Mercedes-Rückruf GLS/GLE
Getriebefehler kann Motor absterben lassen

Mercedes ruft wegen Softwareproblemen im Getriebesteuergerät viele Autos zurück. Weltweit sollen 260.658 Fahrzeuge, deutschlandweit 4.378 Fahrzeuge betroffen sein.

Mercedes GLS 400 d 4Matic
Foto: Hans-Dieter Seufert

Der Automobilhersteller Mercedes-Benz AG hat am 17. April 2024 einen weiteren Rückruf für bestimmte Fahrzeuge der Baureihen GLE/GLS (BR 167) gestartet. Erst vor wenigen Tagen mussten genau diese Baureihen wegen Brandgefahr in die Werkstätten zurück, weil die Kondenswasser-Ablaufschläuche der Klimaanlage nicht korrekt montiert sein könnten. Dieses Mal ist es die Software des Getriebe-Steuergerätes, die nicht den Spezifikationen entsprechen könnte. Weltweit sollen 260.658 Fahrzeuge, deutschlandweit 4.378 Fahrzeuge betroffen sein.

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Motor kann ausgehen, Lenkung und Bremse funktionieren weiter

Auf Nachfrage von auto-motor-und-sport.de heißt es seitens des Herstellers: "Wenn während eines leichten Bremsvorgangs ein Schaltvorgang des Getriebes vom 7. in den 6. Gang nicht korrekt abgeschlossen würde, könnte in Kombination mit weiteren spezifischen Randbedingungen (insbesondere Abbruch des Schaltvorganges, niedrige Getriebeöltemperatur, gleichzeitige Rekuperation durch den 48V-Starter-Generator) der Motor stehenbleiben. In diesem Fall wäre kein Vortrieb mehr möglich, bis das Fahrzeug in den Stillstand abgebremst und der Motor neu gestartet wurde."

Die Tatsache, dass es sich um einen Schaltvorgang des Getriebes vom 7. in den 6. Gang handelt, zeigt, dass die Situation zu einem Zeitpunkt stattfinden kann, die sich im höheren Geschwindigkeitsbereich abspielt. In welchem Bereich genau, konnte Mercedes bislang nicht beantworten. Zudem ist wichtig zu wissen, dass das Absterben des Motors laut Mercedes keine Auswirkungen auf die Lenk- und Bremssysteme des Fahrzeugs haben soll. Denn normalerweise werden sowohl Lenkung als auch Bremse mindestens schwergängiger (Ausfall der Servolenkung und des Bremskraftverstärkers), sobald der Motor aus ist. Soll heißen, das Lenken fällt schwerer und nach zwei, drei beherzten Tritten auf die Bremse wird diese immer härter.

Als vorsorgliche Maßnahme wird über die Mercedes-Benz Serviceorganisation bei den betroffenen Fahrzeugen die Software des Getriebe-Steuergerätes aktualisiert. Der Rückruf ist unter der KBA-Referenznummer 013605 und beim Hersteller unter dem Code 5494206 zu finden.

Von dem Rückruf betroffen sind die folgenden Modellreihen:

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Fazit

Mercedes ruft wegen Softwareproblemen im Getriebesteuergerät viele Autos zurück. Die Mercedes-Benz AG hat festgestellt, dass die Software des Getriebe-Steuergerätes nicht den Spezifikationen entsprechen könnte. Weltweit sollen 260.658 Fahrzeuge, deutschlandweit 4.378 Fahrzeuge betroffen sein.