Elektroauto und Wasser
Stromschlaggefahr durch Hochwasser im Auto?

Auf den sozialen Netzwerken kursiert gerade ein Video, wo ein Tesla anscheinend problemlos durch eine überflutete Straße fährt. Beim Anblick dieses Szenarios stellt sich die Frage: Wie kann das sein und wie geschützt sind elektrische Systeme ab Werk gegen Wasser?

Renault Austral, Seat Ateca, Hyundai Tucson
Foto: Achim Hartmann

Der Verbrenner benötigt für den Betrieb Kraftstoff und Sauerstoff. Der Sauerstoff gelangt durch den Ansaugtrakt aus der Umgebungsluft in die Brennräume. Bei einem Wasserschlag im Ansaugtrakt säuft der Motor ab und eine Zündung des Kraftstoff-Sauerstoffgemischs ist nicht mehr möglich. Bei einem Elektromotor fällt diese Hürde schon durch die Konzipierung weg. Trotzdem sind elektronische Komponenten generell empfindlich gegenüber Wasser oder Feuchtigkeit.

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Hersteller legen großen Wert auf die Dichtigkeit

Die genaue Wattiefe (maximale Gewässertiefe, die ein Fahrzeug durchqueren kann), hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen Karosserieform, Reifengröße und die Abdichtung des Aggregats selbst. BMW betont auf Anfrage, dass sie bei ihren Fahrzeugen unabhängig vom Antriebskonzept einen hohen Wert auf die Dichtigkeit legen. Diese prüft BMW anhand eines Tauchtests der Hochvolt-Komponenten. "Darüber hinaus betrachten wir extreme Umwelteinflüsse, wie Salznebel oder schlagartige Temperaturänderungen”, teilt ein Pressesprecher gegenüber auto motor und sport mit.

Besser nicht durch tiefes Wasser fahren

Generell besteht für die Insassen beim Durchqueren einer Wasserlache keine Gefahr durch einen Stromschlag. "Das Hochvoltsystem ist sicher und wasserdicht ausgeführt. Zudem wird es sehr genau überwacht und bei einem Isolationsfehler oder gar Kurzschluss würde sofort die Hochvoltbatterie abgeschaltet werden”, sagt ein Sprecher des ADAC. Grundsätzlich sollten Sie mit Ihrem Auto nicht durch zu tiefes Wasser fahren. "Sollte Wasser in den Innenraum eindringen, droht großer Schaden, welcher nicht mehr von einer Teilkaskoversicherung, sondern nur von der Vollkasko übernommen wird”, erklärt der ADAC. Wie der Tesla aus dem Video den Tauchgang überstanden hat, bleibt also offen.

Es kann großer Schaden entstehen

Schon ab einer Eintauchtiefe von nur 25 Zentimetern, sprich bis zur Türunterkante, können Schäden an Sensoren, Elektrik, Fahrwerk, Innenverkleidung und Bremsen auftreten. Sand und Schlamm geraten vielleicht in die Radlager und Schweller oder der Katalysator laufen voll. Auch wenn das Auto dann noch funktionstüchtig scheint, kann ein weiterer Betrieb ohne Überprüfung zu weiteren Schäden führen. Das gilt sowohl für Elektroautos als auch für jene mit Verbrennungsmotor. Daher sollte man eine Fahrt durch zu tiefe Pfützen oder gar Hochwasser mit jeglichem Antrieb vermeiden.

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Die Bildergalerie zeigt die Neuzulassungen der SUVs im August 2023.

Fazit

Rein theoretisch wäre es also möglich, mit einem Elektroauto durch tiefes Wasser zu fahren, wie in diesem Video zu sehen ist. In England haben sich Leute vor einigen Jahren sogar einen Spaß daraus gemacht, ihren Verbrennern beim Absaufen zuzusehen. Zu empfehlen ist das nicht, da der Scherz am Ende ziemlich teuer ausfallen kann. Die Gefahr eines Stromschlags besteht allerdings nicht – davor sind die Insassen durch Schutzschaltungen geschützt.