Tesla kauft wohl deutsches Start-up Wiferion
Setzt Tesla künftig auf induktives Laden?

Tesla hat offenbar ein weiteres deutsches Unternehmen übernommen. Wiferion entwickelt induktive Ladesysteme – ein Hinweis auf einen Konzeptwechsel beim E-Auto-Hersteller?

Wiferion Etalink 1000 induktives Ladesystem
Foto: Wiferion GmbH

Das Thema "induktives Laden" ist bei Tesla zwar immer mal wieder leise angeklungen, scheint sich bisher jedoch nicht sehr stark im Fokus der Amerikaner befunden zu haben. Doch das könnte sich nun ändern, denn der E-Auto-Hersteller scheint ein deutsches Start-up übernommen zu haben, das induktive Ladesysteme entwickelt, produziert und vertreibt. Dabei handelt es sich um die Firma Wiferion GmbH mit Sitz in Freiburg im Breisgau, die einem Handelsregister-Eintrag vom 22. Juni 2023 zufolge nun als Tesla Engineering Germany GmbH firmiert.

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Offiziell bestätigt wurde die Übernahme bisher weder von Wiferion noch von Tesla. Allerdings zitieren verschiedene Medien Investoren des 2016 gegründeten Unternehmens, die bestätigen, dass es zu einem Exit gekommen sei, die bisherigen Eigentümer ihre Firma also komplett verkauft hätten. Der Name Tesla fiel dabei allerdings nicht explizit. Auch der Kaufpreis ist bisher nicht bekannt.

Induktive Ladesysteme für industrielle Anwendungen

Wiferion hat induktive Ladesysteme für unterschiedliche Anwendungen im Portfolio. Ihre Etalink-Produkte sollen besonders kompakt dimensioniert sein, kommen ohne Steck- oder Schleifkontakte aus, vereinen die Elektronik samt Spule in einem System und lassen sich einfach an die Batterie anschließen. Bislang konzentrieren sich die Freiburger auf industrielle Einsatzgebiete. So kommt die Etalink-Technik vorrangig bei mobilen Robotern oder elektrischen – meist fahrerlosen – Transportsystemen in Fabriken zum Einsatz.

Reine für das Laden von Elektroautos mit ihren vergleichsweise großen Batterien ausgelegte Technologien hat Wiferion bisher nicht im Programm. Doch Tesla scheint davon auszugehen, dass dies mit dem vorhandenen Knowhow bald der Fall sein könnte. Ebenfalls denkbar ist freilich, dass der texanische E-Auto-Bauer seine Werke und die darin verkehrenden elektrischen Transportfahrzeuge mit induktiver Ladetechnik ausrüsten will und Wiferion kurzerhand komplett übernommen hat, um direkten Zugriff auf die dafür nötige Technik zu erhalten.

Tesla hat bereits Grohmann übernommen

Es ist nicht das erste Mal, dass Tesla ein deutsches Unternehmen kauft. Bereits im Januar 2017 übernahm der Elektroauto-Hersteller den in der Eifel ansässigen und 1983 gegründeten Anlagenbauer Grohmann. Mit diesem Schritt stärkte Tesla die eigene Kompetenz bei der Autoproduktion, indem man sich das Grohmann-Knowhow bei hochautomatisierten Produktionssystemen sicherte. Seit der Übernahme heißt die Firma Tesla Automation GmbH und betreibt neben dem Hauptsitz in Prüm zwei weitere Standorte in Neutraubling und Neuwied.

Hinweis: In der Fotoshow zeigen wir Ihnen detailliert die dritte Generation des Tesla Wall Connectors, bei der es sich um die neueste Wallbox des E-Auto-Herstellers für die heimische Garage handelt.

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Fazit

Treibt Tesla seine Bemühungen beim induktiven Laden von Elektroautos voran? Die mutmaßliche Übernahme des Spezialisten Wiferion weist stark in diese Richtung. Naheliegende Einsatzmöglichkeiten für die Technik der Freiburger gibt es im Tesla-Kosmos jedenfalls zur Genüge.

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