Neues Gesetz machts möglich
Erstmals leuchtendes Logo beim neuen Touareg

Der neue VW Touareg wird bei seiner Vorstellung mit einem ganz besonderen Detail aufwarten: Sein VW-Logo am Heck leuchtet auch während der Fahrt rot. Was bisher verboten war, ist jetzt plötzlich möglich. Wie geht das?

VW Touareg 2023
Foto: VW

Die Idee von beleuchteten Logos ist nicht neu. An 40-Tonnern sieht man sie gelegentlich. Und auch Mercedes-Benz bietet einige Modelle mit einem beleuchteten Stern an der Front an. Hell strahlen durften die Embleme bisher nur im Stand. Seit dem 4. Januar 2023 gibt es ein geändertes ECE-Gesetz, was beleuchtete Logos während der Fahrt erlaubt. Allerdings nur unter klar bestimmten Bedingungen.

Geändert wurden dafür die UN-ECE-Regeln R48 und R148 – also die Vorschriften zur Genehmigung, Installation und zum Betrieb von Positionsleuchten. Offiziell gelten die strahlenden Symbole also als Positionsleuchten. Auch wenn diese Regeln bei der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen in New York beschlossen wurden, so sind sie nur in der Europäischen Union gültig. In den USA und China gelten bei der Beleuchtung andere, weniger strenge Vorschriften.

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Größe genau vorgeschrieben

Die Regeln für Europa umfassen jetzt ganz klare Rahmenbedingungen. Da wäre zunächst die Größe der Logos. Vorn und hinten dürfen sie maximal 100 cm2 groß sein, "festgelegt durch die vom äußeren leuchtenden Rand des Logos umschlossene Fläche." Bei runden Logos, wie dem von VW entspräche das also rund zehn Zentimeter Durchmesser. Das wäre im großen Kühler des facegelifteten Touareg etwas klein. Daher leuchtet bei ihm nur das VW-Emblem am Heck.

Das Regelwerk beinhaltet des Weiteren eine Passage, in der der Abstand zur nächstgelegenen beleuchteten Fläche definiert ist. Der darf nach UN-ECE R148 nämlich höchstens 75 Millimeter betragen. Man kann sich in Zukunft also über immer mehr Leuchtbänder freuen, die zwischen den Scheinwerfern zu einem zentralen Firmenlogo führen. Beim neuen Touareg werden die Rücklichter über eine LED-Lichtleiste verbunden, um das VW-Emblem in der Mitte rot strahlen zu lassen. Voraussetzung ist das IQ-Light-Optionspaket, welches die HD-Dreifach-Matrixscheinwerfer beinhaltet.

Positionsleuchte muss symmetrisch sein

Ebenfalls in den UN-ECE-Regeln R48 und R148 beschrieben wird die Form der Positionsleuchte. Sie muss nämlich symmetrisch sein. Für die meisten deutschen Hersteller wie VW, BMW oder Mercedes-Benz gilt das ja sogar für ihr Logo. Und das Regelwerk äußert sich auch dazu: Es muss das aktuell eingetragene Firmen-Markenzeichen sein.

Beleuchtete Modellnamen, Jubiläums-Logos oder Traditionsschriftzüge sind nicht zulässig. Und es dürfen maximal zwei Logos je Fahrzeug sein – zum Beispiel eines an der Front und eines am Heck. Theoretisch wären aber auch zwei Leucht-Symbole am Heck oder zwei an der Front denkbar. Es kommt allein auf die Symmetrie der Positionierung und im Zeichen selbst an.

Nachrüsten kaum möglich

Eines gleich vorweg: Das Nachrüsten von funkelnden Logos wird nicht funktionieren. Denn nach den im Januar geänderten UN-ECE-Regeln R48 und R148 wird alles, was während der Fahrt Licht abgibt als System abhängiger Leuchten eingetragen. Kurz gesagt: Scheinwerfer, Rücklichter und Positionslichter werden als Fahrzeugbeleuchtung in der Typgenehmigung eines Fahrzeugs festgesetzt und dürfen nicht einfach geändert werden.

Ebenso schwer werden es Hersteller haben, die Technik an schon bestehenden Modellen zu integrieren. Und neben der Installation muss auch die Ansteuerung in der Software des Fahrzeugs implementiert werden. Hinzu kommt, dass ein beleuchtetes Logo einen gewissen Bauraum benötigt. Durch Kühlung, Steuerung und Lichtverteilung baut es einige Zentimeter auf und benötigt zudem eine klare Abgrenzung zu angrenzenden Teilen.

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Fazit

Die Anpassung der UN-ECE-Regeln R148 und R48 erlaubt es Auto-Herstellern in Europa zukünftig, ihre Logos auch während der Fahrt leuchten zu lassen. Allerdings gibt es sehr klare und strenge Regeln für Bauform, Größe und Gesamterscheinung. Das erste Modell mit dieser Technik wird der facegeliftete VW Touareg sein.