Führerschein Klasse B 11 % teurer
Auto-Führerschein kostet bis zu 4.500 Euro

Ein Auto-Führerschein kostete 2023 im Schnitt mehr als 3.000 Euro. Je nach Stadt und Region kann die Fahrerlaubnis noch teurer werden. Die Gründe sind vielfältig.

Fahrschule
Foto: Getty Images

Laut einem Bericht der "Welt am Sonntag" kostete der Erwerb eines Führerscheins in Deutschland erstmals mehr als 3.000 Euro. Das habe eine Branchenumfrage des Vereins Moving International Road Safety Association ergeben. Demnach seien die Kosten für eine Fahrerlaubnis der Klasse B 2023 im Schnitt um elf Prozent auf durchschnittlich 3.070 Euro gestiegen. Fünf Jahre zuvor hat ein Führerschein im Schnitt knapp 2.000 Euro gekostet.

Die Bandbreite ist groß: Zwischen 2.500 und 4.500 Euro kann laut Berechnungen der ADAC eine Fahrerlaubnis der Klasse B kosten. Laut Moving bezahlt gut ein Fünftel der Fahrschüler 3.500 bis 4.500 Euro. Vier Prozent reicht auch das nicht.

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Neuer Rekordwert an Fahrprüfungen

Gleichzeitig legten so viele Menschen wie noch nie eine Fahrprüfung ab: Laut TÜV-Verband haben von Januar bis September 2023 Führerschein-Anwärter rund 1,52 Millionen theoretische Prüfungen abgelegt. Das sind 9,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der praktischen Prüfungen stieg im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Vorjahres um 0,5 Prozent auf 1,32 Millionen.

München fast doppelt so teuer wie Cottbus

Regional gibt es Unterschiede: In der Stadt benötigen Fahrschüler typischerweise mehr Fahrstunden als auf dem Land. Der Hamburger Fahrschulverband bezifferte die Kosten eines Führerscheins in der Hansestadt auf 3.500 bis 3.800 Euro, während er in München bis zu 4.500 und in Cottbus 2.300 bis 2.500 Euro koste, so "Die Zeit" in einer Meldung von Sommer 2023.

Was kostet ein Führerschein?

Was ein Führerschein kostet, hängt vom Lerntempo des Kandidaten und den Gebühren der Fahrschule ab. Die muss ihre Gebühren in den Geschäftsräumen aushängen und einhalten. Die Grundgebühr für den theoretischen Unterricht liegt laut ADAC zwischen 350 und 565 Euro. Darin sind zwölf Doppelstunden à 90 Minuten und zwei Zusatzstunden enthalten.

Eine Fahrstunde von 45 Minuten kostet je nach Anbieter und Region 55 bis 77 Euro. Pflicht sind 12 Sonderfahrten, die mit bis zu 95 Euro berechnet werden. Dazu kommen 88 bis 119 Euro für Lernmaterial wie Apps und Bücher. Die Fahrschule berechnet für die theoretische Prüfung laut ADAC zwischen 60 und 137 Euro und für die praktische Prüfung 160 bis 289 Euro. Dazu kommen die Gebühren von TÜV oder Dekra: 23 Euro für die Theorie-Prüfung und 117 Euro für die Praxis. Ein Erste-Hilfe-Kurs, für den das Deutsche Rote Kreuz etwa 50 Euro berechnet, ist ebenso Pflicht wie ein Sehtest (rund 7 Euro) und ein biometrisches Passfoto (rund 10 Euro). Je nach Bundesland sind für den Führerscheinantrag bei der Straßenverkehrsbehörde zwischen 38 und 70 Euro fällig.

Fazit

Den größten Teil der Führerschein-Kosten machen die Übungs- und Sonderfahrten aus. Gerade hier wurde in den vergangenen Jahren manches teurer: Sprit und Autos etwa, aber auch Löhne und Gehälter.

Wer teure Übungsfahrten sparen möchte, kann auf Verkehrsübungsplätzen mit erfahrenen Verwandten oder Freunden üben. An der Vorbereitung auf Theorie- oder Praxisprüfung zu sparen kann jedoch nach hinten losgehen, wenn die Gebühren für eine versemmelte Prüfung noch einmal fällig werden. Die Durchfaller-Quote ist hoch.