Opel Corsa Electric GS im Test
Fortschritt mit Facelift?

Im Rahmen einer Modellpflege erhält der Corsa ein frisches Infotainment sowie eine 115 kW starke E-Maschine und tritt jetzt als Opel Corsa Electric GS in den Ring. Was der Opel damit kann, klären wir im Test.

Opel Corsa Electric GS
Foto: Hans-Dieter Seufert

Schon gewusst? Der Corsa ist in Deutschland der meistverkaufte Kleinwagen, und knapp ein Viertel sind bereits elektrisch unterwegs. Für Stellantis offenbar zu wenig, und so bieten sie zusätzlich zur bekannten 100-kW-Maschine einen kraftvolleren Motor mit 15 kW mehr Leistung an (260 Nm).

Hoher Energieverbrauch

Zugeliefert von Emotors, soll er dank reibungsärmerer Lagerung, optimierter Magnetfelder und kürzerer Leitungen effizienter arbeiten. Zugleich profitiert der stärkere E-Corsa von einem verbesserten Akku mit mehr Energieinhalt (51 statt 50 kWh).

Unsere Highlights

Mit dem verbesserten 51 kWh Akku und einem frischen Infotainmentsystem geht der Opel Corsa bei uns an den Start.

Liest sich vielversprechend, doch bei winterlichen Temperaturen hält sich der Erfolg in Grenzen. 21,7 kWh/100 km inklusive Ladeverlust zieht sich der 1,5 Tonnen schwere Opel Corsa Electric GS im Testschnitt. Entsprechend ergibt sich eine Reichweite von 262 Kilometern. Auf einer zusätzlich absolvierten, bewusst sanft gefahrenen Eco-Runde sinkt der Stromkonsum immerhin um rund drei kWh. Für die AC-Ladung verkürzt ein 11-kW-On-Board-Lader (1.190 Euro Aufpreis) die Standzeiten. An der HPC-Säule sollte man für eine Reichweite von 150 km gut 13 Minuten einplanen.

Der enge Fond macht das Reisen für Rückbank-Passagiere anstrengend.

Insbesondere größere Fondpassagiere dürften sich über diese Pause freuen. Einmal recken und strecken schadet nicht, denn im Vergleich zu anderen Kleinwagen geht es im Fond eng zu, und auf Federungskomfort legt der fast 40.000 Euro teure Opel Corsa ohnehin nicht allzu viel Wert.

Dafür belohnt der unübersichtliche Opel über Land mit wenig Seitenneigung, agilem Handling und einer präzisen, rückmeldungsstarken Lenkung. Im Verbund mit dem kräftigen Motor kommt durchaus Freude auf. Für vehemente Verzögerung sorgen eine kräftig zupackende Betriebsbremse (100–0 km/h: 34,3 Meter) und der B-Modus. Weitere Rekuperationsstufen gibt es nicht. Wohl aber einen bemerkenswert aktiven Spurhalter. Er justiert sanft nach, hält den Corsa nahezu mittig auf Spur und verschreckt den Fahrer nicht mit hektischen Manövern.

Verbessertes Infotainment

Die digitalen Instrumente stammen aus dem Astra.

Neu an Bord: große digitale Instrumente und ein modernes Infotainment-System mit Zehn-Zoll-Touchscreen und verständlicher Bedienung. Der Fahrer kann sich den Screen via großen Kacheln nach Belieben einrichten, die erstmals kabellose Smartphone-Anbindung klappt einfach, und die Sprachbedienung arbeitet jetzt etwas zuverlässiger.

Am hohen Preislevel trotz mauer Ausstattung und dem zu kleinen Kofferraum (267 Liter) konnte Opel indes nicht nachjustieren. Ob sich der E-Anteil so steigert? Wohl kaum.

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Ja, der Wechsel zur PSA Group hat den Rüsselsheimern gut getan.Nein, der erinnert mich optisch zu sehr an die Modelle anderer Autohersteller.

Fazit

Gewiss – so ein flotter und schicker Elektro-Corsa hat Charme. Verbrauch, Preisgefüge und der eher mäßige Federungskomfort schrecken aber ab.

Technische Daten
Opel Corsa-e GS
Grundpreis38.045 €
Außenmaße4061 x 1765 x 1435 mm
Kofferraumvolumen267 bis 1042 l
Höchstgeschwindigkeit150 km/h
0-100 km/h8,3 s
Verbrauch14,3 kWh/100 km
Testverbrauch21,7 kWh/100 km