Hyundai Ioniq 5 im Test
Macht er nach der Modellpflege noch mehr Laune?

Größere Batterie, mehr Power, besseres Fahrwerk: Hyundai wertet seinen stylishen Elektro-Crossover auf. Test.

Hyundai Ioniq 5
Foto: Hans-Dieter-Seufert

Irgendwie ungewohnt, in einem Elektroauto zu stromern, das gefühlt noch mehr Blicke auf sich zieht als ein Porsche Taycan. Abwegiger Vergleich? Schon, zumal der kantige und rückleuchtenverpixelte Hyundai mit dem Sportwagen ja kaum was gemein hat – außer der 800-Volt-Technik.

DC-Ladeleistungen bis 240 kW soll der Ioniq 5 draufhaben, wobei er im Test "nur" 200 kW schafft. Auch stark: Von zehn auf 80 Prozent in 18 Minuten lautet das Ladeversprechen – und da lässt er sich nicht lumpen. Hyundai bezüglich der Batterie übrigens auch nicht: Im Energiebunker der Topversion stecken künftig zwei Akkumodule mehr, was die Kapazität von 72,6 auf 77,4 kWh steigert.

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Mehr Leistung

Letztere bescheren nicht nur mehr Reichweite – 363 Kilometer sind auf Basis des Eco-Verbrauchs möglich –, sondern auch 20 Extrapferde. Wenn die beiden E-Motoren mit nun 100 und 225 PS über die einstufigen Reduktionsgetriebe an Vorder- und Hinterachse wirken, macht das Laune.

Vor allem am Kurvenscheitel, weil der Allradantrieb die 2,1 Tonnen des Formgeometrikers auf 20-Zöllern souverän durch den Grenzbereich dirigiert. Traktionsverlust? Kein Thema. Mangelndes Pedalgefühl beim Bremsen? Nicht die Bohne. Im Gegensatz zur stumpfen Lenkung, der mehr Direktheit guttäte. Aber zum insgesamt neutralen und erst bei herben Lastwechseln etwas hecktändeligen Handling passt die Abstimmung.

Viel Raum und Komfort

Dass das Heck beim Rausbeschleunigen unterschwellig drückt? Eh klar, da sich das Drehmoment mehrheitlich auf die Hinterachse verteilt. Da der Wagen aber eher Komfortkünstler sein will, gibt er sich auch mehr als tadelloser Geradeausläufer. Passend, dass Hyundai dem Ioniq 5 auch komfortablere Stoßdämpfer gönnt. Die nehmen den ersten Anschlag noch knochig, alles Weitere schluckt das Fahrwerk lässig weg. Auch Crossover-typischem Wanken setzt der Ioniq 5 schnell Grenzen.

Grenzenlos scheint indes das loungige Interieur: Vordersitze, deren Lehnen sich fast in Liegeposition bringen lassen, Wadenstützen, elektrisch verschiebbare Rückbank und massig Platz, auch im Kofferraum. Das überzeugt ebenso wie die intuitive Bedienung und das Infotainment, das Ladepunkte in der Nähe und auf der Navi-Route nach Leistung und Verfügbarkeit listet.

Zudem konditioniert der Ioniq 5 jetzt den Akku vor, wenn man zu Ladestationen navigiert. Nur schade, dass auch das neue Lademanagement keinen Routenplaner hat, der die Ladestopps bis zum Ziel vorkalkuliert.

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Fazit

In puncto Ladeleistung, Variabilität und Bedienung war der Ioniq 5 bisher schon eine Ansage, jetzt legt er bei Antrieb und Akkukapazität noch eine Schippe drauf.

Technische Daten
Hyundai Ioniq 5 4WD
Grundpreis58.800 €
Außenmaße4635 x 1890 x 1605 mm
Kofferraumvolumen527 bis 1587 l
Höchstgeschwindigkeit185 km/h
0-100 km/h5,3 s
Verbrauch0,0 kWh/100 km
Testverbrauch27,4 kWh/100 km