Bulldogge Spike wird Mini Sprach-Assistent
Mini leiht sich Amazon Alexa als Sprachassistent

Erst verpasste die britische BMW-Tochter Mini ihrem Sprachassistent ein Hunde-Gesicht. Mit dem Serienstart der Elektrominis kommt noch eine generative KI nach ChatGPT-Vorbild dazu.

Neu ist die englische Bulldogge Spike nicht im Mini-Universum. So sorgte sie schon als Maskottchen oder Figur in Werbespots für Aufsehen. Dass sie antwortet und über die Infotainmentbildschirme im Auto huscht, ist allerdings ein Novum. Im Zuge der Präsentation des Mini Concept Aceman in Shanghai digitalisiert Mini sein Maskottchen und macht die Bulldogge zu einem digitalen Begleiter.

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Als Gesicht für den Sprachassistenten, soll die kleine weiß-blaue Digital-Dogge das sein, was Hunde seit jeher sind: Der beste Freund des Menschen. Im Fall von Spike soll der Assistent die Insassen auf vielfältige Weise unterstützen und die Marke Mini noch ein wenig emotionaler machen. Denn Mini-Design-Chef Oliver Heilmer erklärt, man habe Spike nicht nur als Designelement in die digitale Welt überführt. Er solle ein charakterstarker Begleiter der User-Experience werden.

Dass Autobauer ihren smarten Helfern ein Gesicht geben, mag für deutsche Nutzer seltsam wirken. In Asien ist das aber nichts Neues. So zwinkert den Insassen des Honda E beispielsweise eine kleine Strichzeichnung entgegen und beim chinesischen E-Auto-Emporkömmling Nio gibt es mit dem kugeligen Helfer Nomi ebenfalls einen eigenen Charakter im Auto, der den Fahrer unterstützen soll.

Amazon Alexa liefert Sprachassistent für Mini

Beim knuddeligen Auftritt soll es aber nicht bleiben. Im Rahmen der langjährigen Kooperation mit Amazon verleibt sich der neue Mini E künftig auch den Sprachassistenten des Tech- und Shoppinggiganten ein. So soll der Mini Sprachassistent ab 2024 mithilfe von Amazons Alexa auf die Passagiere hören und verstehen.

Denn mit der neuen Mini-Generation setzt der Sprachassistent dasselbe Spracherkennungssystem ein, das auch Amazons Alexa nutzt: eine Software namens Alexa Custom Assistant. Mini betont aber, dass die Datenverarbeitung selbst nicht von Alexa oder von Amazon vorgenommen wird, sondern nur innerhalb der BMW Group selbst. Ein Amazon-Konto oder Ähnliches ist entsprechend auch nicht nötig. Einzig, wenn man gezielt die Alexa-App im Auto nutzt, braucht es ein entsprechendes Konto und führt dazu, dass die Daten an Amazon geleitet werden. Die weitverbreitete Software von Cerence (Automotive Tochter von Nuance) wird damit im Zuge des Wechsels von linuxbasiertem Autobetriebssystem auf androidbasiertem OS bei Mini zur Ruhe gesetzt.

Vorerst noch keine KI bei Mini

Den großen Schritt in Richtung KI oder gar generativer KI nach dem Vorbild von ChatGPT und Co. macht Mini damit aber noch nicht. Und das, obwohl Amazon im September 2023 angekündigt hat, für Alexa und andere Dienste ein Large Language Model zu entwickeln, mit dem man sich ganz normal unterhalten kann. Ein Beispiel dafür ist der Alexa-Dienst "Let's Chat". Er setzt nicht mehr auf syntaktische Logik zur Spracherkennung, sondern arbeitet semantisch.

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Aufs Auto übertragen heißt das: Nicht der Autofahrer lernt die Befehle auswendig, die das Auto versteht, sondern mithilfe von KI versteht das Auto, was der Nutzer meint und beantwortet seine Frage, startet einen Dienst oder eine Funktion. Im Hintergrund ist der Sprachassistent im Auto dafür mit der gleichen Software verknüpft, die Amazon auch für sein Chat-GPT-Pendant nutzt, der im Hintergrund bei Let's Chat rechnet. Die generative KI von Amazon arbeitet dabei ähnlich wie ChatGPT oder Googles Chat-KI Bard, ob und wann sie bei Mini zum Einsatz kommt, ist noch nicht bekannt.

Mini E und Countryman E bekommen Alexa-Chatbot

Voraussetzung für den Alexa-Chatbot bei Mini ist das Mini Operating System 9, kurz OS.9, oder höher, die auf Android basieren. Die ersten Fahrzeuge sind demnach die für 2024 angekündigten Mini Cooper E und Cooper SE, die zusammen mit Great Wall Motors Ora Funky Cat entwickelt wurden. Außerdem kommt beim neuen elektrischen Mini Countryman E beziehungsweise Countryman SE ALL4 das neue Infotainment auf OS.9-Basis und damit auch die Alexa-Technologie als Basis für den Mini Assistenten zum Einsatz.

Mini ist aber nicht der erste Autobauer, der sich eine generative KI ins Auto holt. Auch Mercedes hat sich ChatGPT im Rahmen eines Betatests in den USA ins Infotainment geholt. In Europa zählte die Stellantis-Marke und Citroen-Schwester DS zu den Ersten, die ChatGPT mit dem Auto verknüpft haben.

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Fazit

Mit der Digitalisierung des Maskottchen Spike gibt Mini seinem Sprachassistenten ein Gesicht und will die Emotionalität der Fahrzeuge so noch weiter aufladen. Neu ist die Idee nicht. Auch der chinesische Autobauer Nio hat mit dem Assistenten Nomi seinem Helferlein ein Gesicht und Persönlichkeit verliehen. Dasselbe gilt auch für die Implementierung von generativen KI-Systemen in den Sprachassistenten. Allerdings zählt Mini zu den Ersten, die die KI auch außerhalb eines Pilotprojekts oder eines Betatests mit dem Sprachassistenten verknüpfen.