Künstliche Intelligenz erkennt Alkoholkonsum
Kein Glas zu viel

Eine Forschungsgruppe aus den USA und Kanada macht automobile Sprachassistenten zu Verkehrspolizisten. Wer betrunken hinter das Steuer taumelt, kommt nicht vom Fleck.

Mercedes S-Klasse Alkohol am Steuer Collage
Foto: Mercedes / Patrick Lang

Dass sich Alkohol und Straßenverkehr nicht gut vertragen, zeigen fast 40.000 erfasste Unfälle im letzten Jahr, denen ebendiese unkluge Kombination von Berauschung und Automobil zugrunde liegt. In Deutschland ist man mit Blick auf die geltenden Grenzwerte für Alkoholkonsum und Fahrtauglichkeit dabei noch reichlich liberal unterwegs. Außerhalb der Bundesrepublik treffen Autofahrer häufiger auf strikte Null-Promille-Grenzen und teilweise drakonische Strafen.

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Wenn es nach einer Gruppe von Forschern der Universitäten Standford und Toronto geht, braucht es künftig keinen Eintrag für Trunkenheitsfahrten im Bußgeldkatalog. In einer kleinen Studie mit 18 Teilnehmern, ließen die Wissenschaftler eine KI (Künstliche Intelligenz) darüber befinden, ob die Probanden nach dem Genuss einer gewichtsabhängigen Menge an Alkoholika noch fahrtauglich sind.

Frequenz und Tonhöhe

Dafür wurden Sprachaufzeichnungen vor und nach dem Konsum isoliert, in kleine Schnipsel zerlegt und nach Frequenz und Tonhöhe analysiert. Das überraschende Ergebnis: Mit einer Genauigkeit von 98 Prozent gelang es der KI zu ermitteln, wie betrunken die Studienteilnehmer waren. Als Referenz wurde ein klassischer Atemalkoholtest hinzugezogen, wie der Spiegel berichtete.

Fahrtbier
Gregor Hebermehl

Zur Überprüfung der KI-Ergebnisse, nutzten die Forscher einen herkömmlichen Atemalkoholtest.

Im Umkehrschluss ist nun nicht nur der Einsatz in modernen Autos denkbar, sondern eine Implementierung des Algorithmus in allen gängigen Smartspeakern wie Amazon Alexa, Google Home und Co. Dort könnte die KI dann dafür sorgen, dass bestimmte Befehle nicht ausgeführt werden, wenn ein gewisses Maß an Trunkenheit erkannt wird. Im Falle des Autos könnte also ein Starten des Motors blockiert werden. Ein Problem dabei bleibt, dass erfahrene Trinker sich auch bei erhöhtem Promille-Grad verbal besser im Griff haben – obwohl sie nicht mehr fahren sollten.

Die Feinheiten der Technik stehen demnach weiterhin auf dem Prüfstand. Für eine Validierung braucht es größere Studien, mehr Teilnehmer und eine breite Basis von Stimmproben, um reproduzierbar verlässliche Ergebnisse zu liefern. Ob die KI auch die jeweilige Auto-Marke mit beachten sollte? Urteilen Sie selbst. In unserer Fotoshow finden Sie das Ranking der Punkte-Sünder nach Herstellern.

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Fazit

Forscher haben anhand von Analysen aufgezeichneter Sprechproben einen Algorithmus entwickelt, der mittels KI den Trunkenheitsgrad einer Person bestimmen kann. Dabei spielen Frequenzbereich und Tonhöhe der Stimme eine Rolle. Mit diesem System ließe sich beispielsweise das Starten des Motors in einem modernen Auto verhindern, wenn der Sprachassistent einen erhöhten Alkoholkonsum beim Fahrer feststellt. Zur weiteren Ausarbeitung bedarf es allerdings größer angelegter Studien.

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AUTO MOTOR UND SPORT 09 / 2024
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Erscheinungsdatum 11.04.2024

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