Suzuki Vitara Hybrid im Test
Was kann der SUV als Vollhybrid?

Suzuki spendiert dem Vitara einen Vollhybridantrieb mit 116 PS. Passt der Antrieb zum kurzen Kompakt-SUV? Test.

Suzuki Vitara Hybrid
Foto: Hans-Dieter Seufert

Mangelnde Vielseitigkeit kann man dem Suzuki Vitara ja nun nicht vorwerfen. Nach seinem Start im Jahr 1988 wurde der SUV-Pionier als Drei- und Fünftürer, als Coupé mit großer Klappe oder als Cabrio, mit Vorderrad- und Allradantrieb angeboten. Trotzdem hat er auf unserem von heimischen Marken dominierten Markt nie so richtig gezündet, fristet auch die aktuelle, seit 2015 gebaute und 2018 geliftete Generation ein Randgruppendasein. Kann da vielleicht der Dualjet-Vollhybrid die Wende bringen?

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Hier steht dem 1,5-Liter-Vierzylindersauger (102 PS) eine E-Maschine mit 24,6 kW zur Seite, die beim Beschleunigen mithilft und die Gangwechselpausen des automatisierten Schaltgetriebes mit Drehmoment füllen soll. Das ist gut gemeint, klappt aber nur bedingt. Denn sobald die Kupplung öffnet, bricht die Leistung ein, nicken bis zu fünf Köpfe synchron.

Suzuki Vitara Hybrid
Hans-Dieter Seufert


Fünfsitziger SUV, L x B x H 4.175 x 1.775 x 1.600 mm, Radstand 2.500 mm, Kofferraum 289–1.046 l, Leergew. / Zuladung 1.267/433 kg. Grundpreis: Suzuki Vitara 1.5 Hybrid Comfort+ 32.750 Euro.



Dümpelt man bloß so dahin, spürt man von den Schaltpausen wenig. Weil aber gefühlt auf der ersten Hälfte des Gaspedalwegs antriebsseitig kaum etwas passiert, tritt man immer etwas kräftiger aufs Gas, um sicherzustellen, dass man auch wirklich vorankommt. Denn bis der Schaltautomat einen niedrigeren Gang eingelegt hat, dauert’s lang. Man muss also bereits jetzt wissen, dass man gleich Leistung brauchen wird, um schon mal alles in die Wege zu leiten, damit der Vitara im richtigen Augenblick erwartungsgemäß beschleunigt. Dabei heult der Verbrenner auf, als würde die Post abgehen, beschleunigt den knapp 1,3 Tonnen schweren SUV jedoch verhalten (0–100 km/h in 12,8 Sekunden).

Okay, er mag’s also gemächlich, der Hybrid-Vitara, dessen Bremsweg 37,1 Meter lang ist und der im Test 6,4 Liter braucht. Stop-and-go-Verkehr sollte ihm also schmecken. Denkste, weil er im Schiebebetrieb immer sofort rekuperiert und dieser Umstand zusammen mit der mäßigen Dosierbarkeit von Gas und Bremse harmonisches Fahren erschwert. Und dann ruckt’s und zuckt’s auch mal im Antrieb. Rein elektrisch fahren kann der Vitara nur, wenn der Fahrer viel Zehenspitzengefühl und der 0,84-kWh-Akku genug Saft hat.

Suzuki Vitara Hybrid
Hans-Dieter Seufert

Höchstgeschwindigkeit 180 km/h Beschleunigung 0 – 80 km/h 8,8 s 0 – 100 km/h 12,8 s 0 – 130 km/h 20,7 s 0 – 160 km/h 44,0 s. Verbrauch: Testverbrauch S 6,4 l/100 km.


Schön dagegen sind die vielen großen Ablagen innen, Details wie die neben den Fondlehnen verlaufenden Gurte (kein Verheddern beim Umklappen) und die langen Sitzflächen mit einfach zugänglichen Isofix-Haken hinten. Trotzdem vermuten wir, dass der Vitara auch als Vollhybrid für mindestens 30.050 Euro (Linie Comfort+: 2.700 Euro mehr) zur automobilen Randgruppe gehören wird.

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Fazit

Man muss erstens den Suzuki Vitara und zweitens diese Art von Antrieb wollen. Denn der Vollhybrid kostet 3.000 Euro mehr als der spritzigere und nicht minder sparsame Mildhybrid mit Turbo.

Technische Daten
Suzuki Vitara 1.5 Dualjet Hybrid Comfort+
Grundpreis32.750 €
Außenmaße4175 x 1775 x 1600 mm
Kofferraumvolumen289 bis 1046 l
Hubraum / Motor1462 cm³ / 4-Zylinder
Leistung75 kW / 102 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit180 km/h
0-100 km/h12,8 s
Testverbrauch6,4 l/100 km
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AUTO MOTOR UND SPORT 06 / 2024
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Erscheinungsdatum 29.02.2024

148 Seiten