BYD Explorer No.1 in Bremerhaven
So flutet BYD die Welt mit E-Autos

Der chinesische Autohersteller BYD (Build your Dreams) hat seinen ersten eigenen Auto-Transporter auf Kiel gelegt. Der "Explorer No.1" legte auf seiner Jungfernfahrt am Sonntag (26.2.2024) erstmals in Bremerhaven an. Der BLG-Autoterminal Bremerhaven gehört mit mehr als 1,7 Millionen umgeschlagenen Fahrzeugen pro Jahr zu den größten Autoterminals der Welt.

Der 200 Meter lange Explorer No.1 löschte am Autoterminal rund 3.000 Fahrzeuge, legte in den Tagen zuvor bereits im niederländischen Vlissingen an. Ab Donnerstag geht die Reise über den belgischen Hafen in Seebrügge wieder zurück nach China. Das Modell kann über 7.000 Fahrzeuge aufnehmen.

BYD-Autotransporter mit Dual-Fuel-Antrieb

Das PCTC-Schiff (Pure Car and Truck Carrier) wurde von Guangzhou Shipbuilding International, einer Tochtergesellschaft der China State Shipbuilding Corporation in Nansha, Guangzhou, hergestellt. BYD hat acht Schiffe im Wert von umgerechnet rund 640 Millionen Euro in Auftrag gegeben, zwei weitere sind optional bestellbar.

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Das Modell misst 199,9 Meter in der Länge und 38 Meter in der Breite, der Tiefgang beträgt neun Meter, und die Geschwindigkeit liegt bei 18,5 Knoten, was 34 km/h entspricht. Das Modell kann bis zu 7.700 Fahrzeuge aufnehmen und wird von einem Dual-Fuel-Antrieb betrieben, der Erdgas (LNG) und klassischen Schiffsdiesel nutzt. Die genaue technische Spezifikation liegt noch nicht vor, aber an den Seiten der Explorer 1 steht groß der Schriftzug "LNG Powered".

Viele Autos finden Platz im BYD-Ro-Ro

Das neue BYD-Auto-Transportschiff scheint in Bezug auf die effiziente Platzausnutzung zu punkten. Normalerweise fassen Ro-Ro-Schiffe (Roll on roll off) gleicher Dimension nur rund 6.000 Fahrzeuge. Die Investition in die Transportschiffe geht Hand in Hand mit dem wachsenden Marktanteil des chinesischen Autobauers im Ausland. Im Jahr 2023 baute der Hersteller in China 3,03 Millionen Pkw, rund 240.000 verkaufte er in andere Länder. Das entspricht einer Vervierfachung im Vergleich zu 2022.

Aktuell gibt es weltweit rund 700 Ro-Ro-Schiffe, die jedoch die Logistiknachfrage nicht befriedigen können. Die Frachtraten sind in den vergangenen Monaten um bis zu 800 Prozent gestiegen. Von den 700 Schiffen sind 100 in chinesischer Hand, nur zehn sind hochseetauglich. Bis 2026 sollen daher rund 200 dieser Autotransporter in chinesischen Werften entstehen.

Der Transport von Elektroautos stand nach dem Brand der Fremantle Highway in der Kritik, da Auto-Transporter nicht über erweiterte Sicherheitsvorkehrungen im Falle eines Brandes von E-Autos verfügen. Schlussendlich hat bei der Havarie der Fremantle Highway nur ein Elektro-Auto, ein Mercedes EQE gebrannt. Im Februar 2022 sank die Felicity Ace mit knapp 4.000 Modellen des VW-Konzerns an Bord. Hier soll der Akku eines Porsches Auslöser für den Brand gewesen sein.

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Fazit

BYD hat seinen ersten Auto-Transporter erfolgreich getestet. Mit einer Länge von 199,9 Metern und einer Breite von 38 Metern kann das Schiff bis zu 7.700 Fahrzeuge transportieren. Angetrieben wird es von einem Dual-Fuel-Antrieb, der Erdgas und Schiffsdiesel nutzt. Diese Entwicklung ist ein weiterer Schritt in BYDs Bestrebungen, seinen Marktanteil im Ausland zu stärken.

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AUTO MOTOR UND SPORT 09 / 2024
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Erscheinungsdatum 11.04.2024

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