Warnwestentest 2024
Ein Modell weist klare Mängel auf

auto motor und sport hat mit dem Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) zehn Warnwesten namhafter Anbieter im Labor getestet. Ausgerechnet die Weste eines Automobilherstellers zeigt Defizite bei der Retroreflexion. Hier gibt's die genauen Test-Ergebnisse – und eine ausführliche Erläuterung, worauf es bei der Prüfung ankam.

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Foto: Dusan Ilic via Getty Images

Warnwesten-Skandal, viele reflektieren nicht, Fakes im Umlauf – solche medialen Aufschreie gab es zuletzt häufiger. Nicht ohne Grund. Auf diversen Fotos in der Berichterstattung ist teils Schutzausrüstung abgebildet, die auftreffendes Licht kaum oder gar nicht zurückwirft. Alles andere als gut – nicht nur, weil in Deutschland und vielen weiteren Ländern Europas Warnwestenpflicht herrscht. Sondern viel mehr noch, weil qualitativ minderwertige Warnwesten im Ernstfall immer ein immenses Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr bedeuten – vor allem im Dunkeln.

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Hier erst mal Entwarnung: Fake-Objekte befinden sich keine unter den Warnwesten, die auto motor und sport gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) getestet hat. War auch nicht zu erwarten, denn das Testfeld besteht nur aus hochwertigen Modellen, die im Einzelhandel, in Baumärkten, bei seriösen Online-Händlern oder Herstellern vertrieben werden.

Unterschiede beim Retroreflexionswert

Alle Westen im Test sind retroreflektierend und erfüllen ihren Zweck. Heißt: Sie werfen Lichtstrahlen unabhängig von deren Einfallwinkel wieder in die Richtung, aus der sie kommen. Trifft also Scheinwerferlicht auf eine retroreflektierende Warnweste, wird es direkt zum Fahrzeug zurückgesandt – und nicht, wie bei der Reflexion, gestreut. Das gelingt durch eine spezielle geometrische Anordnung von Glasperlen oder Mikroprismen, die sich auf den grauen Retroreflexionsstreifen tummeln. Genau da trennt sich aber die Spreu vom Weizen – auch bei Westen, die der geforderten Norm (DIN EN ISO 20471) entsprechen. Inwiefern, das verraten die Daten, die das IFA an den zehn für die Prüfung anonymisierten Testobjekten erhoben und zur Verfügung gestellt hat.

Mikroglasperlen bei Warnwesten
auto motor und sport

Die Retroreflexion bei Warnwesten gelingt durch eine spezielle geometrische Anordnung von Glasperlen oder Mikroprismen (siehe Plakat im Bild), die sich auf den grauen Retroreflexionsstreifen tummeln.

Hierfür führte das Institut dieselbe Laborprüfung durch, mit der es als akkreditierte Prüfstelle auch die EU-Baumusterprüfung für Warnwesten durchführt. Nur wenn ein Baumuster die Anforderungen der Norm und damit der sogenannten PSA-Verordnung (persönliche Schutzausrüstung) erfüllt, darf ein Produzent das Modell mit dem CE-Kennzeichen versehen. Die Warnweste erfüllt somit nach Ansicht der EU die notwendigen Vorgaben für Sicherheit, Gesundheitsschutz sowie Umweltschutz und darf im europäischen Wirtschaftsraum verkauft werden.

Die Soll-Werte müssen stimmen

Ein wichtiger Bestandteil der Prüfung ist das Erreichen mehrerer definierter Retroreflexionswerte. Zudem benötigt das fluoreszierende Material – es macht die Westen auch tagsüber und bei Dämmerung auffällig – eine bestimmte Farbintensität. Festgelegt ist dies durch die Internationale Beleuchtungskommission (CIE).

Demnach müssen die Farbkoordinaten des meist gelben oder orange-roten Polyesters zwecks optimaler Sichtbarkeit in einem bestimmten Spektrum liegen. Bei allen zehn Testobjekten ist das der Fall, wie die unten dargestellte CIE-Normfarbtafel zeigt. Die Werte liegen nah beieinander – mit gleichermaßen positiver Auswirkung auf das Testergebnis: In der Kategorie Fluoreszenz/Farbintensität erhalten alle Westen die volle Punktzahl.

Mikroglasperlen bei Warnwesten
IFA / auto motor und sport

In Sachen Farbkoordinaten und -intensität erfüllen alle Testobjekte die von der Internationalen Beleuchtungskommission (CIE) festgelegten Werte.

Abstufungen gibt es dafür, wie bereits angedeutet, in Sachen Retroreflexion. Gemessen wird der Rückstrahlwert (R') in Candela pro Lux pro Quadratmeter [cd/(lx · m2)]. Um die Normprüfung zu bestehen, bedarf es eines Mindestsollwerts von R' = 330. Dieser Wert kann exemplarisch zum Vergleich herangezogen werden: Es gilt bei einer Orientierung von 0° (horizontale Ausrichtung der Reflexionsstreifen) ein Anleuchtwinkel von 5° und ein Beobachtungswinkel von 12' (12 Winkelminuten).

Mercedes-Weste versagt

Ausgerechnet die Weste, die Mercedes vertreibt, erreicht hierbei nur einen Wert von 322 und landet damit auf dem letzten Platz. Schlimmer noch: Sie erfüllt nicht die Vorgaben nach DIN EN ISO 20471. Die Weste erhält noch die Note "ausreichend", die Retroreflexionsstreifen zeigen bei der "Sichtprobe", dass die fabrikneuen Westen reflektieren: Bei dem Versuch im IFA, bei dem wir die Testobjekte in einem abgedunkelten Kellerflur aus gut 40 Metern Entfernung per Halogenscheinwerfer angestrahlt haben, waren mit bloßem Auge keine Unterschiede erkennbar. Aber es gilt: Je niedriger der Retroreflexionswert ist, desto schneller lässt die Rückstrahlfähigkeit der grauen Streifen nach – etwa wenn die Weste öfter in der Waschmaschine landet oder anderweitig abgenutzt wird.

Weshalb die neuwertige Mercedes-Weste den Sollwert trotz gültigen Prüfsiegels schuldig bleibt, das spielt keine Rolle. Ob es beim Hersteller Holthaus Medical GmbH eine minderwertige Charge gab oder ob die Weste unter dem recht eng geratenen Mini-Beutel – sie ist komprimiert aufgerollt – gelitten hat, ist nebensächlich. Die Weste muss in jeder Situation die Normprüfung bestehen.

ADAC-Weste auf Platz eins

Den Sieg holt die ADAC-Weste vom chinesischen Hersteller Yongkang Huanyi Industry and Trade Co., Ltd. Nicht weil sie den höchsten Rückstrahlwert vorweisen kann – den hat die mit 11,99 Euro relativ teure Michelin-Warnweste von Impex S.A.S. (Platz drei). Sondern weil sie neben der Retroreflexion und der Farbintensität auch in der Kategorie Preis/Leistung rockt: Für 7,99 Euro gibt’s die Weste im Doppelpack. Auch Qualität, Verarbeitung und Tragekomfort stimmen. Um dies zu bewerten, erfolgte eine Anprobe durch eine 1,93 Meter große Person.

Zwecks Qualitätskontrolle betrachtete die Redaktion die Anzahl und Verarbeitung von Klett- oder Reißverschlüssen sowie Nähten und machte eine händische Reißprobe. Beim Modell Moto112+ sorgte schon das etwas unvorsichtigere Öffnen beim Anprobieren dafür, dass die Naht an der Lasche brach. Da die Weste im Ernstfall schnell und ohne Flattern sitzen muss, kostet das Punkte bei Qualität und Tragekomfort.

Mikroglasperlen bei Warnwesten
auto motor und sport

Beim Modell Moto112+ brach die Naht an der Lasche schon durch unvorsichtigeres Öffnen.

Nichtsdestotrotz fällt das Gesamturteil noch "gut" aus. Schließlich liegt die Rückstrahlkraft (R' = 361) um einen Wert von 39 höher als bei der Mercedes-Weste und erfüllt klar den Sollwert. Mit "gut" muss sich auch BMW bei seiner Warnweste zufriedengeben, denn auch ihre Naht birgt am Verschluss Reißpotenzial. Ein nicht ganz so hoher Retroreflexionswert (R' = 384) und das Preis-Leistungs-Verhältnis (14,86 Euro für zwei Westen) taten ihr Übriges zur Abwertung.

Das Urteil "sehr gut" erhalten die ADAC-Weste als Testsieger, die mit 3,49 Euro günstige Warnweste von Obi (Platz zwei) und der Retroreflexionskönig von Michelin (ATU). Auch der Weste von Petex (kfzteile24.de), dem Modell Safe Max 2.0 (polo-motorrad.com, der Weste von Hornbach sowie der von VW attestiert die Redaktion ein "sehr gut". Detailbeschreibungen zu den getesteten Warnwesten sehen Sie im Folgenden gelistet.

ADAC-Warnweste

ADAC-Warnweste
Jonas Greiner

Die ADAC-Warnweste erzielt den Gesamtsieg. Während einige andere Modelle einen quer hervorstehenden Klettverschluss haben, ist dieser hier vertikal und robust vernäht. Dass der Verschluss abreißt, wie es beispielsweise beim Modell Moto112+ der Fall war, ist somit ausgeschlossen. Entsprechend passt sowohl die Verarbeitungsqualität als auch der Tragekomfort. Vor allem aber auch das Preis-Leistungs-Verhältnis, zumal es das Modell für 7,99 Euro im Doppelpack gibt. Bei der Retroreflexion erzielt die ADAC-Weste den drittbesten Wert. Lieferumfang: 2x Weste, Beutel, Anleitung.
Retroreflexion: R'=396 (Soll-Wert R'=330)
Preis: 7,99 Euro
Gesamturteil: sehr gut

Warnweste Universal (Obi)

Warnweste Universal Obi
Jonas Greiner


Für wenig Geld erhält man eine Top-Warnweste. Sie punktet unter anderem dadurch, dass sie über zwei Klettverschlüsse verfügt. Bei diesen würde man aufgrund der horizontalen Anbringung der Laschen durchaus Reißgefahr vermuten, auch weil die Nähte direkt am Saum der Weste sitzen. Die Reißprobe bestand das Testobjekt allerdings ohne Probleme – selbst bei festerem Zerren an der Lasche wirkt alles robust. In Sachen Retroreflexion reiht sich das Modell auf dem vierten Platz ein (R' =395) – nur ganz knapp hinter dem Gesamttestsieger, der ADAC-Weste. Lieferumfang: Weste, Anleitung.
Retroreflexion: R'=395 (Soll-Wert R'=330)
Preis: 3,49 Euro
Gesamturteil: sehr gut

Michelin-Warnweste (ATU)

Michelin-Warnweste
Jonas Greiner


In Sachen Rückstrahlkraft setzt sich die Michelin-Weste unangefochten als Nummer eins ab. Leichte Abzüge gibt es dafür, dass das Modell nur einen Klettverschluss hat. Auch dieser ist horizontal angebracht. Eine Beschädigung der Naht erfolgte am Testobjekt jedoch erst bei grobem Umgang mit der Lasche, insgesamt macht der Verschluss einen durchaus robusten Eindruck. Letztlich landet die Michelin-Warnweste in der Gesamtwertung auf Rang drei. Eine noch bessere Platzierung wäre durchaus drin gewesen. Allerdings ist das Modell mit rund 12 Euro relativ teuer. Lieferumfang: Weste, Beutel, Anleitung.
Retroreflexion: R'=432 (Soll-Wert R'=330)
Preis: 11,99 Euro
Gesamturteil: sehr gut

Petex-Sicherheitsweste (Kfzteile24)

Petex-Sicherheitsweste
Jonas Greiner

Bei der Warnweste von Petex sitzen ebenfalls zwei horizontal hervorstehende Klettverschlüsse am Saum. Deren Robustheit ist in etwa mit der der Michelin-Weste vergleichbar einzustufen. Wie bei fast allen Testobjekten liegt der Retroreflexionswert deutlich über dem Sollwert. Auch anhand der Petex-Weste wird also deutlich, dass man hochwertige Modelle zum günstigen Preis kriegt – selbst wenn es beim Rückstrahlwert im Testfeld nur für Platz sechs reicht. Rang vier in der Gesamtwertung für eine Schutzweste zum Preis von 3,78 Euro ist aber ein starkes Ergebnis. Lieferumfang: Weste, Anleitung.
Retroreflexion: R'=388 (Soll-Wert R'=330)
Preis: 3,78 Euro
Gesamturteil: sehr gut

Safe Max 2.0 (Polo Motorrad)

Safe Max 2.0 Warnweste
Jonas Greiner

Retroreflexionsstreifen an den Schultern minimieren das Risiko, übersehen zu werden. Hinzu kommt der respektable fünfte Platz bei der Retroreflexion. Die Weste besticht mit Stretch-Gummis an den Körperflanken und an den Armaussparungen. Zum Tragekomfort trägt auch ein Reißverschluss bei. So sitzt die Weste optimal – selbst in Größe M bei der 1,93 Meter großen Testperson. Allerdings klemmt der angenähte Wasserschutz oft im Reißverschluss ein, wodurch sich das Anlegen unter Hektik verzögern kann. Und es handelt sich um die teuerste Weste im Test. Lieferumfang: Weste, Beutel, Anleitung.
Retroreflexion: R'=392 (Soll-Wert R'=330)
Preis: 14,99 Euro
Gesamturteil: sehr gut

Warnweste neongelb (Hornbach)

Hornbach Warnweste
Jonas Greiner

Positiv ist auch hier zu erwähnen, dass die Weste nicht nur über einen, sondern über zwei Klettverschlüsse verfügt. Die horizontal angebrachten Laschen sind relativ großflächig vernäht. Bei stärkerem Reißen ging die Naht aber an beiden Laschen stellenweise zu Bruch – das kostet Punkte. Dafür beweist sich die Weste als zweitstärkstes Modell beim Retroreflexionswert. Und das, obwohl hier vom günstigsten Produkt im Test die Rede ist. Eine absolut empfehlenswerte Warnweste also – trotz deutlicher Einbußen, die sie sich hinsichtlich Qualität und Verarbeitung leistet. Lieferumfang: Weste, Anleitung.
Retroreflexion: R'=405 (Soll-Wert R'=330)
Preis: 2,95 Euro
Gesamturteil: sehr gut

VW-Warnweste

VW-Warnweste
Jonas Greiner

Über Platz acht kommt die Weste von VW bei der Retroreflexion (R'= 377) nicht hinaus. Außerdem können die Nähte an den beiden horizontal abstehenden Klettverschlüssen reißen. Das passiert aber nur, wenn man überaus grob an den Laschen zerrt. Für Ernstfälle im Alltag dürfte das keine Rolle spielen. Und da die Laschen sehr großflächig angenäht sind, ist es ausgeschlossen, dass eine Lasche komplett abreißt. Somit liegt es letztlich am vergleichsweise etwas geringeren Rückstrahlwert und am Preis von 7,90 Euro, dass die VW-Weste keine bessere Gesamtplatzierung erzielt. Lieferumfang: Weste, Beutel, Anleitung.
Retroreflexion: R'=377 (Soll-Wert R'=330)
Preis: 7,90 Euro
Gesamturteil: sehr gut

BMW-Warnweste

BMW-Warnweste
Jonas Greiner

Etwas besser als die VW-Weste schneidet das Modell von BMW bei der Retroreflexion ab. Diesbezüglich reicht es im Testfeld für Platz sieben. Der Verschluss erfolgt mit einer Klettlasche, die horizontal absteht. Souverän gab sich auch diese Weste bei der Reißprobe nicht, unter starker Beanspruchung litt die Naht der Lasche stärker als beim VW-Modell. Dennoch verfehlt die Weste nur knapp das Urteil "sehr gut". Wen der hohe Preis irritiert, dem sei gesagt: Wie beim Testsieger, der ADAC-Weste, kommt das Modell zum angegebenen Preis im Doppelpack. Lieferumfang: 2x Weste, Beutel, Anleitung.
Retroreflexion: R'=384 (Soll-Wert R'=330)
Preis: 14,86 Euro
Gesamturteil: gut

Moto112+ (Louis Motorrad)

Moto 112+ Warnweste
Jonas Greiner

Ziemlich ärgerlich: Die Weste hat nur einen Klettverschluss, und dessen Lasche ist schon beim etwas unvorsichtigeren Öffnen während der Anprobe abgerissen. Bei der Qualität wertete die Redaktion hier deutlich ab. Die Retroreflexion liegt klar im erforderlichen Bereich, jedoch handelt es sich um den zweitniedrigsten Wert im Testfeld. So erzielt die Moto112+ wie die BMW-Weste nur das Urteil "gut". Mit 2,99 Euro ist die Weste günstig, ohne Verschluss könnte sie bei Wind flattern. Werden hierdurch die retroreflektierenden Streifen verdeckt, birgt das Gefahrenpotenzial. Lieferumfang: Weste, Anleitung.
Retroreflexion: R'=361 (Soll-Wert R'=330)
Preis: 2,99 Euro
Gesamturteil: gut

Mercedes-Warnweste

Mercedes-Warnweste
Jonas Greiner

Die Weste unterschreitet die Retroreflexions-Vorgaben der ISO-Norm von R'=330 um einen Wert von 8. Es handelt sich dennoch um eine Weste, die retroreflektierend Licht zurückwirft. Doch reicht es nicht für die Vorgaben, und somit fällt das Modell durch den Retroreflexionstest. Denn es gilt: Je höher der Wert ist, desto besser. Und je niedriger der Wert ist, desto eher leidet die Qualität unter äußeren Einflüssen, so dass die Retroreflexion tatsächlich in gefährliche Bereiche absinken könnte. Fest steht: Die Weste erfüllt die Norm nicht und dürfte entsprechend auch keine CE-Zertifizierung haben. Lieferumfang: Weste, Beutel, Anleitung.
Retroreflexion: R'=322 (Soll-Wert R'=330)
Preis: 5,80 Euro
Gesamturteil: ausreichend

So wurde getestet

Um zu erörtern, ob alle Warnwesten der gültigen Norm entsprechen, wurden Proben aus den Retroreflexionsstreifen herausgestanzt. Das Material wurde nach Vorgaben der Norm EN ISO 20471, was Orientierungen, Anleucht- und Beobachtungswinkel angeht, im Labor geprüft. Für die Testbewertung zog die Redaktion den Wert für die horizontale Ausrichtung (Orientierung 0°) des Testmaterials heran – mit einem Anleuchtwinkel von 5° bei einem Beobachtungswinkel von 12' (Winkelminuten). Der Retroreflexionswert darf hierbei den Wert R'=330 nicht unterschreiten. Zudem gab es einen von der Redaktion gewünschten Versuch in einem dunklen Kellerflur, bei dem die Westen bei Abblendlicht aus 40 Metern Entfernung angestrahlt wurden. Ergebnis in dieser Disziplin: Mit bloßem Auge haben wir bei der Rückstrahlung keine Unterschiede erkennen können. Die Quantifizierung der Farbparameter der Westen erfolgte durch ein Spektralfotometer. Qualität/Verarbeitung sowie Tragekomfort bewertete die Redaktion durch die Anprobe der Westen und eine objektive Begutachtung. Die detaillierte Bepunktung der Westen sehen Sie in der Tabelle unten.

Normprüfung; Gesamtbewertungssystem: 100–85 Punkte = sehr gut; 84–70 Punkte = gut; 69–55 Punkte = befriedigend; 54–40 Punkte = ausreichend; 39–0 Punkte = mangelhaft
*Besonders wichtig sind die normgerechten Prüfungen zu Retroreflexion und Fluoreszenz. Wer hier nicht die nötigen Werte schafft, fällt durch – so wie die Mercedes-Weste, die aufgrund anderer Qualitätsmerkmale rechnerisch noch eine ausreichende Gesamtpunktzahl erzielt.

Die Produkte auf einen Blick

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Fazit

Insgesamt sind so gut wie alle Westen im Test im grünen Bereich. Bei den gängigen Händlern dürfte man vor Fake-Warnwesten entsprechend gefeit sein. Trotzdem gibt es qualitative Unterschiede, wie der Labortest deutlich zeigt.