ADAC-Winterreifentest 2023: 205/60 R16, 225/45 R17
Diese Reifen sollten Sie kaufen – und diese auf keinen Fall!

Der ADAC hat Winterreifen in zwei verschiedenen Dimensionen getestet: in 205/60 R16 für Kompakt-SUV sowie die Mittelklasse und in 225/45 R17 für die Golf-Klasse.

ADAC Winterreifentest Ivalo 2022
Foto: ADAC / Marc Wittkowski

Jeweils 16 Winterreifen für die untere Mittelklasse, die auch als Kompakt- oder Golf-Klasse bekannt ist, sowie für kleine bis kompakte SUV und die Mittelklasse durchliefen das ADAC-Testprozedere. Ergebnis: Sowohl im Testfeld mit der Dimension 205/60 R16 als auch bei den Pneus im Format 225/45 R17 (jeweils mit Geschwindigkeitsindex H bis 210 km/h) gibt es viele gute Winterreifen, ein breites befriedigendes Mittelfeld und nur wenige Versager aus dem Billigsegment.

Sicher bei Schnee und Matsch

205/60 R16: Die Spitzengruppe

In dieser Dimension, die laut ADAC vornehmlich bei kompakten SUV sowie Modellen der Mittelklasse zum Einsatz kommt, gibt es keinen klaren Testsieger. Sowohl der Dunlop Winter Sport 5 als auch der Michelin Alpin 6 landen mit der Testnote 2,2 ganz vorn. Wer das Hauptaugenmerk auf Fahrsicherheit (70 Prozent Gewichtung) legt, ist mit dem Dunlop-Pneu besser bedient, der sowohl bei Trockenheit und Nässe als auch bei Schnee etwas besser abschneidet als der französische Konkurrent und zudem etwas billiger ist. Der Winterreifen von Michelin zeichnet sich dagegen durch die teils klar besseren Umwelteigenschaften aus, die jedoch nur zu 30 Prozent in die Gesamtwertung einfließen.

205/60 R16: Verfolger und Mittelfeld

Knapp dahinter landet der Goodyear UltraGrip 9+ mit der Gesamtnote 2,3 auf dem dritten Podestplatz. Es folgen vier weitere Modelle, die ebenfalls das Testprädikat "gut" erhalten. Darunter mit dem Hankook Winter i*cept RS3 und dem Firestone Winterhawk 4 zwei relativ günstige Winterreifen, die damit so etwas wie die Preis-Leistungs-Sieger im diesjährigen ADAC-Winterreifentest sind. Hinter dieser Siebener-Gruppe gibt es ein breites "befriedigendes" Mittelfeld, deren Vertreter in ähnlichen Preiskategorien unterwegs sind. Hier sticht der Barum Polaris 5 heraus, der mit einer 3,1 zwar nur durchschnittlich bewertet wird, aber pro Stück weniger als 100 Euro kostet.

205/60 R16: Die Verlierer

So viel billiger sind die beiden ebenfalls getesteten und für mangelhaft beziehungsweise gefährlich befundenen Testverlierer nämlich gar nicht. Der Lassa Snoways 4 kostet 93 Euro pro Exemplar und erreicht die Gesamtnote 5,2. Bei Trockenheit und auf Nässe hält er noch einigermaßen mit, aber auf Schnee versagt er regelrecht. Da hilft ihm auch die ganz ordentliche Umweltbilanz nichts. Der 88 Euro teure Testverlierer Austone Athena SP-901 wird im Umweltteil ebenfalls ganz vernünftig bewertet. Bei der Fahrsicherheit ist es bei ihm jedoch genau umgekehrt im Vergleich zum Lassa-Pneu: Stark auf Schnee (sogar der Beste überhaupt), aber nur ausreichend bei Trockenheit und sehr schwach auf nasser Fahrbahn. Als Quittung gibt es die Gesamtnote 5,3.

225/45 R17: Die Spitzengruppe

Hier befindet sich dasselbe Winterreifen-Quartett an der Spitze, nur in durchgewürfelter Reihenfolge. Und es gibt einen klaren Testsieger: Der Continental WinterContact TS 870 ist in dieser Dimension, die für viele Modelle der Kompaktklasse prädestiniert ist, mit einer Gesamtnote von 2,0 der beste Reifen im gesamten 32er-Testfeld. Er zeigt bei allen Streckenbedingungen eine starke Fahrsicherheit und gehört auch bei der Umweltbilanz zur Spitzengruppe. Erneut "nur" Zweiter wird mit dem Michelin Alpin 6 der teuerste Reifen im Test. Diesen Rang und die Testnote 2,2 teilt er sich mit dem Goodyear UltraGrip Performance +. Der Dunlop Winter Sport 5, im kleineren Format noch Testsieger, muss sich hier mit Position vier begnügen. Unter den Premium-Winterreifen ist er jedoch erneut der günstigste.

225/45 R17: Das Mittelfeld

Das graue Mittelfeld ist hier nochmals deutlich umfangreicher als bei den kleineren Winterreifen: Gleich elf Modelle erreichen die Gesamtnote 2,6 bis 3,2 und damit das Prädikat "befriedigend". Für Pneus wie den GitiWinter W2 (2,7), den Kumho Wintercraft WP5 2 (2,7) oder den Apollo Aspire XP Winter (2,8) ist das als Erfolg zu werten, schließlich gehören sie zu den günstigsten Vertretern im Test. Der Pirelli Cinturato Winter 2 (3,0) und der Bridgestone Blizzak LM005 (3,2) gehören dagegen zu den Enttäuschungen, denn für sie werden Preise auf Premium-Niveau aufgerufen. Doch der Italiener zeigt Schwächen bei Trockenheit, während der Japaner auf schneebedeckter Fahrbahn und bei seinen Umwelteigenschaften Probleme hat.

225/45 R17: Der Verlierer

Schon richtig: Der Kormoran Snow ist eindeutig der billigste Reifen im 225er-Testfeld. Aber er ist noch klarer der schlechteste – und zwar selbst dann, wenn man die Gruppe der kleiner dimensionierten Winterreifen hinzuzieht. Sowohl bei der Gesamtnote als auch bei der Fahrsicherheit erhält er eine 5,4; schlechter geht es kaum, denn die theoretisch schlechteste Bewertung ist eine 5,5. Dabei zeigt er das Paradoxon, das wir vom anderen Testverlierer Austone bereits kennen: nämlich auf schneebedecktem Untergrund als bester Reifen überhaupt abzuschneiden (Einzelnote 1,6). Doch der Kormoran Snow ist ebenso inselbegabt und löst den Zielkonflikt nicht, trotzdem einen guten Kompromiss bei trockener (3,9) und nasser Fahrbahn (5,4) zu bieten. Zudem ist der polnische Pneu einer der lautesten Reifen im Test.

Interessant ist auch, wie die einzelnen Modelle bei der Laufleistung abschneiden. Die Winterreifen mit dem geringsten Abrieb (Fulda Kristall Control HP 2 bei den 205/60ern und Kumho Wintercraft WP5 2 bei den 225/45ern) kommen fast doppelt so weit wie die schlechtesten Pendants in dieser Kategorie. Der ADAC rät ferner, beim Reifenkauf darauf zu achten, dass alle vier Räder ein ähnliches Produktionsdatum und damit auch den gleichen technischen Stand aufweisen. Sollten die Reifen aus den Vorjahren verwendet werden, auf genügend Restprofiltiefe achten – der ADAC empfiehlt bei Winterreifen ein Minimum von vier Millimetern.

Hinweis: Eine Übersicht über die Testergebnisse jedes Winterreifen-Modells finden Sie übersichtlich als Tabelle in der Fotoshow oben im Artikel. Im Video nach dem ersten Absatz zeigen wir Ihnen, wie die Kandidaten des ADAC-Winterreifentests 2022 abgeschnitten haben.

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Fazit

Egal, in welcher Dimension: Wer zu den aktuellen Winterreifen der Premiumanbieter Continental, Dunlop, Goodyear oder Michelin greift, macht kaum etwas falsch. Diese Pneus bieten sehr gute Allround-Eigenschaften und überzeugen sowohl bei der Fahrsicherheit als auch mit ihrer Umweltbilanz. Das jeweils breite Mittelfeld verlangt dagegen in der einen oder anderen Kategorie Zugeständnisse, ist aber auch günstiger. Hier könnte es sich lohnen, die Eigenschaften mit dem eigenen Fahrprofil abzugleichen – wer mit einzelnen Abstrichen leben kann, könnte hier ein Schnäppchen machen. Finger weg dagegen von den Testverlierern aus dem Billigsegment. Einige ihrer Fahreigenschaften nennt der ADAC "inakzeptabel".