Kuriose Umbauten der Mercedes V-Klasse in Shanghai
China eskaliert am Grill

Auf der Shanghai Auto Show wurde der Mercedes V-Klasse übel mitgespielt. An einem Stand in Halle 7 präsentieren unterschiedliche "Veredler" kuriose Umbauten.

Mercedes V-Klasse China Shanghai 2023 Umbau Grill Collage
Foto: Patrick Lang

Beim Schlendern über die Shanghai Auto Show 2023 sucht man vergebens nach drolligen Kopien europäischer Bestseller. Chinesische Hersteller sind selbstbewusst geworden, bauen stilsicher moderne Messestände und überzeugen mit hochwertigen Produkten. Dass BYD erst kürzlich Volkswagen die Marktführung weggeschnappt hat, kommt nicht von ungefähr. Auch draußen auf den Straßen der Fernost-Metropole sind es vor allem einheimische, zumeist elektrisch betriebene Produkte, die das Bild bestimmen.

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Gibt es denn also gar nichts zum Schmunzeln auf dieser Messe? Doch. In Halle 7 prangt groß das Mercedes-Logo an der Wand. Von Weitem sieht der Stand nach offizieller Schwaben-Dependance aus. Doch beim Näherkommen beginnen grelle Lichtblitze in den Augen zu beißen. Es sind Reflexionen, verursacht durch eine obszöne Chrom-Orgie, die sich an den Fronten zahlreicher V-Klasse-Exemplare Bahn bricht.

Bekannte Optik, ungeahnte Dimension

Im Wiederschein der ansonsten sehr seriösen Ausstellungsflächen wirkt das gebotene Schauspiel gleich doppelt grotesk. Diamantgrill, Maybach-Optik, AMG-Anleihen – die Looks an sich sind bekannt. Nur eben nicht in diesen Dimensionen. Auf einem der Fahrzeuge prangt statt des Sterns ein Logo von "Kasheng Auto" im überdimensionalen Chrom-Gestrüpp. Eine kurze Recherche zeigt: Eigentlich baut Kasheng Mercedes-Modelle zu Einsatzfahrzeugen für Behörden um. Das Exemplar am Stand dürfte sich dagegen nur für höchst fragwürdige Einsätze im Kontext des großstädtischen Nachtlebens qualifizieren.

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Patrick Lang
Auf einem der Exponate prangt statt des Sterns das Logo von "Kasheng Auto" im opulenten Chrom-Grill.

Unter all den wilden V-Klassen – übrigens ein Attribut, das die V-Klasse wohl nie für sich in Anspruch nehmen wollte – findet sich dann auch ein alter Bekannter, der hier sehr gut ins Bild passt: Tuner Mansory aus dem deutschen Fichtelgebirge. Wir wollen hier nun nicht in Worten beschreiben, was Bilder wesentlich besser erzählen können. Klicken Sie sich deshalb doch einfach durch unsere Fotoshow oben im Artikel und staunen Sie selbst.

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Ja, die Technik ist genauso gut wie bei Handys aus China und als Konsument kann ich mir politische Entscheidungen nicht leisten.Sicher nicht. Ich möchte Staaten wie China wirtschaftlich nicht unterstützen und versuche Produkte aus solchen Ländern zu meiden.

Fazit

Die chinesischen Auto-Hersteller haben sich kräftig professionalisiert. Coole Messestände in Shanghai und hochwertige Fahrzeug-Neuheiten machen das einstige Schmuddel-Kopie-Image vergessen. Doch zwischen aller Seriosität haben wir dann doch noch ein wenig Trash gefunden – in Form von fragwürdig umgestalteten Mercedes V-Klassen.