BMW X7 M60i xDrive im Test
Luxusdampfer zum Haken schlagen

Mehr Luxus und Souveränität mit sieben Sitzen geht kaum – erst recht nach der umfangreichen Modellpflege. Test.

BMW X7 M60i xDrive
Foto: Achim Hartmann

Mildhybrid-Technik, recycelte Materialien, verbesserte Aero: Ist BMWs Größter nach dem Facelift etwa ein Öko geworden? Nö, aber hochwertiger, agiler, rechenstärker und komfortabler. Besonders die 132.800 Euro teure Topversion M60i hat’s faustdick unter der 5,18 mal 2,00 mal 1,84 Meter großen Karosserie. Allem voran den muskulösen, stets kultiviert kurbelnden S68-V8 mit 4,4 Litern Hubraum und Doppelturbo. Die beim Anfahren oder aus Schubphasen meist verhalten ansprechende, dann aber zwischen 1.800 und 4.600 Touren mit bis zu 750 Nm Drehmoment drückende Maschine wird von einem ins Getriebe integrierten E-Motor unterstützt, der 12 PS und 200 Nm beisteuert und beim Verzögern Energie zurückgewinnt.

Unsere Highlights

Reden statt Touchen

Innen gibt’s Lederlounge-Atmosphäre mit neuem Curved Display, OS8-Software und reduzierter Tastenzahl. Auf die Schnelle redet man besser mit der Sprachassistentin, statt die gewünschte Funktion auf dem Touchscreen zu suchen.

BMW X7 M60i xDrive
Achim Hartmann

Achtzylinder-V-Motor mit Abgasturbolader, Hubraum 4.395 cm3, Leistung 390 kW (530 PS) bei 5.500/min, max. Drehmoment 750 Nm bei 1.800/min.Grundpreis: BMW X7 M60i xDrive 132.800 Euro.

Bequem hat man’s schon auf den vielfach einstellbaren Sportstühlen vorn, in Reihe zwei aber noch bequemer – wenn die Einzelsitze (850 Euro) geordert wurden. Per Zug am Lehnenhebel surren die Sessel nach vorn, tut sich ein ausreichend großformatiger Einstieg für Reihe drei auf, in der es sogar Erwachsene aushalten. Mit separater Klimasteuerung (1.020 Euro) wie in der First Class. Sind alle Plätze belegt, bleiben 300 Liter Gepäckvolumen, per Knopfdruck erweiterbar auf 750 und 2.120 Liter. Dann allerdings sollte man beim Siebensitzer bleiben, denn für die sechssitzige Luxusvariante liefert BMW kein Trennnetz (200 Euro).

Doch egal wie viele Personen und Ballast (731 kg Zuladung) an Bord sind: Komfortabel reist man immer, weil das Luftfeder-Quartett eng abgestimmt mit den Adaptivdämpfern zusammenarbeitet, Unebenheiten gekonnt filtert, einen bloß auf richtig bösen Kanten spüren lässt, dass da ein hoch aufbauender SUV mit über 2,6 Tonnen Masse getragen werden muss, der auf 22-Zöllern rollt. Warum die großen Räder? Na, weil da ein M draufsteht, und das bringt nun mal ein gewisses Querdynamik-Versprechen mit sich – das (auch dank Allradlenkung) eingelöst wird. Wanken kennt der M60i quasi nicht, er biegt spontan und zielgenau ab, stört zuweilen aber mit zu geringem Rückstellmoment der Lenkung. Ein paar objektive Werte zum Schluss? 35,2 m Bremsweg, 13 m Wendekreis und 13,6 Liter Testverbrauch. Angemessen für einen Straßenkreuzer wie den X7, fürs Öko-Gewissen aber zu viel.

Umfrage
Mercedes GLS oder BMW X7: Welches Fullsize-SUV ist Ihr Favorit?
9434 Mal abgestimmt
Erster Check Mercedes GLS
Der Mercedes GLS
BMW X7 50i, Exterieur
Der BMW X7

Fazit

Er wirkt ein wenig aus der Zeit gefallen, der große, schwere BMW X7. Besonders als M60i. Die Technik des Luxusdampfers – der im Zweifelsfall auch prima Haken schlagen kann – aber fasziniert.

Technische Daten
BMW X7 M60i
Grundpreis134.800 €
Außenmaße5181 x 2000 x 1835 mm
Kofferraumvolumen750 bis 2120 l
Hubraum / Motor4395 cm³ / 8-Zylinder
Leistung390 kW / 530 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
0-100 km/h4,5 s
Testverbrauch13,6 l/100 km