Neu- und Gebrauchtwagen
Autos so teuer wie nie

Autofahren ist im vergangenen Jahr sehr teuer geworden, für manche sogar unerschwinglich. Das zeigt der aktuelle DAT-Report – doch es gibt Hoffnung.

Geld, Auto
Foto: Getty Images

Im Jahr 2022 kostete ein Neuwagen durchschnittlich 42.790 Euro. Das sind 13 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Gebrauchtwagenpreise stiegen im gleichen Zeitraum sogar um 19 Prozent auf durchschnittlich 18.800 Euro. Die Marktforscher der Automobil-Treuhand (DAT) belegen damit, was viele längst ahnten: Autos sind derzeit so teuer wie noch nie zuvor.

Im jährlich erscheinenden DAT-Report heißt es: "Durch das geringe Angebot und die hohe Nachfrage haben sich die Neu- und Gebrauchtwagen enorm verteuert." Und dabei werden die tatsächlich gezahlten Beträge im Handel berücksichtigt, noch nicht einmal die meist noch höheren Listenpreise der Autohersteller.

Das große Gebrauchtwagen-Spezial

Alternativen zum Auto werden gesucht

Durch den anhaltenden Teilemangel besonders in der Halbleiter-Branche sowie die Inflation hätten Hersteller und Händler unter einem Ausnahmejahr gelitten. Das gilt aber auch für die Kunden. Der repräsentativen DAT-Umfrage unter 4.617 Endverbrauchern zufolge, haben sogar 50 Prozent der Deutschen Angst, sich bald kein Auto mehr leisten zu können. Auch die hohen Sprit- und Energiepreise schüren diese Sorge.

Parallel dazu zeigt die Analyse, dass Menschen ihre Autos nur noch dann reparieren lassen, wenn es unbedingt notwendig ist. Längst suchen viele Autofahrer nach günstigeren Alternativen. Dazu zählen neben dem ÖPNV auch Fahrräder oder gar Mopeds. Längst haben sich viele Führerscheinbesitzer ihre Klasse B um die Schlüsselzahl 196 erweitern lassen, um 125er-Motorräder und -Roller fahren zu dürfen.

Hochlauf der Elektromobilität stockt

Für die Auto-Industrie ist das sicherlich kein guter Trend. Ebenso stockt der Zulauf bei den Elektroautos. Zwar haben 65 Prozent der Befragten die alternativen Antriebskonzepte durchaus auf dem Schirm. Doch nur 44 Prozent können sich den Umstieg auf das E-Auto überhaupt vorstellen. Die Hälfte von ihnen will sogar noch mindestens fünf Jahre warten.

Ein Grund dafür sind die gewaltigen Kosten. Bezahlbare E-Autos sind kaum erhältlich. Hinzu hielten viele Interessenten die Förderpolitik der Regierung rund um das Durcheinander beim Umweltbonus für irreführend. Auf der anderen Seite sind auch die Modelle mit Verbrenner viel teurer geworden. Kleinwagen und günstige Gebrauchte sterben aus.

Preissegmente verschieben sich

Gerade für jüngere Autokäufer mit weniger Geld gibt der Gebrauchtwagenmarkt nicht mehr viel her. Wurden vor der Corona-Pandemie noch knapp die Hälfte der Gebrauchtwagenkäufe für weniger als 10.000 Euro abgeschlossen, sind es jetzt nur noch 23 Prozent. Inzwischen stellen die teureren Autos ab 17.500 Euro mit einem Anteil von 46 Prozent den Großteil der Verkäufe dar.

Wie aus dem DAT-Report hervorgeht, wurde der fest eingeplante Fahrzeugkauf bei 13 Prozent aller Befragten mangels Verfügbarkeit verschoben. Neuwagen gab es zu wenig, und Gebrauchte wurden immer teurer. Dieses Verhältnis lässt sich auch bei den Besitzumschreibungen ablesen. Im Jahr 2022 wurden 5,6 Millionen Halterwechsel registriert, 16 Prozent weniger als 2021 und so wenig wie zuletzt 1985.

Erste Rabatte am Horizont

Grund zur Hoffnung gibt es für Autokäufer trotzdem. Denn wie man schon jetzt an Vergleichsportalen wie meinauto.de oder carwow.de ablesen kann, steigen die Rabatte wieder leicht. Von großen Rabattschlachten auf Vor-Corona-Niveau kann zwar noch keine Rede sein. Aber scheinbar neigt sich die Halbleiter-Krise dem Ende, und es werden wieder mehr Autos produziert.

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Fazit

Das Marktforschungsunternehmen der Autobranche, die Deutsche Automobil-Treuhand (DAT), spricht in ihrem Jahresbericht von einem Ausnahmejahr 2022. Autokäufe seien sehr teuer geworden. Die Hälfte der Deutschen hätte Sorge, sich in Zukunft kein Auto mehr leisten zu können.