EU-Neuzulassungen 2023
Europa kauft mehr

Trotz eines leichten Dezember-Minus von 3,3 Prozent bei den Pkw-Neuzulassungen in der EU, liegt das Gesamtjahr mit 13,9 Prozent im Plus. Elektroautos kommen europaweit auf über 14 Prozent Neuzulassungsanteil.

Ford Mustang Weltrekord Lommel Halde Neuzulassungen
Foto: Ford

Seit Jahresbeginn 2023 kannte der Pkw-Absatz in der EU nur eine Richtung – aufwärts. Jeder Monat lag, zumeist sogar zweistellig, über dem Vorjahr. Für den Dezember vermeldet der europäische Automobil-Herstellerverband ACEA erstmals ein Minus. Mit 867.052 verkauften Autos in der EU blieb man um 3,3 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Wobei anzumerken ist, dass der Dezember 2022 eine extrem gute Performance zeigte. In Gesamteuropa brach der Pkw-Absatz im Dezember um 3,8 Prozent auf 1.048.727 Autos ein.

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Deutschland bremst

Hauptverantwortlich für die negative Dezember-Bilanz ist der schwächelnde deutsche Markt, der zum Jahresende um 23 Prozent auf 241.883 neue Autos einbrach. Alle anderen Volumenmärkte konnten weiter zulegen. Frankreich meldet 181.005 Pkw-Neuzulassungen und ein Plus von 14,5 Prozent, Italien kommt auf 111.111 neue Autos (+ 5,9 %) und Spanien auf 81.772 Neuzulassungen (+ 10,0 %). Auch Ex-EU-Mitglied Großbritannien zeigt mit 141.092 Neuzulassungen und einem Plus von 9.8 Prozent einen stattlichen Jahresendspurt.

Gesamtmarkt wächst 2023 kräftig

Deutlich positiv präsentiert sich auch die Jahresbilanz 2023. In der EU wurden insgesamt 10.547.716 Autos erstmals in den Verkehr gebracht. Der Zuwachs gegenüber 2022 beträgt 13,9 Prozent. Gesamteuropa kommt auf 12.847.481 Pkw-Neuzulassungen und liegt so um 13,7 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Profitieren können von der Kaufwilligkeit der Kunden außer Ungarn (- 3,4 %) alle europäischen Märkte, viele davon sogar zweistellig. Deutschland legt im Gesamtjahr um 7,3 Prozent auf 2.844.609 Neuzulassungen zu. Frankreich kommt auf 1.774.723 Neuzulassungen und liegt damit um 11,7 Prozent über Vorjahr. Italien kann sich gar um 18,9 Prozent steigern und meldet für 2023 1.565.331 Pkw-Neuzulassungen. Spanien legt zwar um 16,7 Prozent zu, bleibt mit 949.359 Neuzulassungen unter der magischen Millionen-Grenze. Deutlich darüber schaffen es die Briten. Mit 1.903.054 Neuzulassungen und einem Zuwachs um 17,9 Prozent stellen sie den zweitgrößten Markt in Europa.

E kommt, Benziner dominieren, Diesel und PHEV wenig gefragt

Am stärksten profitieren von der anhaltenden Kauflaune der Kunden können Elektroautos. In der EU legte deren Absatz in 2023 um 37 Prozent auf 1.538.621 Autos zu. Der Neuzulassungsanteil liegt damit im Gesamtjahr bei 14,6 Prozent. Stärker zeigen sich nur die Hybridmodelle, die in der EU auf 2.716.963 Einheiten und ein Plus von 29,5 Prozent kommen. Der Neuzulassungsanteil liegt bei 25,8 Prozent. Weiter absolut dominant bleiben die reinen Benziner. Davon wurden in der EU in 2023 3.724.646 Autos neu zugelassen, 10,6 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Der Neuzulassungsanteil steht bei 35,3 Prozent.

Pkw Neuzulassungen EU Dezember 2023 Antriebsarten Gesamtjahr
ACEA

Zu den Verlierern gehören eindeutig die Diesel-Modelle. 1.433.368 Selbstzünder-Neuzulassungen bedeuten ein Minus von 5,8 Prozent. Der Neuzulassungsanteil erreicht nur 13,6 Prozent. Noch schwächer kommen die PHEV-Modelle daher. Hier summieren sich die Neuzulassungen in der EU auf nur noch 813.480 Einheiten (- 7,0 %), der Neuzulassungsanteil liegt bei 7,7 Prozent. Alle anderen Antriebsarten können 320.638 Neuzulassungen (+ 15,7 %)auf sich vereinigen und stellen damit einen Neuzulassungsanteil von drei Prozent. In Gesamteuropa stehen rund zwei v Millionen E-Autos, 3,4 Millionen Hybrid-Modellen, 4,6 Millionen Benzinern, 1,5 Millionen Dieseln und 990.000 PHEV-Pkw gegenüber.

VW dominiert den Markt vor Toyota

Marktführer in Europa bleibt 2023 der Volkswagen-Konzern, der mit rund 2,75 Millionen verkauften Autos auf einen Marktanteil von 26,1 Prozent kommt. Der Stellantis-Verbund kommt auf 1, 88 Millionen Autos (17,8 %), die Renault-Gruppe als dritte Kraft schafft 1,15 Millionen Verkäufe (10,9 %). Stärkste Einzelmarke ist VW, die 1.149.741 Autos an den Mann bringen konnten und damit 10,9 Prozent des Neuwagenmarkts in der EU für sich verbuchen kann. Zweite Kraft ist Toyota (6,5 %/686.705 Autos) vor Renault (6,0 %/629.093). Es folgen BMW (5,6 %/589.682) und Skoda (5,5 %/580.729), vor Mercedes, Audi und Peugeot, die gleichauf bei 5,4 Prozent Marktanteil liegen (Mercedes: 570.591; Audi: 570.455; Peugeot: 569.509). Auf den weiteren Rängen stehen Dacia (4,9 %(519.547), Kia (4,3 %/453.393), Hyundai (4,1 %/432.233) sowie Fiat und Ford mit jeweils 3,4 Prozent Marktanteil (Fiat: 358.867; Ford: 362.805). Opel kann sich mit 3,3 Prozent (351.848) knapp vor Citroën (3,2 %/334.571). Tesla schließt das Jahr mit 2,6 Prozent Marktanteil und 279.042 Neuzulassungen ab.

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Fazit

Auch wenn der Schwung in den Monaten November und Dezember nachgelassen hat, haben die Pkw-Neuzulassungen in der Europäischen Union im vergangenen Jahr kräftig zugelegt. Im Bezugsjahr 2022 waren allerdings so wenige Autos wie seit 1993 nicht mehr zugelassen worden. Ein Grund war der Teilemangel. Klar zu erkennen ist der anhaltende Trend zu elektrifizierten und rein elektrischen Modellen. Diesel sind mittlerweile chancenlos, die Benziner genießen allerdings noch einen klaren Vorsprung. Die Marktführerschaft in Europa liegt weiter klar beim VW-Konzern und seiner Stammmarke VW.