Tesla Model 2
Ist der 25.000-Dollar-Tesla tot?

Mit dem Tesla Model Q und Model 2 sollten zwei preiswerte E-Autos kommen. Einem Reuters-Bericht zufolge sind die Projekte eingestellt. Die Hintergründe.

Tesla Model Q
Foto: Tesla

Erst im Januar 2024 hatte Tesla-Boss Elon Musk Anlegern mitgeteilt, in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 die Produktion eines "erschwinglichen" Modells in seiner texanischen Fabrik aufzunehmen. Das Einsteigermodell, als Model 2 tituliert, sollte bei einem Einstiegspreis von 25.000 US-Dollar liegen. Mit Hilfe des Model 2 und des zweiten Modells Model Q wollte Musk, wie er 2020 ankündigte, bis 2023 20 Millionen Fahrzeuge verkaufen – doppelt so viel, wie Toyota als weltgrößter Autobauer aktuell verkauft.

Der große E-Ratgeber
Baby-Tesla (2022)
Christian Schulte
Unser Zeichner hat das Model 2 im Serientrimm realisiert.

Musk dementiert Reuters-Meldung

Auf seiner Kurznachrichtenplattform "X" (vormals Twitter) erklärte der Tesla-Boss kurz: "Reuters lügt (schon wieder)" und kündigte gleichzeitig die Präsentation eines Tesla Robo-Taxis am 8. August 2024 an.

Mehrere Quellen, die mit dem Projekt bei Tesla betraut sind, zitiert Reuters, ohne deren Namen und Funktionen zu nennen. So habe Musk seine Entscheidung in einem größeren Meeting Ende Februar mitgeteilt. "Elons Anweisung ist es, ganz auf Robotaxi zu setzen", so einer der Insider. Eine weitere Quelle bestätigte, die neuen Pläne sähen die Produktion von Robotaxis vor, allerdings in wesentlich geringeren Mengen als für das Model 2 geplant. Einschränkend wurde berichtet, dass sich Tesla-Produktpläne je nach wirtschaftlicher Lage erneut ändern könnten.

Wäre das Model 2 zu spät gekommen?

In einer internen Mitteilung vom 1.2.2024 soll sich ein ungenannter Programmmanager bei den Ingenieuren des Projekts bedankt haben: "Ich möchte mich bei allen für die harte Arbeit und das Engagement bedanken, die Grenzen zu überschreiten und das bestmögliche Design zu entwickeln, wenn man bedenkt, wie eng die Rahmenbedingungen sind", hieß es in der Mitteilung. "Wir möchten nicht, dass all unsere harte Arbeit umsonst war, daher ist es wichtig, dass wir die Dinge abschließen und ordentlich dokumentieren." Weitere Sitzungen zu dem Projekt H422/NV91 wurden abgesagt, Ingenieure versetzt.

Die Einstellung des Tesla Model 2 geht wohl einher mit der nachlassenden Nachfrage in Europa und den USA sowie dem Verdrängungswettbewerb in China. Hätte Tesla das Billig-E-Auto weiterhin vorangetrieben, so wäre der Marktstart erst in der zweiten Hälfte 2025 – deutlich zu spät für den Einstieg in diese hart umkämpfte Segment, in dem bereits jetzt schon chinesische Autohersteller ihre Marktanteile massiv ausgebaut haben. Entsprechend rächt sich dem Reuters-Bericht zufolge, dass Musk auf den Cybertruck gesetzt hat – und nicht auf den Einstiegs-Tesla.

Offenbar hatte Elon Musk bereits im Jahr 2022 die Pläne für ein E-Auto in der Einsteigerklasse auf Eis legen wollen, da ein Tesla Robotaxi dieses Auto irrelevant machen würde. So hieß es in der Biografie des Tesla-Chefs. Musks Berater haben ihn demnach gedrängt, den Kurs beizubehalten.

Tesla kann `autonom´ nicht

Der Plan für ein autonomes Tesla-Modell, dessen Umsetzung länger dauern könnte, stellt eine größere technische Herausforderung und ein größeres regulatorisches Risiko dar. Ein konkreter Zeitplan ist nicht bekannt. Trotz jahrelanger Prognosen von Musk, dass ein autonom fahrendes Auto kurz vor der Markteinführung steht, konnte Tesla bisher nicht nachweisen, dass der E-Auto-Bauer fähig ist, ein solches Fahrzeug zu produzieren. Der Hersteller sieht sich derzeit in rechtlichen Auseinandersetzungen und Untersuchungen im Zusammenhang mit Unfällen im Kontext der Fahrerassistenzsysteme "Autopilot" und "Full Self-Driving" konfrontiert. Tesla hat die Schuld für die Unfälle unaufmerksamen Fahrern zugeschrieben.

Rückblende: Das erschwingliche Tesla-Modell sollte unterhalb des Model 3 angesiedelt sein und ab 25.000 Dollar kosten. Hinsichtlich der Konstruktion versprach Musk einen deutlich einfacheren Aufbau als beim Cybertruck. Das Kompaktmodell soll einfach herstellbar sein; Musk möchte mit ihm pro Zeiteinheit Produktionsrekorde brechen.

Das Design des Einstiegsmodells sollte zweckmäßig sein und als direkten Gegner den VW ID.3 und den Golf im Fokus haben. Zunächst sollte mit dem Bau eines SUV/Crossover begonnen werden, was naheliegend ist: Dem modernen SUV-Trend entsprechend verkauft sich auch beim Geschwisterpaar Model 3/Model Y der SUV weitaus besser. Tesla-Insider berichten von einem Produktionsstart im Juni 2025. Geplant sei ein Produktionsvolumen von zunächst 10.000 Fahrzeugen pro Woche. Als Erstes sollte der Kompakt-Tesla in der noch im Bau befindlichen Gigafactory in Mexiko vom Band rollen.

Zwei neue Modelle

Auf der jährlichen Investorenkonferenz von Tesla im Oktober 2023 bestätigte Tesla-Boss Elon Musk, eines von zwei neuen Volumenmodellen in den nächsten Jahren auf den Markt zu bringen. "Die Leute wollen immer wissen, was unser nächstes Produkt ist", sagte er in seiner Rede. "Ich möchte nur betonen, dass wir tatsächlich ein neues Produkt bauen, dass wir tatsächlich ein neues Produkt entwerfen, wir sitzen hier nicht auf unseren Händen" so der umtriebige Tesla-Boss.

Model Q als kleines Model Y

Er bestätigte damit auch Gerüchte über einen völlig neuen, in Serie gefertigten kleinen Geländewagen, der unterhalb des beliebten Tesla Model Y positioniert werden soll. Dieses Modell könnte unter dem Namen "Model Q" firmieren.

Musk prognostizierte eine Jahresproduktion von mehr als fünf Millionen Einheiten für die beiden neuen Produkte, von denen er versprach, dass sie mit Techniken entwickelt und produziert werden, die "alles andere in der Branche weit übertreffen". So erhalten beide eine neue 48-Volt-Architektur und die neueste Version der "Power Unit", die wohl auf seltene Erden verzichtet, 25 Prozent weniger Siliziumkarbid enthält und 50 Prozent weniger Platz benötigt, als die aktuellen Motoren. Jeder Motor soll in der Herstellung nur rund 1.000 US-Dollar (1.500 Euro) kosten.

Ein erstes Teaser-Bild vom Model Q gab es auch zu sehen. Es zeigt auf schwarzem Grund die Silhouette des Modells, die frappierend an das Design des Model Y erinnert. Gut zu erkennen, ist die ausgeprägte Fahrgastzelle in Kuppelform, die ausgestellten Schultern hinten sowie die stark abfallende Fronthaube.

Übrigens: In unserer Fotoshow zeigen wir Ihnen, welche 10 Modelle wir uns von Tesla wünschen.

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Fazit

Die Pläne für einen oder mehrere preiswerte E-Autos von Tesla scheinen nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters gestoppt worden zu sein. Mehre Insider berichten, dass das Tesla Model 2 ab 2025 zugunsten der Entwicklung eines Robo-Taxis eingestellt wurde. Tesla-Chef Elon Musk dementiert diese Pläne.