Deutz und Daimler
Kooperation bei Verbrenner-Motoren

Der Motorenbauer Deutz will von Daimler Truck zum Ende des Jahrzehnts die Produktion bestimmter Verbrennungsmotoren übernehmen.

Mercedes Lkw-Motor
Foto: Daimler Trucks

Bei der Kooperation der beiden Umternehmen geht es sowohl um mittelschwere Motoren (Daimler-Truck-MDEG-Baureihe), die beispielsweise für den Einsatz in Baumaschinen geeignet sind, als auch um schwere Motoren (Daimler-Truck-HDEP-Baureihe), die zum Beispiel große Landmaschinen antreiben können.

Deutz übernimmt Weiterentwicklung

Mit den Ende Januar 2023 geschlossenen Verträgen erwirbt Deutz für einen einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag die Patentrechte und Lizenzen um diese Motoren eigenständig weiterzuentwickeln und zu vertreiben. Die Vereinbarungen sehen unterschiedliche Produktionskonzepte vor: Die schweren Motoren werden weiterhin im Mercedes-Werk Mannheim von Daimler Truck gefertigt und an Deutz zur Vervollständigung des Motorensystems geliefert. Die Produktion der mittelschweren Motoren findet hingegen bei Deutz statt. Der Produktionsstart der künftig durch Deutz vermarkteten Motorvarianten soll voraussichtlich im Jahr 2028 erfolgen.

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Deutz möchte sich mit den Daimler-Motoren neue Kundengruppen erschließen, spart mit dem Deal aber enorme Entwicklungskosten. Gerade im Schwerlastbereich und in der Landwirtschaft werden konventionelle Antriebe mit Verbrennungsmotoren weiterhin noch benötigt – und können durch den Einsatz synthetischer Kraftstoffe umweltfreundlich betrieben werden, erklärt Deutz.

Daimler hat bereits ein klares Bekenntnis zum Elektroantrieb auch in den schweren Nutzfahrzeugen abgelegt und spart sich mit der Kooperation weitere Entwicklungskosten. Im Zuge der Zusammenarbeit beteiligt sich Daimler Truck mit 4,19 Prozent an der Deutz AG und wird zu einem großen Einzelaktionär.

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Fazit

Daimler Truck will nicht mehr in die Weiterentwicklung von Verbrennungsmotoren investieren. Die soll im Rahmen einer Kooperation der Motorenhersteller Deutz übernehmen, der die Daimler-Motoren auch anderweitig vermarkten darf.

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