Mercedes-Rückruf Lenkungs-Software
Warum nur 22 von 528.640 Autos in Deutschland?

Mercedes ruft wegen Problemen mit der Lenkungs-Software verschiedene Baureihen der Kompaktklasse zurück. Für die irritierenden Zahlen gibt es eine simple Erklärung.

Mercedes B-Klasse als Rechtslenker Großbritannien GB United Kingdom UK
Foto: Mercedes-Benz Group AG

Der Automobilhersteller Mercedes-Benz hat am 21. März 2024 eine Rückrufaktion gestartet. Es geht dabei um die Modelle A-Klasse (Baureihe 177), B-Klasse, GLA und GLB (jeweils Baureihe 247), CLA (Baureihe 118) sowie EQA und EQB (jeweils Baureihe 243). Deutschlandweit umfasst die Rückrufaktion nur 22 Fahrzeuge, weltweit sind dagegen 528.640 Einheiten involviert. Sie alle entstammen dem Bauzeitraum 2017 bis 2024. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) führt die Aktion in seiner offiziellen Rückruf-Datenbank. Ob die Behörde den Rückruf auch überwachen wird, untersucht sie derzeit.

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Die Ursache für den Rückruf liegt in der Lenkungs-Software, deren Rückfallebene nicht der Spezifikation entspricht. "Bei einem nicht-systematischen und unabhängigen Hardware-Fehler könnte die Lenkkraftunterstützung beeinträchtigt und ein Verlust der Lenkfähigkeit nicht auszuschließen sein", heißt es vonseiten des KBA und des Herstellers. Da das Problem aktuell nur rechtsgelenkte Autos betrifft, müssen in Deutschland so wenige Exemplare in die Werkstätten. Unfälle oder Personenschäden, die damit in Zusammenhang stehen, sind der Behörde nicht bekannt.

Von dem Rückruf betroffen sind die folgenden Modellreihen:

  • Mercedes-Benz A-Klasse (Baureihe W 177)
  • Mercedes-Benz B-Klasse (Baureihe W 247)
  • Mercedes-Benz CLA (Baureihe C und C 117)
  • Mercedes-Benz EQA (Baureihe H 243)
  • Mercedes-Benz EQB (Baureihe X 243)
  • Mercedes-Benz GLA (Baureihe H 247)
  • Mercedes-Benz GLB (Baureihe X 247)

Um das Problem zu beheben, wird die Software der elektrischen Lenkung aktualisiert. Dafür müssen die Fahrzeuge in die Vertragswerkstatt; der Aufenthalt dort beträgt etwa 30 Minuten. Wann die Kundinnen und Kunden vom Hersteller schriftlich über die Modalitäten des Rückrufs informiert werden, ist derzeit nicht bekannt. Mercedes führt die Aktion intern unter dem Code 5499117. Die KBA-Referenznummer lautet 013692.

Hinweis: Im Video nach dem ersten Absatz stellen wir die Facelift-Maßnahmen für den Mercedes EQA und EQB vor.

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Fazit

Mercedes muss weltweit bei fast 530.000 rechtsgelenkten Exemplaren verschiedener Kompaktklasse-Baureihen nachbessern. Bei den betroffenen Autos entspricht die Rückfallebene der Lenkungs-Software nicht der Spezifikation. Sie muss deshalb aktualisiert werden.