Honda CR-V 1.6 i-DTEC 4WD im Test
SUV mit Neunstufenautomatik

Ein 1,6 Liter großer Diesel in Kombination mit einem Neungangautomaten dient im CR-V ab sofort als Top-Motorisierung. Reicht seine Kraft, und was kann die Automatik?

Honda CR-V 1.6 i-DTEC 4WD, Frontansicht
Foto: Dino Eisele

Fünf, sechs, sieben, acht und? Neun. Tatsächlich: Die Digitalziffer über dem Drehzahlmesser bestätigt unser Gefühl. Eingeflippert über verchromte Schaltpaddel rollen wir wahrhaftig im neunten Gang über die Autobahn. So richtig glauben wollte man es ja nicht: eine Neungangautomatik in einem Honda? Von ZF? Nun, es stimmt. Eingekauft in Friedrichshafen und angeflanscht an den nun 160 PS starken 1.6 i-DTEC im gelifteten Honda CR-V. Allerdings nur gegen Zuzahlung von 2.100 Euro.

Unsere Highlights

Honda CR-V verbraucht 7,8 l/100 km

Aber die Investition lohnt sich. Beim Anfahren noch leicht ruckelig, arbeitet die Automatik sogleich charmant im Hintergrund, legt sehr sachte die nächsten Gänge ein – stets bemüht, den 350 Nm stemmenden Biturbo-Diesel zwischen 2.000 und 3.000 Touren drehen zu lassen. Durchaus herausfordernd: im Neunten ab 160 km/h so gefühlvoll Gas zu geben, dass kein Zurückschalten ansteht. Spätestens bei solchen Geschwindigkeiten offenbart sich aber auch, dass der leer 1,7 Tonnen schwere Honda CR-V selbst am Berg ordentlich motorisiert ist.

Im voll beladen 2,2 Tonnen schweren Honda CR-V muss der Vierzylinder mächtig schuften, bleibt aber auch unter Belastung angemessen leise und kultiviert. Rollt die Fuhre wieder bergab, entlastet die Automatik die standfesten Bremsen und schaltet auch mal selbstständig zwei Gänge runter. Wobei: Dank eines ideal positionierten, schnuckligen Wählhebels lassen sich die Gänge so locker aus dem Handgelenk wechseln, dass man den Job gern selbst übernimmt.

Und der Verbrauch? Der pendelt sich ähnlich wie beim 2,2 Liter großen und 150 PS starken Vorgänger bei 7,8 l/100 km ein. Für einen 4,4-Meter-Allradler mit Automatik ein anständiger Wert, der sich von besonders sparsamen Fahrern problemlos um einen Liter reduzieren lässt.

Gutes Platzangebot im CR-V

Zweite bemerkenswerte Eigenheit des Honda CR-V und im Gegensatz zur Automatik mit dem Grundpreis von 32.590 Euro schon bezahlt: ein überdurchschnittlich großer und gut verarbeiteter Kofferraum von 589 Litern und das Sitzkonzept. Ein Zug am Hebel in Fond oder Heck, schon faltet sich die Rückbank clever zusammen und ermöglicht so einen ebenen Laderaum mit einem Volumen von 1.669 Litern. Im Gegenzug fühlen sich vier Passagiere ebenso bestens untergebracht – nun umrahmt von weicheren Kunststoffen.

Hier ebenfalls neu: Das androidbasierte Infotainment-System Honda Connect. Auf einem Sieben-Zoll-Touchscreen kann der Fahrer nun per Finger wischen und zoomen, Apps herunterladen, ein Smartphone via Bluetooth oder Mirrorlink andocken und im Internet surfen. Einziger Nachteil: Die seitlichen Tasten sind etwas wacklig und reagieren nur unwillig auf Druck.

Selbst wenn Honda im Zuge des Facelifts eine direktere Lenkung verspricht, der CR-V bleibt ein SUV, der Kurven weiterhin gemütlich und mit deutlicher Seitenneigung durcheilt. Warum auch nicht? Sein geschmeidiges Fahrwerk ist ebenso komfortabel abgestimmt wie die bequemen, seitenhaltarmen Sitze. So verleitet der CR-V zwar nicht zum Kurvenflitzen im Stile eines Mazda CX-5, dafür aber zum launigen Neungang-Flippern.

Vor- und Nachteile
Honda CR-V 1.6 i-DTEC 4WD
kultivierte Antriebseinheit
sicheres Fahrverhalten
komfortable Federung
zahlreiche Assistenzsysteme
modernes Infotainment
gutes Platzangebot
etwas träges Handling
nur durchschnittliche Verbrauchswerte
Technische Daten
Honda CR-V 1.6 i-DTEC 4WD Lifestyle
Grundpreis39.640 €
Außenmaße4605 x 1820 x 1685 mm
Kofferraumvolumen589 bis 1669 l
Hubraum / Motor1597 cm³ / 4-Zylinder
Leistung118 kW / 160 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit197 km/h
0-100 km/h10,3 s
Verbrauch5,3 l/100 km
Testverbrauch7,8 l/100 km
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AUTO MOTOR UND SPORT 09 / 2024
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Erscheinungsdatum 11.04.2024

148 Seiten