Dodge Hellephant- und HurriCrate-Nachrüstmotoren

Dodge Crate Engines jetzt bestellbar
1.039-PS-Kultmotor aus dem Katalog

Im November 2022 angekündigt, sind die leistungsstarken Dodge Crate Engines jetzt bestellbar. Es gibt viel Leistung für wenig Geld.

Dodge Hellephant C170, Dodge Crate Engine
Foto: Dodge

Im neuen Dodge-Direct-Connection-Katalog tauchen die bereits im November 2022 angekündigten GM-Nachrüstmotoren auf. Diese stammen vor allen Dingen von Dodge und sind von Chryslers Sportabteilung Mopar gekräftigt. Ab dem ersten Quartal 2024 können Kunden den Hellephant C170 Crate Hemi bestellen – der 6,2-Liter-V8 mit 1.039 PS blubbert auch im Dodge Challenger SRT Demon 170.

Der Hellephant C170 Crate Hemi steht mit einem Preis in Höhe von 27.695 Dollar im Katalog – aktuell umgerechnet sind das zirka 26.063 Euro. Zum Vergleich: AMG-V8-Nachrüstmotoren schlagen mit mehr als 60.000 Euro zu Buche – ohne die Nebenaggregate. Für den Hellephant-C170-Hemi-Block ohne Kompressor, 77-Millimeter-Riemenscheibe und Ladeluftkühler sind 18.995 Dollar (17.876 Euro) fällig. Auch den Hellcrate Redeye 6.2L Supercharged Crate Hemi, den 392 Crate Hemi, den 345 Crate Hemi und die beiden Varianten des 3,0-Liter-Hurricane-Twinturbo-Sechszylinder mit einer Leistung zwischen 420 PS und 550 PS liefert Mopar ab dem ersten Quartal 2024 aus.

Unsere Highlights

Dodge führt eine ganze Palette von neuen Crate Engines, also als Nachrüstkit in der Kiste gelieferte Motoren, ein. Darunter ist mit einem 1.115-PS-Aggregat ein Generation-3-HEMI, der aktuell den stärksten US-Nachrüstmotor auf dem Markt darstellt. Crate Engines haben in den vergangenen Jahren einen heftigen Beliebtheits-Schub erfahren, sodass Ford und GM längst wieder hubraumstarke Nachrüst-Triebwerke anbieten. In begrenzter Stückzahl und für Rennzwecke hatte selbst Honda auf dem US-Markt eine Crate Engine angeboten, die aber schnell ausverkauft war. Die beiden Nachrüst-Motorlinien von Dodge bestehen aus Achtzylinder-Hemis aus der Hellephant-Serie und Sechszylinder-Reihenmotoren der HurriCrate-Familie. Für die Vermarktung ist Dodges Nachrüst-Abteilung Direct Connection zuständig.

Die vier Hellephant-V8-Motoren arbeiten mit einer Kompressor-Aufladung und leisten nach vorläufigen Schätzungen zwischen 913 und 1.115 PS. Die HurriCrate-V6-Motoren sind wiederum turbogeladen – sie leisten zwischen 426 und 558 PS. Außerdem nimmt Dodge eine Monster-Crate-Engine seines australischen Motoren-Entwicklungs-Partners DSR Performance ins Programm: 1.521 PS und ein maximales Drehmoment in Höhe von 1.356 Newtonmetern generiert dieses Triebwerk.

Dodge HurriCrate Cat 3
Dodge
Die HurriCrate-Sechszylinder-Reihenmotoren arbeiten mit einer Doppel-Turboaufladung.

Mit Super oder E85

Die Hellephant-Motorblöcke gießt Dodge aus Eisen oder Aluminium, für die Aufladung ist immer ein 3,0-Liter-Kompressor zuständig. Als Kraftstoff dienen hochoktaniges Benzin oder E85 (bestehend aus 85 Prozent Ethanol und 15 Prozent Benzin). Anhand der Namensgebung lassen sich das Material des Motors und der von ihm benötigte Kraftstoff entschlüsseln. Die Bezeichnungen aller Aluminium-Motoren beginnt mit A, die aller Gusseisen-Motoren mit C (cast iron). Dann folgt eine Ziffernfolge für den Kraftstofftyp: 30 steht für Superkraftstoff mit einer maximalen Beimischung von 15 Prozent Ethanol (E15), 170 ist der Code für E85. Der A30-Motor baut auf dem bekannten 426-Kompressor-Kistenmotor auf. Das Aggregat hat 6.981 Kubikzentimeter (426 Kubikzoll) Hubraum und ist mit geschmiedeten Aluminium-Kolben ausgerüstet. Seine Kompressor-Riemenscheibe hat einen Durchmesser von 3,17 Zoll (acht Zentimeter). Als Leistung gibt Dodge hier 1.014 PS an. Der A170-Motor baut auf dem A30 auf, ist aber wegen seines anderen Kraftstoff-Systems Flex-Fuel-fähig – der Einsatz von E85 erhöht die Leistung auf 1.115 PS.

Der gusseiserne C30-Motor hat einen Hubraum in Höhe von 6.162 Kubikzentimetern (376 Kubikzoll). Die Ingenieure haben den Ventiltrieb und die Kolben verbessert sowie das Drosselklappengehäuse vergrößert. Der Kompressor bekommt einen neuen Ladeluftkühler und die Zylinderköpfe sind ebenfalls verbessert. Außerdem setzt Dodge jetzt höherwertiges Material für Lager, Buchsen und Pleuel ein. Resultat der Maßnahmen sind eine Leistung in Höhe von 913 PS. Die E85-Variante namens C170 soll nach Dodge-Schätzungen 1.014 PS leisten.

Auch Sechszylinder-Reihenmotoren

Die HurriCrate-Aggregate leitet Dodge von seinem neuen 3,0-Liter-Sechszylinder-Reihenmotor ab. Dodge betont, dass die Motoren mehr leisten und dabei weniger Schadstoffe ausstoßen als viele V8-Sauger – die auch für Dodge jahrzehntelang der heilige Gral des Motorenbaus waren. Als Kunden für seine Sechszylinder-Triebwerke sieht Dodge hauptsächlich Restomod-Hersteller und Rennställe.

Alle HurriCrate-Motoren arbeiten mit einer doppelten Turboaufladung, wobei die Lader wegen geringerer Trägheit schnell ansprechen und zudem einen hohen Durchfluss gewähren sollen – sie erzeugen 1,5 (Cat 1) und 1,8 bar (Cat 3) Druck. Die Zylinderlaufbahnen sind nach dem thermischen Spritzverfahren Plasma Transferred Wire Arc (PTWA) beschichtet. Das Beschichtungsmaterial kommt bei diesem Verfahren als Draht in den Zylinder. Ein durch einen Lichtbogen gebildeter Überschall-Plasma-Strahl schmilzt und zerstäubt den Draht, dann gelangt das Substrat in Form von geschmolzenen Tröpfchen über ein Gas an die Zylinderwand. Aufgrund ihrer hohen kinetischen Energie glätten sich die Tröpfchen, wenn sie auf der Bohrungsoberfläche auftreffen. Bei Kontakt mit der Zylinderwand verfestigen sich die Partikel schnell und bilden eine sowohl kristalline als auch amorphe Oberfläche, was zu einer reibungsarmen und verschleißfesten Oberfläche führt. Flame-spray Industries aus Port Washington im US-Bundesstaat New York hat das PTWA-Verfahren 2009 vorgestellt und es dann zusammen mit Ford zur Serienreife gebracht. BMW, Ford und Nissan nutzen es bei einigen ihrer Hochleistungs-Motoren – mit dem BMW-B58-Motor sitzt ein derart behandeltes Aggregat auch im Toyota Supra.

426 oder 558 PS

Die HurriCrate-Triebwerke bietet Dodge in den Ausführungen Cat 1 und Cat 3 an. Die Cat-1-Variante leistet 426 PS und generiert bei 2.500/min 635 Newtonmeter Drehmoment. Bei der Cat-3-Variante sind es 558 PS und 720 Newtonmeter (bei 3.500/min). Außerdem entwickeln die Ingenieure gerade eine Cat-X-Variante für Rennanwendungen, für die es dann auch ein Drag Pak – also Technik für Beschleunigungs-Rennen – geben soll.

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Na klar. So bliebe man motorenseitig stets up to date.Ach Quatsch. Diese Tradition soll schön in Amerika bleiben.

Fazit

Für Freunde von werkseitig unterstützen Leistungssteigerungen legt Dodge seit 1974 seinen Direct-Connection-Katalog auf. Nach vielen Jahren Pause gibt es den Katalog seit 2022 wieder.

Dodge legt gleich zwei Crate-Engine-Familien auf. Die Hellephant-Kistenmotoren sind allesamt per Kompressor aufgeladene V8-Triebwerke, die bis zu 1.115 PS leisten. Hinzu kommt ein von Dodge-Partner DSR Performance entwickelter Motor mit 1.521 PS.

Als hocheffizient preist Dodge seine Sechszylinder-Reihenmotoren der HurriCrate-Familie. Diese Nachrüst-Aggregate arbeiten mit einer Doppel-Turbo-Aufladung und leisten 426 beziehungsweise 558 PS. Ein auf dem Reihen-Sechszylinder basierender Rennmotor ist zudem in der Entwicklung.