77-jähriger fährt sich auf Wanderweg fest
Alpina auf Abwegen

Am österreichischen Wolfgangsee fährt sich ein deutscher Rentner mit seinem Alpina B3 auf einem Wanderweg fest – das Navi soll schuld sein.

Alpina B3 Navigation Fail Wolfgangsee
Foto: FFW St. Gilgen

Die Geschichte erinnert ein wenig an die Anfangszeit der Navigationsgeräte. Als unbedarfte Nutzer schon mal von einem Fähranleger purzelten, weil da ein Weg eingezeichnet war. Oder in eine frisch betonierte Baustelle rödelten, weil diese im letzten Karten-Update noch nicht existierte.

Kombi contra Felswand – 0:1

Diese Zeiten sind eigentlich weitgehend vorbei, die Kartendaten wurden immer präziser und sind dank Live-Daten auch tagesaktuell. Zudem hat es sich inzwischen herumgesprochen, dass man sich bei offensichtlich grobem Unfug in der Routenempfehlung einfach wie früher auf die eigenen Sinne verlässt und aufmerksam aus dem Fenster sieht.

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Pro-Tipp: Die Wanderwege am schönen Wolfgangsee nicht mit dem Auto befahren.

Klappt aber scheinbar immer noch nicht so richtig, wie ein 77-jähriger Autofahrer aus Nordrhein-Westfalen Ende Februar am österreichischen Wolfgangsee unter Beweis stellte. Der Senior befuhr stoisch und seinem Navigationsgerät folgend den Wanderweg, der sich am See entlangzieht. Auch die nachvollziehbaren Hinweise von Wanderern auf das erkennbar unsinnige Unterfangen vermochten den Urlauber nicht umzustimmen: Weiter, immer weiter.

Das gibt Arbeit für den Dellendoktor

Was die Angelegenheit nicht unbedingt besser macht, war das benutzte Verkehrsmittel: Der edle Alpina B3 ist es üblicherweise nicht gewohnt, auf Trampelpfaden im Salzkammergut zweckentfremdet zu werden, Allradantrieb hin oder her. Und als es dann schließlich definitiv nicht weiterging, links ein massives Eisengeländer, rechts eine nicht zur Diskussion bereite Felswand, war der feine Kombi aus Buchloe um einige Kerben reicher.

Auftritt für die Freiwillige Feuerwehr St. Gilgen sowie die örtliche Polizei, mit der Bergung verirrter Touristen aus dem deutschen Flachland nicht unvertraut. Gemeinsam wird der Alpina-Kombi (462 PS, Spitze 300 km/h, nur grad halt nicht) per Bizeps und Seilwinde gesichert und anschließend von einem Polizeibeamten aus dem Schlamassel gefahren.

Ende gut, (fast) alles gut, wie die Landespolizeidirektion Salzburg anschließend in schönster Amts-Prosa bekannt gibt: "Das beschädigte Fahrzeug wurde von der Feuerwehr St. Gilgen geborgen. Der durchgeführte Alkotest ergab 0,00 Promille. Der Lenker konnte seine Fahrt auf einer sicheren Fahrbahn fortsetzen. Er wurde wegen Missachtung von Verkehrszeichen angezeigt." Nur der Alpina B3 (ehemaliger Neupreis 83.050 Euro ohne Extras) muss nun dringend zum Frisör.

Wie ein unverbeulter Alpina B3 in artgerechter Haltung aussieht, sehen Sie übrigens nach den Hoppala-Bildern in der Fotoshow.

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Na klar, hat ja auch genug gekostet.Nein, das hat oft merkwürdige Ideen.

Fazit

Der kürzeste Weg ist nicht immer der richtige, zumindest, wenn man im Auto sitzt. Unser Tipp, falls Ihr Navi mal einen Wanderweg als ultimative Abkürzung empfiehlt: Achten Sie auf wild winkende Passanten, eventuell wollen die Ihnen etwas mitteilen. Bonus-Tipp: Wenn der Weg schmaler als das Auto wird, empfiehlt sich das Einlegen des Rückwärtsgangs.