Top 25
Die teuersten Autos der Welt

Die weltweit teuersten Neuwagen kosten mehrere Millionen Euro. Doch welches Modell führt diese außergewöhnliche Liste an? Eines vorweg: Es ist kein Bugatti, Ferrari oder Koenigsegg.

03/2020, Spyros Panopoulos Project Chaos
Foto: Spyros Panopoulos

Wenn es um die teuersten Autos der Welt geht, dann tauchen bestimmte Marken immer wieder auf. Bugatti, Ferrari, Koenigsegg. Doch so einfach kann die Frage nach dem teuersten Auto auf diesem Planeten gar nicht beantwortet werden. Denn in den meisten Fällen erfährt man den wirklich bezahlten Preis der mehrere Millionen Euro teuren Sammlerstücke nie. Bei den versteigerten Klassikern ist die Sache klar. Hier hält das Mercedes-Benz 300 SLR Uhlenhaut-Coupé den Rekord von unvorstellbaren 135 Millionen Euro.

Unsere Highlights

Doch bei offiziell erhältlichen aktuellen Modellen wird die Sache schon schwieriger. Ein Ferrari ist in unserer Top 25 (siehe Galerie) jedenfalls gar nicht dabei. Bei den meisten Fahrzeugen handelt es sich nämlich um nur Kleinserien von Kleinstherstellern, die speziell auf Kundenwunsch zugeschnitten werden. Dennoch ist die Vielfalt der Hersteller enorm. Nur ganz wenige Firmen sind mehrmals vertreten. In diesem illustren Kreis wirkt die Marke Bugatti schon fast wie ein Großserienhersteller.

Nachfrage ist groß

In der absolut teuersten Liga des Automobil-Branche scheint eines aber klar: Die Nachfrage ist durchweg gewaltig. Angekündigte Modelle scheinen oft bereits vor Produktionsstart ausverkauft zu sein. Wer also eines der automobilen Raritäten aus dieser Top 25 für mehrere Millionen Euro kaufen möchte, kann nicht einfach eines bestellen.

Oft sind besondere Beziehungen nötig, ein gewisser Fahrzeugbestand oder eine nachweisliche Vorliebe zur Marke. Und auch die Wartezeiten auf die meist in Handarbeit gefertigten Preziosen sind beträchtlich. Kunden haben oft hohe Summen angezahlt, um anschließend einige Jahre auf die Auslieferung zu warten.

Sehr viele Elektromodelle

Dominiert wird das Segment der teuersten Neuwagen der Welt übrigens von Sportwagen. Wobei dieser Begriff angesichts von vierstelligen Leistungsexzessen zu tief gestapelt ist. Neudeutsch bezeichnet man solche Fahrzeuge als High-End-Hypercars. Doch nicht alle Modelle sind für die Rennstrecke geeignet. Das derzeit teuerste Auto der Welt setzt beispielsweise voll auf Gediegenheit.

Auffällig in der Preisklasse ist der Trend zur elektrischen Unterstützung der potenten Verbrenner, oder gar der vollelektrische Antrieb. Der 1914 PS starke Rimac Nevera, der für 2,5 Millionen Euro auf Platz 17 landet, ist nur ein Beispiel dafür. Die Top-Ten haben wir für Sie noch etwas ausführlicher aufbereitet. Sie beginnt mit dem Hybridüberflieger Mercedes-AMG Project One für mindestens 3,3 Millionen Euro das Stück. Die gesamte Top 25 finden Sie auch in der Galerie.

Die Top 25

  • Platz 25: Koenigsegg Gemera (1.700 PS) für 1,7 Millionen Euro
  • Platz 24: Zenvo TSR-S (1.193 PS) für 1,725 Millionen Euro
  • Platz 23: Hispano Suiza Carmen Boulogne (1.020 PS) für 1,96 Millionen Euro
  • Platz 22: Bentley Mulliner Batur (740 PS) für rund zwei Millionen Euro
  • Platz 21: Delage D12 (1.115 PS) für rund zwei Mlilionen Euro
  • Platz 20: Deus Vayanne (2.200 PS) für 2,2 Millionen Euro
  • Platz 19: Lotus Evija (2.000 PS) für 2,36 Millionen Euro
  • Platz 18: McLaren Speedtail (1.050 PS) für 2,5 Millionen Euro
  • Platz 17: Rimac Nevera (1.914 PS) für 2,5 Millionen Euro
  • Platz 16: Pagani Utopia (864 PS) für 2,56 Millionen Euro
  • Platz 15: Pininfarina Battista (1.900 PS) für rund 2,6 Millionen Euro
  • Platz 14: Lamborghini Countach (814 PS) für rund 2,6 Millionen Euro
  • Platz 13: Gordon Murray T.50 (663 PS) für 2,74 Millionen Euro
  • Platz 12: Hennessey Venom F5 Roadster (1.842 PS) für 2,96 Millionen Euro
  • Platz 11: Koenigsegg Jesko (1.622 PS) für rund drei Millionen Euro

Platz 10: Mercedes-AMG Project One

Nachdem es zwischenzeitlich Gerüchte gegeben hatte, Mercedes könnte das Experiment namens Project One wegen der vielen technischen Schwierigkeiten beenden, ist das Hypercar mit Formel-1-Technik nun endlich da. Und zwar zum Preis von 2,75 Millionen Euro ohne Steuer. Das und die Limitierung auf 275 Exemplare begrenzt die Zahl derer, die ans Steuer dürfen. Für jede Kundin und jeden Kunden dürfte es jedes Mal ein sehr spezielles Erlebnis werden, den AMG One zu fahren. Ähnlich hat es Werksfahrer Maro Engel nach eigener Aussage auf seiner Nürburgring-Rekordrunde empfunden.

Platz 9: Aston Martin Valkyrie

Aston Martin und Red Bull haben ein Hypercar für die Straße und die Rennstrecke entwickelt. Der von Starkonstrukteur Adrian Newey designte Valkyrie soll Maßstäbe bei Beschleunigung und Kurvenfahrt setzen. Der 6,5 Liter große V12-Saugmotor leistet 1.014 PS bei 10.000 Touren. Das maximale Drehmoment von 740 Nm wird bei 7.000/min erreicht. Zusätzlichen Schub liefert die Hybridkomponente. Hier werden 162 PS und 280 Nm genannt. Die Systemleistung beziffert Aston Martin entsprechend auf 1.155 PS bei 10.500/min und 900 Nm bei 6.000 Touren.

Platz 8: McLaren Solus GT

McLaren holt seinen virtuellen Rennwagen Solus GT in die echte Welt. 25 betuchte Käufer können mit dem Einsitzer, der seinen Ursprung in einem Videogame hat, künftig über die Rennstrecke toben. Wer glaubt, solche Konzepte hätten in der aktuellen Klimadiskussion keinen Platz mehr, dem sei gesagt – alle 25 Exemplare waren bereits vor der Präsentation verkauft.

Platz 7: Koenigsegg CC850

Mit dem CC850 feiert Koenigsegg zwar sein erstes Serienauto, den CC8S von 2002. Technisch geht das Hypercar jedoch neue Wege. Besonders interessant ist die Schaltung des 1.385 PS starken Schweden.

Platz 6: Bugatti Bolide

Der Bugatti Bolide ist das Ergebnis eines Leichtbau-Experiments auf Basis des Chiron. Ab 2024 können ihn 40 glückliche Kunden auf der Rennstrecke erleben. Der extreme Elsässer wird aber schwerer und nicht ganz so stark wie angekündigt.

  • Platz 10: Mercedes-AMG Project One (1.063 PS) für 3,3 Millionen Euro
  • Platz 9: Aston Martin Valkyrie (1155 PS) für 3,5 Millionen Euro
  • Platz 8: McLaren Solus GT (840 PS) für rund 3,5 Millionen Euro
  • Platz 7: Koenigsegg CC850 (1.385 PS) für rund 3,7 Millionen Euro
  • Platz 6: Bugatti Bolide (1.600 PS) für 4,76 Millionen Euro

Platz 5: Bugatti Mistral

Was für ein Abschluss: Bugatti baut mit dem W16 Mistral einen Roadster, der technisch auf dem kräftigsten Chiron basiert, der aber optisch eigenständig ist. Das Auto kann und soll den Geschwindigkeitsrekord für Roadster holen – so wie einst sein Vorgänger Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse im Jahr 2013.

Nur 99 Mistral baut Bugatti – mit dem Roadster endet auch die Ära des legendären Acht-Liter-Sechzehnzylinder-Motors, der erst den Veyron und jetzt den Chiron sowie den Mistral antreibt. 5,95 Millionen Euro Basispreis sind für die Kunden keine Hürde – die gesamte Produktion ist längst ausverkauft.

Platz 4: Spyros Panopoulos Chaos

Ambitioniert ist er ja, der Herr Spyros Panopoulos. Er verspricht bis über 3.000 PS und über 500 km/h Topspeed – ganz ohne Elektrounterstützung. Dazu passen die Preise ab wenigstens 5,5 Millionen Euro.

Platz 3: Pagani Huayra Codalunga

Pagani beglückt einen exklusiven Teil der ohnehin exklusiven Kundschaft mit einer neuen Kleinstserie. Aufbauend auf dem bekannten Huayra wird es fünf Exemplare namens Codalunga geben. Eine von den Le Mans-Rennern der 1960er-Jahre inspirierte Longtail-Version, die mindestens sieben Millionen Euro kostet.

Platz 2: Bugatti Chiron Profilée

Er war von Bugatti als Kleinserie geplant, blieb dann aber ein Unikat, weil keine Produktionskapazitäten mehr verfügbar waren: der Chiron Profilée. Konzipiert ist der als elegantere Version des Pur Sport. Anfang 2023 wurde er versteigert – für rund zehn Millionen Euro.

Platz 1: Rolls-Royce Boat Tail

Rolls-Royce beweist einmal mehr, dass mit dem nötigen Kleingeld quasi kein Kundenwunsch unerfüllt bleibt. Das dritte und letzte Boat Tail-Sondermodell geht an den Sohn eines Perlen-Fabrikanten und soll etwa 26,2 Millionen Euro gekostet haben.

  • Platz 5: Bugatti Mistral (1.600 PS) für 5,95 Millionen Euro
  • Platz 4: Spyros Panopoulos Chaos (bis zu 3107 PS) für mindestens sechs Millionen Euro
  • Platz 3: Pagani Huayra Codalunga (840 PS) für mindestens sieben Millionen Euro
  • Platz 2: Bugatti Chiron Profilée (1.500 PS) für rund zehn Millionen Euro
  • Platz 1: Rolls Royce Boat Tail (Leistung nicht angegeben) für mehr als 26 Millionen Euro
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Fazit

Die teuersten Neuwagen der Welt kosten mehrere Millionen Euro und sind fast durchweg Hyper-Sportwagen. Dabei dominieren mehr und mehr potente Elektroantriebe mit vierstelligen Leistungsangaben. Auf Platz eins landet allerdings kein Bugatti, Koenigsegg oder Ferrari, sondern ein sehr gediegener Rolls Royce.

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AUTO MOTOR UND SPORT 09 / 2024
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Erscheinungsdatum 11.04.2024

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