Manhart MH2 630 und 700
715 PS im Bug und die Besatzung im Käfig

BMW hat den neuen M2 inzwischen auf den Markt gebracht. Welches Potenzial im alten 2er mit M-Label und Competition-Zusatz steckt, zeigt Tuner Manhart mit dem MH2 700, der auch für den Track-Einsatz gerüstet ist.

Manhart MH2 700 auf Basis BMW M2 Competition F87
Foto: Manhart Performance GmbH und Co. KG

Der BMW M2 markiert seit 2015 die Spitze der 2er-Baureihe. 2018 legte die Competition-Variante in Sachen Power und Dynamik noch einmal nach. Seit Frühjahr 2023 hat BMW den neuen M2 mit dem Werks-Code G87 am Start (siehe Video). Nun zeigt Tuner Manhart erneut, dass der Vorgänger – Namenszusatz F87 – noch längst nicht zum alten Eisen gehört. Im Gegenteil: Als Manhart MH2 700 stößt er in ungeahnte Leistungsdimensionen vor.

Der MH2 700 baut in Sachen Motor-Tuning auf dem im Frühjahr 2022 präsentierten MH2 630 auf. Wie üblich bei Manhart markiert die dreistellige Ziffer in der Modellbezeichnung den Output des Motors. Der ab Werk 410 PS und maximal 550 Newtonmeter starke Reihensechszylinder lieferte bislang demnach 630 PS und höchstens 750 Newtonmeter. Der Zuwachs gründete auf neuen Turboladern in Kombination mit einem optimierten Ladeluftkühler und einer neu abgestimmten Motorsteuerung. Wo viel rein geht, muss aber auch viel raus – dafür ergänzte Manhart eine Edelstahl-Sportabgasanlage mit Klappensteuerung. Die Downpipes präsentieren sich beim MH2 630 Katalysator-frei, die Abgasreiniger wanderten in ein neues Verbindungsrohr. Am Heck schmücken vier mit Carbon ummantelte 90-Millimeter-Endrohre die neue Abgasanlage.

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Alles eine Spur größer und schärfer

Vier Endrohre präsentiert auch der 700er, allerdings sind diese – wie viele Einzelkomponenten – bei ihm eine Spur größer und schärfer ausgelegt als beim 630. Er tritt mit mattschwarzen 100-Millimeter-Endrohren an, die nun das dicke Ende der klappengesteuerten Edelstahl-Abgasanlage bilden. Zu den im vorigen Absatz genannten Teilen gesellen sich bei ihm eine Carbon-Ansaugung, eine Motorverstärkung, ein neuer Wasserkühler und aus Aluminium gefertigte Chargepipes, welche die originalen Kunststoff-Druckrohre ersetzen. Eine ebenfalls installierte Kurbelwellensicherung und eine verstärkte Kupplung schaden angesichts der üppigen Mehr-Power sicher nicht.

Dass die Modellbezeichnung sogar tiefstapelt, zeigen die offiziell angegebenen technischen Daten von 715 PS und maximal 815 Newtonmetern. Diese werden allerdings erst erreicht, nachdem Manhart dem BMW M2 Competition seine Race-Downpipes verpasst und den Otto-Partikelfilter gegen Ersatzrohre samt 300-Zellen-Katalysatoren getauscht hat. Mit der Konsequenz, dass das Kompakt-Coupé seine Straßenzulassung in Deutschland einbüßt. Derart leistungsstark ist der Manhart MH2 700 demnach nur im Ausland oder auf der Rennstrecke unterwegs.

Bremsen und Fahrwerk optimiert

Hier wie dort hilft die optimierte und mit einem Kühlkit kombinierte Bremsanlage, die satte Power jederzeit wieder einfangen zu können. Vorn wirken beim 700er die Sechs-Kolben-Sättel des BMW M4 GT4 F82 auf 395 Millimeter große Scheiben ein; das war schon beim MH2 630 so, wobei hier 380er-Scheiben zum Einsatz kamen. Hinten hat Manhart bei der Metamorphose vom MH2 630 zum MH2 700 von den Komponenten des Serien-M2-Competition auf Vier-Kolben-Sättel samt 380er-Scheiben aufgerüstet. Optional sind Carbon-Keramik-Bremsanlagen möglich.

Im Sinne der Track-Tauglichkeit führt ein 3-Way-Clubsport-Gewindefahrwerk aus dem Hause KW zur optimalen Straßenlage und ein Drexler-Sperrdifferenzial zu verbesserter Traktion. Zusätzlichen Grip liefern beim Manhart MH2 700 extrem griffige Continental-Sportreifen, die in den Dimensionen 265/25 ZR20 (vorn) und 295/25 ZR20 (hinten) auf die hauseigenen Concave-One-Felgen aufgezogen sind. Die Dimensionen der beim Fotofahrzeug in Mattschwarz lackierten Rundlinge lauten 9 x 20 (vorn) und 10,5 x 20 Zoll (hinten). Damit lebt der 700er auf größerem Fuß als der 630er, dessen Michelin-Pneus sich in den Dimensionen 265/35 und 295/30 an 19-Zoll-Alufelgen schmiegten.

Nun mit mintgrünen Akzenten

Egal, ob MH2 630 oder MH2 700: Optisch präsentiert der getunte BMW M2 Competition einen Mix aus Carbon-Teilen aus dem M-Performance-Regal (Seitenschweller-Ansätze, Hecklippe und Diffusor) mit Anbauteilen aus dem Manhart-Portfolio, wobei der als Originalzubehör verfügbare Frontspoiler des 630ers beim 700er einem Pendant aus dem Angebot des Tuners weicht. Die Motorhaube tauscht die Truppe aus Wuppertal in beiden Fällen und auf dem Heckdeckel thront hier wie dort ein Carbon-Flügel. Die sonst für den Tuner typische Farbgebung aus Schwarz und Gold weicht beim Neuling einem mattschwarzen Dekor, dessen Clou neben den mintgrünen Akzenten die in glänzendem Schwarz aufgebrachte Modellbezeichnung des Kompakt-Coupés ist.

Rennwagen-Feeling pur breitet sich im Innenraum des MH2 630 aus. Der Fond ist leer geräumt; stattdessen gibt es einen weitverzweigten Überrollkäfig. Dieser dient auch der Befestigung der Schroth-Motorsport-Gurte, mit denen sich die Insassen in ihren Recaro-Sportster-CS-Sitzen verzurren. Die Gänge werden per Carbon-Schaltwippen am Lenkrad nachgelegt. Weiteres Carbon findet sich in Form von Applikationen auf der Mittelkonsole. Für Racer wichtige Zusatzinformationen liefert ein Awron-Zusatz-Display, das die Belüftungsdüse rechts vom Lenkrad ersetzt. Nicht fehlen dürfen selbst in einem solchen Track-Tool Fußmatten mit dem Tuner-Logo. Schriftzüge und Plaketten befinden sich ferner an weiteren Stellen im Interieur sowie im Motorraum.

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Fazit

Wer dachte, mit 630 PS und 750 Newtonmetern sei beim zum Manhart MH2 630 geadelten BMW M2 Competition F87 das Ende der Leistungs-Fahnenstange erreicht, sieht sich von den Wuppertalern eines Besseren belehrt. Der MH2 700 bietet sogar 715 PS und maximal 815 Newtonmeter auf. Allerdings ohne Straßenzulassung in Deutschland, weil dem Kompakt-Coupé auf dem Weg zu diesen enormen technischen Daten ein Großteil der Abgasreinigung abhandenkommt.

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Erscheinungsdatum 11.04.2024

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