Citroën ë-C4 mit 115 kW im Test
So fährt das Elektroauto mit 54-kWh-Akku

Citroën senkte den Preis des Elektro-C4 um 1.950 Euro. Im Test zeigt die Version mit 115-kW-Elektromotor und 54-kWh-Akku klare Stärken und Schwächen.

Citroën ë-C4
Foto: Achim Hartmann

Man soll es kaum glauben, aber der ë-C4 ist tatsächlich günstiger als noch vor einem halben Jahr. Das sieht bei den meisten Herstellern anders aus. Um 1.950 Euro senkte man den Preis des ë-C4 und verpasste ihm als zweite Antriebsoption den konzernbekannten 115-kW-Motor mit 54-kWh-Batterie. Das Plus an Reichweite und Effizienz ist die 1.000 Euro Zuzahlung wert. Mit einem Grundpreis von 36.640 Euro liegt der E-Kompakte direkt im Schmelztiegel mit chinesischen und halbchinesischen Newcomern wie BYD Dolphin, Smart #1, MG4 sowie Volvo EX30 mit ihren Basisantrieben.

Unsere Highlights

Niedriger Verbrauch, geringe Reichweite

Citroën ë-C4
Achim Hartmann

Das simpel gehaltene Cockpit besitzt ausreichend haptische Bedienelemente und ein zart hinterleuchtetes Tachodisplay.

Und bei der Effizienz macht ihm keiner etwas vor. Nach WLTP braucht er nur 14,7 kWh/100 km. Im Alltag erhöht sich der Wert auf 20,2 kWh/100 km im Test und sparsame 16,4 auf der Eco-Runde, jeweils inklusive Ladeverlusten. Mehr als Kurztrips sind dennoch nicht drin, bevor er mit bis zu 100 kW in rund einer halben Stunde bis 80 Prozent lädt.

Viel Platz, guter Komfort

Wirklich lebendig fühlt er sich nur bis 80 km/h an, darüber wird’s zäher. Macht aber nichts, denn mit Sport hat der 1,6-Tonner in etwa so viel zu tun wie die französische Küche mit Fast Food. Die Lenkung ist vor allem leichtgängig, Präzision oder gar Feedback folgen bestenfalls in sechster Ordnung. Aber was soll’s, wenn das Fahrwerk in langsamer Fahrt Gullydeckel überflauscht und der Aufbau die Verwerfungen gelassen ausschwingt. Erst starke Anregungen oder Absätze in Kurven rutschen krachend durch. Windgeräusche dringen ab 130 km/h hörbar ins Cockpit. Apropos Innenraum: Der ist mit simplen Kunststoffen ausgekleidet, offeriert einen bequemen, recht geräumigen Fond und bietet Sitze passend zum Fahrzeug – kaum Seitenhalt, aber angenehm gepolstert. Die Bedienung ist traditionell gehalten. Klar, die Menüstruktur ist kein Bollwerk der Logik, aber zumindest tätigt die Sprachsteuerung Anrufe und Adresseingaben fehlerfrei.

Sogar Spiele integrierte man seitens Citroën, die Zeit wäre jedoch besser für eine funktionierende Laderoutenplanung aufgewendet worden. Zwar kennt der C4 die ein oder andere Ladesäule, aber insgesamt zu wenig und baut sie nicht in die Route ein. Stattdessen vermeldet das Tachodisplay vor Abfahrt stolz die unnütze WLTP-Reichweite von über 400 km. Das Navi denkt, dass schon nach 170 km Feierabend sein werde – und bittet an einer Station 40 km davor zum Laden. Die Wahrheit liegt dazwischen, muss jedoch erst mal selbst herausgefahren werden. Auch das kann man heutzutage kaum glauben.

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Fazit

Die Reichweite fällt mit zu kleinem Akku knapp aus, trotz Top-Effizienz. Es bleiben Komfort, Platzangebot und der Wunsch nach einer Laderoutenplanung.

Technische Daten
Citroën e-C4 Elektromotor 156 ë-SERIES
Grundpreis39.715 €
Außenmaße4355 x 1800 x 1520 mm
Kofferraumvolumen380 bis 1250 l
Höchstgeschwindigkeit150 km/h
0-100 km/h9,3 s
Verbrauch0,0 kWh/100 km
Testverbrauch20,2 kWh/100 km