mit dem Hauskraftwerk S10E Compact der Firma Hager Energy wird die Funktion vorerst möglich sein. Dieses Hauskraftwerk kombiniert eine Solaranlage und einen eigenen Pufferspeicher. Wenn dieser Speicher zusätzliche Energie benötigt, wird über die Steuerungselektronik das Signal an den jeweiligen VW ID. gesendet, damit dieser seinen Akku-Strom bereitstellt.

Nur mit einer Marke möglich

Ein solches Hauskraftwerk von Hager Energy verlangt je nach Speichergröße und eventueller zusätzlicher Solaranlage Investitionen von rund 13.000 bis rund 35.000 Euro; Installationskosten kommen noch hinzu. Laut VW sollen später weitere Hauskraftwerke anderer Hersteller für das bidirektionale Laden über dafür geeignete Wallboxen hinzukommen.

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Fazit

VW schaltet für bestimmte ID.-Modelle mit dem großen 77-kWh-Akku die Funktion für bidirektionales Laden frei. Voraussetzung dafür ist jedoch ein spezielles Hauskraftwerk eines bestimmten Herstellers. Erst später sollen weitere Hauskraftwerk-Anlagen für diese Funktion folgen.

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