Rückrufaktion für über 980.000 Mercedes
Brandgefahr jetzt auch bei V-Klasse und Vito

Neben mehreren Pkw-Baureihen sind nun auch Mercedes-Vans vom Rückruf betroffen. Ein Fehler in der Abgasrückführung kann einen Brand begünstigen.

Mercedes V 300 d Lang Avantgarde Edition, Exterieur
Foto: Achim Hartmann

Vom ursprünglichen Rückruf über das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) waren, wie auto-motor-und-sport.de bereits 17.11.2021 berichtete, weltweit 848.517 und deutschlandweit 239.832 Fahrzeuge betroffen. Der Automobilhersteller hatte festgestellt, dass bei bestimmten Fahrzeugen mit Dieselmotor aus dem Produktionszeitraum Januar 2017 bis Oktober 2021 die über Unterdruck steuerbare Kühlmittelpumpe eine Undichtigkeit zwischen Kühlmittel- und Unterdruckkreislauf aufweisen könnte. Das KBA vermeldete sogar: "Aufgrund eines fehlerhaften Umschaltventils der Abgasrückführung kann es zu erhöhter Brandgefahr kommen." Betroffen waren die Baureihen GLE/GLS (BR 167), C-Klasse (BR 205), E-Klasse (BR 213), S-Klasse (BR 222), S-Klasse (BR 223), E-Klasse Coupé/Cabriolet (BR 238), GLC (BR 253), CLS (BR 257) und G-Klasse (BR 463). Jetzt wurde der Rückruf auf Diesel-Modelle (OM 654 Motorisierung) vom Typ V-Klasse und Vito aus dem Produktionszeitraum 16. Januar 2019 bis einschließlich 13. November 2021 ausgedehnt.

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Bei den Vans weise die steuerbare Kühlmittelpumpe mitunter einer Undichtigkeit zwischen Kühlmittel- und Unterdruckkreislauf auf, so dass Kühlmittel in den Unterdrückkreislauf eintreten könnte. Sollten dabei elektrische Umschaltventile mit Kühlmittel in Kontakt kommen, könnte es in Einzelfällen langfristig aufgrund einer elektrochemischen Reaktion zu einem kontinuierlichen Anstieg der Bauteiltemperatur kommen, bei der eine Brandgefahr nicht vollständig ausgeschlossen werden kann. In der Werkstatt wird bei den weltweit 131.681 betroffenen Modelle (64.604 in Deutschland) das elektrische Umschaltventil getauscht. Zusätzlich erfolgt eine Prüfung des Unterdrucksystems auf eine mögliche Verunreinigung und das Fahrzeug erhält ein Softwareupdate. Die Rückrufaktion ist beim KBA unter der Referenznummer 011684 gelistet.

Umsichtig fahren, Nutzung auf Minimum beschränken

Die gleichen Arbeiten wurden auch beim Rückruf der weltweit 845.517 betroffenen Pkw-Modelle vorgenommen. Über die Mercedes-Benz Serviceorganisation wurde bei den betroffenen Fahrzeugen ein Software-Update der Kühlmittelpumpe durchgeführt sowie das elektrische Umschaltventil getauscht. Der vorgesehene Werkstatt-Aufenthalt für das Software-Update sowie der Tausch des elektrischen Umschaltventils nach 60 Minuten in Anspruch nehmen. Die Rückrufaktion der Pkw-Modelle ist beim KBA unter der Referenznummer 011352 und beim Hersteller unter dem Code 2090008 zu finden.

Zusätzlich hatte Mercedes die Halter der Modelle angeschrieben, sie sollen sich umgehend mit ihrer Werkstatt in Verbindung setzen, um einen Termin für die Überprüfung des Fahrzeugs zu vereinbaren. Der Autohersteller riet in der Zwischenzeit, das betroffene Fahrzeug besonders umsichtig zu fahren und die Nutzung auf das erforderliche Minimum zu beschränken. Von derartigen Hinweisen oder Vorsichtsmaßnahmen ist beim Van-Rückruf aktuell nichts bekannt.

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Fazit

Mercedes hat festgestellt, dass bei bestimmten Fahrzeugen mit Dieselmotor die über Unterdruck steuerbare Kühlmittelpumpe eine Undichtigkeit zwischen Kühlmittel- und Unterdruckkreislauf aufweisen könnte. Aufgrund dieses Fehlers kann es zu erhöhter Brandgefahr kommen. Nach diversen Pkw-Baureihen wurde der Rückruf jetzt auf Van-Modelle ausgeweitet. Insgesamt sind so weltweit 980.198 Fahrzeuge betroffen.