MBUX-Infotainment mit Künstlicher Intelligenz
Mercedes holt ChatGPT ins Auto

Wer einen Mercedes mit MBUX-Infotainment besitzt, soll bald noch intuitiver mit seinem Auto per Sprache kommunizieren können – jedoch vorerst nicht in Deutschland.

Vorreiter bei ChatGPT im Auto: Mercedes-Benz hebt Sprachsteuerung auf ein neues Level

Mercedes-Benz takes in-car voice control to a new level with ChatGPT
Foto: MediaPortal Mercedes-Benz AG

"Künstliche Intelligenz" (KI) ist das Thema der Stunde. Der Hauptgrund dafür ist der aktuelle Siegeszug des Chatbots ChatGPT des Tech-Unternehmens Open-AI, mit dem Nutzerinnen und Nutzer sprach- und textbasiert Nachrichten austauschen können. Nun möchte Mercedes erforschen, wie sich das KI-System in einem Auto am besten anwenden lassen könnte – und integriert ChatGPT ab sofort in seine Autos.

Allerdings nicht in alle. Voraussetzung ist, dass das jeweilige Auto mit dem Infotainment-System MBUX ausgestattet ist. Zudem ist das Angebot vorerst auf die USA begrenzt: Dort können die mehr als 900.000 Besitzerinnen und Besitzer von Modellen aus 27 Baureihen freiwillig an einer wahrscheinlich drei Monate dauernden Beta-Testphase teilnehmen. In einem ersten Schritt wird die Anwendung over the air über den Azure Open-AI Service von Microsoft in das MBUX-Infotainment integriert. Das Fahrzeug oder die damit verknüpfte Mercedes-me-App informiert über dessen Vorhandensein; um zuzustimmen, müssen Nutzerinnen und Nutzer den Satz "Hey Mercedes, I want to join the beta programme" ("Hey Mercedes, ich will am Beta-Programm teilnehmen") aussprechen.

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Natürlichere Sprachkommunikation

Im ersten Schritt geht es darum, mit den Fähigkeiten von ChatGPT eine noch natürlichere Sprachkommunikation zwischen den Insassen und dem Fahrzeug zu ermöglichen. So sollen nicht nur Befehle kommuniziert, sondern richtige Konversationen umgesetzt werden können. Bisher ist der Mercedes-Sprachassistent auf vorgegebene Aufgaben und Antworten beschränkt, beispielsweise zur Bedienung des Fahrzeugs, zu Sportergebnissen, zum Wetter oder zur Umgebung. Dank ChatGPT, dessen "Large Language Model" auf ausgeklügelten neuronalen Netzwerken basiert, soll die Themenvielfalt spürbar wachsen.

"Dabei können sich unsere Kundinnen und Kunden jederzeit darauf verlassen, dass wir den bestmöglichen Schutz ihrer Daten sicherstellen", sagt Mercedes-Vorstand Markus Schäfer, der beim schwäbischen Autokonzern als Chief Technology Officer (CTO) für Entwicklung und Einkauf zuständig ist. Der Microsoft Azure Open-AI Service biete erstklassige Sicherheits-, Datenschutz- und Zuverlässigkeitsfunktionen. Die Hoheit über die IT-Prozesse im Hintergrund liegen "zu jeder Zeit" bei Mercedes; der Hersteller verspricht ferner, alle Kundendaten vor Manipulationen und Missbrauch zu schützen.

Ob Mercedes ChatGPT in absehbarer Zeit auch in Europa in seine Autos integrieren möchte, verrät der Hersteller bisher noch nicht.

Hinweis: In der Fotoshow stellen wir Ihnen den Mercedes EQS mit dem bisherigen MBUX-Sprach-Assistenten ohne ChatGPT-Erweiterung vor.

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Die wird uns in Zukunft noch viel helfen und irgendwann schlauer sein als wir Menschen.Das ist totaler Mumpitz, der uns mehr Ärger als Nutzen bereiten wird.

Fazit

Nun ist es soweit: Mit Mercedes führt der erste Autohersteller den KI-Chatbot ChatGPT in seinen Modellen ein. Vorerst allerdings nur in einer zeitlich begrenzten Beta-Testphase und auch nur in den USA. Noch nicht bekannt ist, ob das Experiment auch nach Europa und Deutschland ausgeweitet wird.